Daten aus der Produktion transparent machen

Vom Auftragsfertiger zum Komplettdienstleister – diesen Weg ist BMK wie viele Elektronikfertiger in den letzten Jahren gegangen. Das in Augsburg ansässige EMS-Unternehmen fing in den 90er-Jahren mit relativ simplen Dienstleistungen an. „OEMs waren froh, wenn sie eine Firma kannten, die eine Werkgruppe bestücken konnte und die Qualität gepasst hat“, erinnert sich Mit-Gründer Stephan Baur. „Gearbeitet wurde in der Regel mit beigestelltem Material.“ Doch das änderte sich im Lauf der Zeit deutlich. Nach 24 Jahren in der Branche reicht für BMK das Portfolio mittlerweile über den gesamten Produkt-Lebenszyklus hinweg – und umfasst Entwicklung, Fertigung, Test, Verpackung, Lieferung an Endkunden sowie den After-Sales-Bereich.

Bayern

Stephan Baur vom Augsburger EMS-Unternehmen BMK will Big Data aus der Produktion nutzbar machen. BMK

Zudem haben sich die Augsburger vorgenommen, die Fertigung transparenter zu gestalten. Im Rahmen des Forschungsprojekts „TriP – Transparenz in der Produktion“ untersucht das Unternehmen gemeinsam mit der Hochschule Augsburg, der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer Instituts und mittelständischen Firmen die Nutzung von Cloud-Computing aus Produktionssicht. „Digitalisierung ist als Schlagwort omnipräsent, aber speziell in der Elektronikfertigung ist es gar nicht so einfach, die Daten zu erfassen und an die Maschinen heranzukommen“, erläutert Baur. „Diese sind oft nicht für das Internet der Dinge ausgelegt. Um an relevante Daten zu kommen, muss man sie teils nachträglich mit kleinen IoT-Modulen ergänzen.“ Die erhobenen Daten gelte es dann zu speichern, zu analysieren – und dabei im besten Fall bisher unbekannte Korrelationen auszumachen.

Die Aufgabe, geeignete Fachkräfte zu binden, ist bei BMK wie bei vielen Unternehmen aus der Elektronik-Branche ein Dauerbrenner. Stephan Baur will dafür auf der einen Seite junge Talente möglichst früh auf die Firma aufmerksam machen – und hält dazu einen Teil der Vorlesung für junge Mechatroniker an der Hochschule Augsburg. Gleichzeitig soll das vorhandene Potenzial genutzt werden, indem Mitarbeiter einander gegenseitig in der sogenannten BMK-Akademie zu unterschiedlichen Themen schulen.

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