Alejandro Vukotich, Senior Vice President Fully Automated Driving and Driver Assistance bei BMW, brachte mit seiner Aussage „es ist die komplexeste Angelegenheit, an der die Menschheit arbeitet“ sehr gut auf den Punkt, wie schwierig das Thema autonomes Fahren wirklich ist. Aus diesem Grund kamen Anfang September etwa 400 Experten nach Wien zur Erstveranstaltung „The Autonomous“.

Networking-Kongress „The Autonomous“

Der Networking-Kongress „The Autonomous“ brachte viele Beteiligte im Bereich autonomes Fahren zusammen. So entstand ein fruchtbarer und auch auf der Bühne sehr offener Dialog. Alfred Vollmer

Bei diesem eintägigen Networking-Event trafen Vertreter von OEMs wie Audi, BMW, Daimler, SAIC und Volkswagen auf namhafte Player wie Continental, Samsung (President & CSO Young Sohn), Infineon (CEO Dr. Reinhard Ploss) oder NXP (President Kurt Sievers und CTO Lars Reger) aus der Zuliefererbranche, wobei die Initiative von TTTech Auto ausging und entscheidend von Ricky Hudi, Vorsitzender von The Autonomous geprägt wurde – und zwar „mit Unterstützung des World Economic Forum“.

Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand bei BMW, stellte in seiner Eröffnungs-Keynote dann auch fest, dass es beim automatisierten Fahren (AD) „ein bisschen wie bei der Elektromobilität vor 15 Jahren“ ist und jetzt ein Marathon zu bewältigen sei, wobei er den Marathon mehr als fünfmal betonte. So sei BMW bereit, die „Corner Cases“, also die schwierigeren Spezialsituationen, die im Realverkehr auftreten können, mit anderen Unternehmen zu teilen.

Video: Eröffnung des Events The Autonomous

Auch Thomas Müller (VP Chassis-Entwicklung bei Audi) sagte einige Zeit nach der BMW-Keynote, dass man über OEM-Grenzen hinweg über die Corner Cases reden müsse: „Das sollte kein Differenzierungsfaktor sein“, denn die Fahrsituationen, denen man auf der Straße begegnet, seien für alle OEMs gleich. Der Tenor über mehrere Referenten hinweg: Wenn ein autonomes Fahrzeug einen Unfall verursachen sollte, leidet die gesamte Branche. Daher gilt es, mit gemeinsamen Kräften jedmögliches Unfallpotenzial aus dem Weg zu räumen – und zwar nicht nur aus Safety-, sondern auch aus Security-Sicht.

Event The Autonomous

Beim Event The Autonomous diskutierte die Automobilbranche über den Weg zum autonomen Fahren. Alfred Vollmer

Karl Iagnemma, President Autonomous Mobility bei Aptiv sprach laut aus, was viele nur dachten: „Autonomes Fahren hat die Notwendigkeit der Zusammenarbeit wirklich vorangetrieben… Wir müssen die Geschichte/Erzählung vorantreiben.“ Für ihn ergibt sich zudem „die Möglichkeit, vom Verkauf von Autos auf den Verkauf von Kilometern zu wechseln“. Allerdings sei es, und dieser Aspekt bewegt viele Anwesende, dabei wichtig, dass die OEM-Marken erhalten bleiben, denn in den USA sagt man ja durchaus „I Uber to work“, wenn man den Fahrdienst Uber für den Weg zur Arbeit nutzt. Besser wäre es doch, die Oberhand zu gewinnen und dafür zu sorgen, dass anstelle des Namens Uber der Name von OEMs zum Terminus Technicus wird.