Ein Grund für das Wachstum sind die etwa 300 Neukunden, die das Unternehmen in diesem Jahr bereits gewinnen konnte. Daher hält das Unternehmen an seinem Ziel, „einen Neukunden pro Kalendertag“, auch weiterhin fest. Um den steigenden Stückzahlen Herr zu werden, investiert B&R in Maschinen für die eigene Fertigungstiefe sowie an den Standorten Eggelsberg und Gilgenberg. Außerdem sollen zu den 2018 gegründeten Niederlassungen in Irland, Malaysia, Thailand und Vietnam im Jahr 2019 weitere in Mexiko, Portugal und Australien hinzukommen.

Von 0 auf 500000

Stolz war Wimmer vor allem auf die Entwicklung im Bereich der Antriebstechnik. Hier ließ er dann doch zwei Zahlen fallen: Vor 15 Jahren verkaufte B&R exakt 0 Achsen, heute sind es 500000 pro Jahr. Auf der SPS IPC Drives zeigt das Unternehmen ein Update seines im letzen Jahr vorgestellten Linearantriebssystem AcoposTrak. Laut Rober Kickinger, Manager Mechatronic Technologies, soll die Mensch-Track-Kollaboration eine „neue Dimension in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine“ einläuten. Dabei gibt es sichere Handarbeitsplätze am Track, indem Shuttle-Geschwindigkeit und -Kraft sicher begrenzt werden. Dafür hat der Automatisierer fünf Sicherheitsfunktionen in das AcoposTrak integriert: Safe Torque Off (STO), Safely Limited Speed (SLS), Safely Limited Force (SLF), Safe Direction (SDI) und Safe Maximum Speed (SMS). In anderen Bereichen des Tracks fahren die Shuttles weiterhin mit voller Dynamik. Sicherheitssysteme wie Laserscanner sollen erkennen, wenn sich ein Mitarbeiter dem Track nähert, woraufhin die Geschwindigkeit reduziert wird. Eine entsprechende Applikation zeigt das Unternehmen auf der Messe, in die zusätzlich noch ein Roboter des Mutterkonzerns ABB integriert ist.

Bildergalerie
Hans Wimmer, Geschäftsführer von B&R, zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. „Wir können uns so entwickeln, wie vor der Übernahme .“
Rober Kickinger, Manager Mechatronic Technologies: "Handarbeitsplätze an Transportsystemen sind auch im Zeitalter von Industrie 4.0 unverzichtbar".
Auf der SPS IPC Drives zeigt B&R die Interaktion von Mensch, Track und Roboter.
Anton Meindl, Vice President Product Strategy & Innovation bei B&R bei seinem Vortrag zur Smart Camera: „Vision Systeme erobern die Fertigung“
Die Kameras von B&R gibt es auch in einer Variante mit integrierter Beleuchtung.
Die Cloud-Anwendung Asset Performance Monitor erfasst rund um die Uhr Maschinendaten, bereitet sie auf und stellt sie übersichtlich dar.

Baukasten für Smart Cameras

Weiterhin präsentierte Anton Meindl, Vice President Product Strategy & Innovation, die Fortschritte der ebenfalls auf der SPS 2017 angekündigten Embedded-Vision-Systeme im Bereich Machine Vision. Diesbezüglich wird es auf der SPS IPC Drives die Kameratypen Smart Sensor und Smart Camera zu sehen geben, mit denen B&R in den Vision-Markt einsteigt. Für Smart Sensor und Smart Camera stehen drei Bildsensoren von 1,3 bis 5 MP zur Verfügung. Zudem gibt es zwei Gehäusevarianten der Kameras: mit integriertem Objektiv oder mit standardisiertem C-Mount. Die integrierten Objektive verfügen über einen elektronischen Fokus und haben Brennweiten von 4,6 bis 25 mm. Somit können sich Anwender das für sie passende Modell zusammenstellen.

Die Kamera benötigt lediglich ein Kabel. Über einen M12-Hybridanschluss wird die Kamera in das Maschinennetzwerk eingebunden und gleichzeitig mit 24 VDC versorgt. Ein zweiter Hybridanschluss ermöglicht eine Daisy-Chain-Verkabelung mit weiteren Kameras oder dem Beleuchtungsportfolio von B&R. Bei der Bildverarbeitung kommen die Machine-Vision-Algorithmen von MVTec zum Einsatz. Die dafür notwendige Rechenpower steckt in der Kamera selbst.

Erste Cloud-Applikation von B&R

Mit dem Asset Performance Monitor bietet B&R seine erste Cloud-Applikation an, die auf ABB Ability basiert. Maschinenbauer erhalten mit der Anwendung einen Überblick über alle ihre Maschinen im Feld, denn die Applikation erfasst rund um die Uhr Daten, wie Produktionsrate, Energieverbrauch oder Temperatur. Anwender legen fest, welche Informationen sie benötigen und die Anwendung berechnet automatisch Key-Performance-Indikatoren (KPIs), wie die Gesamtanlageneffektivität. Zudem bereitet der Asset Performance Monitor die Daten auf und stellt sie übersichtlich dar. Auf Basis dieser Informationen kann der Maschinenbauer zum Beispiel seine Maschinen laufend optimieren und seinen Kunden besseren Service anbieten. Um die Daten zu sammeln, wird eine Maschine oder eine Produktionslinie über ein Edge-Device angeschlossen, wobei der PC die Daten mittels OPC UA von der Maschinensteuerung erhält und sie mit dem MQTT-Protokoll an die Cloud weitergibt.

SPS IPC Drives 2018: Halle 7, Stand 114