Auf einen Blick

Leiterplattenklemmen mit Schnellanschlusstechnik sind im industriellen Umfeld eine ideale Alter­native zu gängigen Anschlusstechniken, da sie eine effizientere und intelligentere Verdrahtung ermöglichen. Auf diese Weise können Montagezeiten reduziert und somit Kosten gespart werden. Aus diesen Gründen wird sich der Trend zur Schnellanschlusstechnik weiter fortsetzen.

Gerätehersteller stehen immer häufiger vor einer Herausforderung: Mit jeder neuen Generation müssen ihre Geräte nicht nur kleiner und wirtschaftlicher, sondern gleichzeitig auch leistungsfähiger und Service-freundlicher werden. Aus diesem Grund werden immer mehr Bauteile und Funktionen auf leistungsfähigen Leiterplatten angeordnet. Bei Hochstrom-Anwendungen werden Leiterplatten oftmals auch in Multi-Layer-Technik ausgeführt. Diese Technik erfordert eine entsprechende Anschlusstechnik. Bei Strömen über 20 A kommt häufig noch die Einpresstechnik zum Einsatz, dabei werden massive Kontaktelemente auf die Leiterplatte gepresst. Jedoch hat diese Technik einen entscheidenden Nachteil: sie erfolgt in einem separaten Arbeitsgang neben dem Löten, und die massiven Kontaktelemente müssen mit Ringkabelschuhen kontaktiert werden.

Bild 1: Gerätehersteller kennen viele Methoden, um Strom auf die Leiterplatte zu übertragen - Leiterplattenklemmen mit Schnellanschlusstechnik kontaktieren die Leiter werkzeuglos, schnell und sicher.

Bild 1: Gerätehersteller kennen viele Methoden, um Strom auf die Leiterplatte zu übertragen – Leiterplattenklemmen mit Schnellanschlusstechnik kontaktieren die Leiter werkzeuglos, schnell und sicher.Phoenix Contact

Es geht auch bequemer

Eine günstige Alternative zur Einpresstechnik ist die Leiterplattenklemme mit Schraubanschluss, die in Zughülsentechnik ausgeführt ist. Dieses Anschlussprinzip ist seit Jahrzehnten bewährt, je nach Modell kann ein Strom von bis zu 125 A übertragen werden. Aber auch hier gibt es einen entscheidenden Nachteil: Der Leiter muss mit einem Schraubendreher mit definiertem Drehmoment kontaktiert werden. Im industriellen Umfeld, in dem es verstärkt darum geht, Zeit und Kosten zu sparen, erscheint die Leiterplattenklemme mit Schnellanschlusstechnik als ideale Alternative. Denn sie ermöglicht einen schnellen, kosten­sparenden und vor allem komfortablen Anschluss der Leitungen.

Bei den Leiterplattenklemmen von Phoenix Contact kommen im Wesentlichen zwei verschiedene Schnellanschluss-Technologien zur Anwendung: der Push-in-Federanschluss und der Push-Lock-Federanschluss (siehe Kastentext). Der Push-in-Federschluss der Serie SPT ist der optimale Anschluss für vorkonfektionierte flexible Leiter mit Aderendhülse, zum Beispiel bei der internen Geräteverdrahtung. Der Leiter kann direkt und werkzeuglos in die Klemmstelle eingeführt werden. Hier erfolgt eine sichere Kontaktierung durch die Feder. Damit entfällt auch eine potenzielle Fehlerquelle, die in der industriellen Serienfertigung auftreten kann, nämlich ein falsches Anzugsdrehmoment der Klemmstelle.

Bild 2: Die Leiterplattenklemmen aus der Serie PL werden auf einfache Weise kontaktiert: der Leiter wird eingeführt, der Hebel geschlossen, und schon steht die Verbindung.

Bild 2: Die Leiterplattenklemmen aus der Serie PL werden auf einfache Weise kontaktiert: der Leiter wird eingeführt, der Hebel geschlossen, und schon steht die Verbindung.Phoenix Contact

Eine weitere Schnellanschluss-Technik ist der Push-Lock-Federkraftanschluss; über diese Technik verfügt die PL-Serie von Phoenix Contact. Die Technik basiert auf dem „Einhand-Kipphebel­prinzip“ und ermöglicht einen einfachen und werkzeuglosen Anschluss eines Leiters mit und ohne Aderendhülse. Durch die orange abgesetzten Hebel ist eine intuitive Bedienung mit anwendergerechten Bedienkräften problemlos möglich. Dieses Bedienprinzip ist nicht nur bei der internen Geräteverdrahtung von Vorteil, sondern auch bei der Feldverdrahtung. Die Leiterplattenklemme wird offen ausgeliefert, so dass bei der Verdrahtung vor Ort der Hebel nach der Einführung des Leiters nur noch geschlossen werden muss. Durch diese Funktion wird bei jedem Leiteranschluss Zeit gespart (Bild 2). Außerdem können die Steckverbinder dieser Serie auch mit starren und flexiblen Leitern mit Aderendhülse bei geschlossenen Hebeln durch die Push-in-Technik beschaltet werden.

Bild 3: Die Leiterplattenklemme aus der Serie SPTA besitzt einen Brückenschacht – damit ist eine komfortable Potenzialverteilung möglich.

Bild 3: Die Leiterplattenklemme aus der Serie SPTA besitzt einen Brückenschacht – damit ist eine komfortable Potenzialverteilung möglich.Phoenix Contact

Push-in- und Push-Lock-Anschlusstechnik werden beide im Produkt-Programm von Phoenix Contact bis zu einem Strom von 76 A und bis zu einem Leiterquerschnitt von 16 mm2 angeboten. Die SPT-Serie ist in horizontaler und vertikaler Anschlussrichtung erhältlich. Außerdem wird das Produkt-Programm aktuell um eine weitere brückbare Variante (SPTA) erweitert, die mit einem Winkel von 30° zur Leiterplatte geneigt ist (Bild 3). Die Klemmen aus der PL-Serie sind in horizontaler Anschlussrichtung erhältlich, die 41-A-Variante gibt es auch als eine um 30° zur Leiterplatte geneigte Version.

Kodiermöglichkeiten verhindern Fehler

Bild 4: Durch die farbliche Kodierung sowie durch die Beschriftungs- und Bedruckungsflächen können die Leiter eindeutig der Klemmstelle zugeordnet werden.

Bild 4: Durch die farbliche Kodierung sowie durch die Beschriftungs- und Bedruckungsflächen können die Leiter eindeutig der Klemmstelle zugeordnet werden.Phoenix Contact

Im industriellen Umfeld erfolgt die Verdrahtung häufig unter Zeitdruck. Um hier Verdrahtungs­fehler zu vermeiden, besitzen die Leiter­plattenklemmen eine Beschriftungs- und Bedruckungsfläche – eine Voraussetzung dafür, dass die Leiter den Klemmstellen einwandfrei zugeordnet werden können. Durch die Einzelscheiben-Bauweise können die Gehäuse zudem von Pol zu Pol farbig codiert werden (Bild 4). So besteht die Möglichkeit, je nach Kundenwunsch eine individuelle und mehrpolige Leiterplattenklemme mit verschiedenen Farben auszuführen, beispielsweise in den Farben der anzuschließenden Leiter.

Schnellanschlusstechnik auf einen Blick

Push-in-Federanschluss

Die Push-in-Feder vereint die Vorteile der Schenkelfeder mit denen der Zugfeder, so dass der Anschluss des Leiters ohne zusätzliches Werkzeug in Direktstecktechnik erfolgt. Durch den fest vorgegebenen Käfig der kombinierten Feder wird ein seitliches Verrutschen des Leiters ausgeschlossen. Somit ermöglicht die Push-in-Feder den werkzeuglosen Anschluss insbesondere von großen Leiterquerschnitten mit moderatem Kraftaufwand.

Push-Lock-Federanschluss

Die Push-Lock-Feder ermöglicht durch das „Einhand-Kipphebelprinzip“ den einfachen und werkzeuglosen Anschluss eines Leiters mit und ohne Aderendhülse. Der starre oder flexible Leiter wird einfach in die geöffnete Klemmstelle eingeführt und durch Betätigung des Kipphebels über die Push-Lock-Feder sicher angeschlossen. Alternativ können die Leiter bei geschlossenem Hebel auch durch die Push-in-Technik direkt gesteckt werden.