Ned Curic, CTO von Stellantis auf dem Automobil-Elektronik Kongress.

Ned Curic, CTO von Stellantis auf dem Automobil-Elektronik Kongress. Sein Unternehmen wird in den nächsten Jahren 30 Milliarden Euro in die Software- und Elektrifizierungstransformation investieren. (Bild: Matthias Baumgartner)

Stellantis hat im Rahmen seines Software Day seine Softwarestrategie für den Einsatz von Technologieplattformen der nächsten Generation präsentiert, die auf vernetzten Fahrzeugfunktionen aufbaut. Im Mittelpunkt steht die Interaktion der Kunden mit ihren Fahrzeugen. Diese Transformation soll die Fahrzeuge des Unternehmens auf eine offene, Software-definierte Plattform überführen, die sich nahtlos in das digitale Leben der Kunden einfügt. Über die Plattform lassen sich Funktionen und Dienste über regelmäßige Over-the-Air Updates (OTA) hinzuzufügen. So bleiben die Fahrzeuge noch Jahre nach der Herstellung auf dem neuesten Stand.

Um diese Transformation zu unterstützen, schafft Stellantis eine Software- und Datenakademie. Mehr als 1.000 Ingenieurinnen und Ingenieure sollen umgeschult werden, um so eine Software-Community zu entwickeln. Darüber hinaus stellt das Unternehmen weltweit Software- und KI-Talente ein. Bis 2024 will Stellantis 4.500 Software-Ingenieurinnen und -Ingenieure beschäftigen und Talent-Hubs auf der ganzen Welt aufbauen.

Funktionen und Dienste ohne Hardware erstellen

2024 wird das Unternehmen zudem drei KI-basierende Technologieplattformen auf den Markt bringen und auf den vier STLA-Fahrzeugplattformen bereitstellen. Herzstück ist die vollständig OTA-fähige Elektrik/Elektronik (E/E) und Software-Architektur STLA Brain mit 30 Modulen. Die Architektur ist vollständig in die Cloud integriert und verbindet elektronische Steuergeräte im Fahrzeug über einen Hochgeschwindigkeits-Datenbus mit dem zentralen Hochleistungscomputer des Fahrzeugs. So können Softwareentwickler Funktionen und Dienste erstellen und aktualisieren, ohne auf eine Hardware-Einführung zu warten.

Das auf die Architektur aufbauende SmartCockpit integriert sich nahtlos in das digitale Leben der Fahrzeuginsassen und schafft einen anpassbaren Lebensraum. Studien zeigen, dass Kunden durchschnittlich vier Jahre ihres Lebens in ihren Fahrzeugen verbringen, Tendenz steigend. Das Cockpit bietet KI-basierende Anwendungen wie Navigation, Sprachunterstützung, E-Commerce-Marktplätze und Zahlungsdienste. Die Plattform AutoDrive schließlich entstand in Zusammenarbeit mit BMW und wird die autonomen Fahrfunktionen L2, L2+ und L3 bieten, kontinuierlich aktualisiert durch OTA-Updates.

Mehr als 70 % emissionsarme Fahrzeuge

Stellantis plant, bis 2025 mehr als 30 Mrd. Euro in die Umsetzung der Software- und Elektrifizierungstransformation zu investieren. Ziel ist es, bis 2030 mehr als 70 Prozent der Fahrzeugverkäufe in Europa und mehr als 40 Prozent der Fahrzeugverkäufe in den USA mit emissionsarmen Fahrzeugen zu erzielen.

Heute verfügt der Konzern über 12 Mio. monetarisierbare vernetzte Autos weltweit; bis 2026 soll diese Zahl auf 26 Millionen anwachsen und rund 4 Mrd. Euro Umsatz generieren. Weiteres Wachstum auf 34 Millionen Fahrzeuge und etwa 20 Milliarden Euro Jahresumsatz ist bis 2030 angepeilt. Als monetarisierbar werden dabei die ersten fünf Lebensjahren des Fahrzeugs definiert. Außerdem wird Stellantis 2022 ein nutzungsbasierendes Versicherungsprogramm einführen, das über die firmeneigenen Finanzierungseinheiten in Europa und Nordamerika angeboten wird. Die weltweite Expansion ist geplant.

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