PI-Vorstandsvorsitzender Karsten Schneider auf der SPS IPC Drives: "Die Spezifikation steht bereits nach einem Jahr intensiver Arbeit."

PI-Vorstandsvorsitzender Karsten Schneider auf der SPS IPC Drives: „Die Spezifikation steht bereits nach einem Jahr intensiver Arbeit.“ Redaktion IEE

„Damit sind die entscheidenden Schritte der grundsätzlichen Konzeption und detaillierten Spezifikationsausarbeitung getan“, betonte Karsten Schneider auf der SPS IPC Drives. Gestartet war das Projekt vor einem Jahr, zur SPS IPC Drives 2017, mit einem Memorandum of Understanding. Die jeweiligen Stärken – sowohl in der Technik als auch in der Marktdurchdringung – mussten für eine fehlersichere Controller- Controller-Kommunikation zusammengebracht werden: Die bewährten Protokoll-Sicherungsmechanismen von Profinet wie Watchdog-Überwachung und SIL-Monitor können übernommen werden. Anpassungen in den Zustandsmaschinen, den Protokoll-Datagrammen und der Initialisierung sind dagegen notwendig. Schließlich kommunizieren gleichberechtigte Controller untereinander, anstatt ein Controller (Master) mit unterlagerten Devices.

Beliebige Netzwerktopologien

Die Szenarien von Industrie 4.0 im Blick, ist für eine Akzeptanz des Standards auch die Unterstützung flexibler Anlagenstrukturen mit wechselnden Kommunikationspartnern entscheidend, Stichwort: modulare Maschinen mit wechselnden Aggreaten (Autonomous Guided Vehicles (AGVs), Autonomous Moving Robots (AMRs), Werkzeugwechsler, Etikettier-Stationen). „Auch das ist gelöst“, so Schneider. Safety over OPC UA wird beliebige Netzwerktopologien (Linie, Stern, Ring) unterstützen, deren Teilnehmer auch im Betrieb an- und abgekoppelt werden können. Ein vorhandenes Interface (Stecker) kann abwechselnd von verschiedenen Partnern (Geräten) genutzt werden. „Anders als bei allen heutigen funktional sicheren Kommunikationsprotokollen müssen nicht mehr alle Teilnehmer schon bei der Projektierung gegenseitig bekannt gemacht werden“, zeigt Schneider den Vorteil auf. Dadurch wird es möglich, der Anlage zum Beispiel einen mobilen Roboter hinzuzufügen, ohne alle feststehenden Maschinen neu parametrieren zu müssen.

Der entsprechende Entwurf der Spezifikation ist ausgearbeitet und das Review in den Gremien kann starten. Eine erste Probe-Implementierung als Proof of Concept wurde auf dem PI-Gemeinschaftsstand auf der SPS IPC Drives 2018 gezeigt.