Ein LKW-förmiger See inmitten der unberührten Natur, der das Konzept eines sauberen, klimafreien Verkehrs in Form von Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffantrieb veranschaulicht. 3D-Darstellung.

VDI und VDE fordern den forcierten Ausbau der Wasserstoff- und Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge. (Bild: VDE / Shutterstock – petrmalinak)

Auf dem Weg zur Klimaneutralität sollen nach EU-Vorgaben die CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge bis 2030 um 30 Prozent sinken. Dazu müssten rund 200.000 emissionsfreie Lkw bis 2030 in Europa im Einsatz sein. Zu dem Ergebnis kommt die VDI/VDE-Studie „Klimafreundliche Nutzfahrzeuge. Vergleich unterschiedlicher Technologiepfade für CO2-neutrale und -freie Antriebe“. (Lesen Sie auch: TH Nürnberg und MAN starten Wasserstoffcampus)

Um die EU-Vorgaben zu erfüllen, setzen VDI und VDE beim Fernverkehr schwerer Nutzfahrzeuge klar auf Brennstoffzellenantrieb und im urbanen Raum auf batterieelektrischen Antrieb für kleine Nutzfahrzeuge. Batteriefahrzeuge sind zwar grundsätzlich effizienter, Brennstoffzellenfahrzeuge bieten hingegen Vorteile in Sachen Reichweite und Tankdauer. Auch die Lade- und Tankstelleninfrastruktur für Nutzfahrzeuge entspricht nicht den betrieblichen Anforderungen und der jüngste politische Plan, Bau und Betrieb von Wasserstofftankstellen nicht mehr zu fördern, hätte laut VDI/VDE fatale Auswirkungen. Denn die derzeit 90 700-bar-Tankstellen eignen sich nur bedingt für Lkw. Bis 2030 müssten in Deutschland 70 Lkw-taugliche H2-Tankstellen gleichmäßig über das Autobahnnetz verteilt entstehen. Für Lkw mit Batterien eignen sich von den 16.100 Ladepunkten aktuell nur 25. Um auch nur 5 Prozent des Fahrzeugbestands abzudecken, wären 1200 Ladepunkte mit einer Ladeleistung von 720 kW erforderlich.

Akzeptanz durch Wirtschaftlichkeit

Zudem halten die hohen Kosten vom Umstieg auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge ab. Zwar gehen die Verbände von sinkenden Herstellungskosten infolge der Massenfertigung aus, ebenso werde die Wettbewerbsfähigkeit von Dieselfahrzeugen durch CO2-Steuern und Zufahrtsbeschränkungen abnehmen. Eine deutliche Kostensenkung entstünde aber nur, wenn die Kosten von grünem Strom und grünem Wasserstoff sinken. Eine wichtige Voraussetzung sei neben dem bereits angestrebten beschleunigten Ausbau von Windenergie und Fotovoltaik die Schaffung der politischen Rahmenbedingungen auch für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.

Die Autoren der Studie sind sich einig: Mittel- bis langfristig können klimafreundliche Nutzfahrzeuge dazu beitragen, die volkswirtschaftlichen Kosten im Bereich der Mobilität zu senken. Dafür brauchen nicht nur die Bereiche Forschung und Entwicklung eine Förderung, auch steuerliche Anreize seinen nötig, damit Flottenbetriebe etwa im innerstädtischen Bereich vermehrt auf elektrifizierte Nutzfahrzeuge umsteigen.

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