Bosch will seinen Umsatz im Bereich der Elektromobilität bis 2025 auf fünf Milllarden Euro verzehnfachen. Vor allem in China möchte das Unternehmen seine Technik in Elektroautos unterbringen. Dort ist Bosch laut eigenen Angaben im Pkw-Bereich bereits Marktführer.

Volkmar Denner will im Bereich künstliche Intelligenz 3000 Spezialisten einstellen.

Volkmar Denner will im Bereich künstliche Intelligenz 3000 Spezialisten einstellen. Bosch

In dem Reich der Mitte beginnt in diesem Jahr die Serienfertigung für die E-Achse, einem kompakten Antrieb für Elektroautos. Und vor wenigen Wochen startete die Großserienproduktion einer neuartigen 48-Volt-Batterie. Bis 2030 sollen laut Bosch weltweit 20 Prozent der Neufahrzeuge mit einem 48-V-System teilelektrifiziert sein.

Auch von der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen will das Unternehmen profitieren. Der Konzern geht davon aus, dass 2030 jedes vierte neue Nutzfahrzeug zumindest teilelektrisch angetrieben wird, in China nahezu jedes dritte. Zum Produktportfolio des Unternehmens für emissionsfreien Warenverkehr gehören 36-Volt-Antriebe für Cargo-Bikes, E-Antriebe für leichte Nutzfahrzeuge wie dem Streetscooter, E-Achsen für leichte und schwere Transporter, elektrifizierte Achsen für Lkw-Sattelanhänger sowie künftig Brennstoffzellen-Antriebe für 40-Tonner.

Bosch will 3000 Experten für künstliche Intelligenz einstellen

In der künstlichen Intelligenz sieht Unternehmenschef Volkmar Denner eine Kernkompetenz für die Zukunft. Deshalb will das Unternehmen 3000 KI-Experten einstellen, um die Mitarbeiterzahl in diesem Bereich zu vervierfachen. „Bis Mitte der kommenden Dekade sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein“, sagte Denner bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen. Zwar dominierten amerikanische und chinesische Unternehmen bei KI für die Konsumindustrie,  aber ohne Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude bleibe ihr Potenzial hinter dem der industriellen
KI zurück. Denner will „als Innovationsführer KI selbst beherrschen und zur Weltspitze gehören“.

An nahezu 150 Projekten arbeiten die Mitarbeiter des Bosch Center for Artificial Intelligence. Ein Beispiel ist das Sensorsystem Sound See. „Der Algorithmus von Sound See verwendet maschinelles Lernen, um zu hören, was defekt ist“, erklärte Denner. Es soll Maschinenausfälle präzise vorhersagen und so Wartungskosten reduzieren sowie Produktivität steigern. Mitte des Jahres soll es in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz kommen. Kommerzielle Anwendungen sieht Bosch in Industrie, Gebäude und Fahrzeugbau. Ein weiteres Beispiel für die Fortschritte im Bereich KI ist eine Multifunktionskamera für das automatisierte Fahren, die Bildverarbeitungsalgorithmen mit Methoden der KI verbindet. Das Ergebnis ist eine intelligente Kamera fürs Auto, die beispielsweise Fußgänger sehen und gleichzeitig ihr Verhalten erkennen sowie vorhersehen kann.

Ergebnisniveau soll 2019 abgesichert werden

Bosch hatte im Jahr 2018 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 77,9 Milliarden Euro gesteigert. Den vorläufigen Zahlen zufolge blieb das operative EBIT konstant bei 5,3 Milliarden Euro. In diesem Jahr hatte sich die Mitarbeiterzahl weltweit um 7800 erhöht.

Im Jahr 2019 will der Konzern sein hohes Ergebnisniveau absichern. „Ausschlaggebend für unseren verhaltenen Ausblick sind weiterhin zahlreiche geopolitische Entwicklungen wie der offene Ausgang des Brexits und diverse Handelsstreitigkeiten“, sagte Professor Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und für Finanzen verantwortlich. Zudem verderbe ein aggressiver Wirtschaftsprotektionismus in Form von Strafzöllen oder der Aufkündigung von Freihandelsabkommen die Konsum- und Investitionslaune. Ungeachtet davon will sich Bosch im laufenden Jahr besser entwickeln als die relevanten Märkte und trotz großer Vorleistungen das Ergebnisniveau sichern.