„Wir haben bewusst Experten ausgewählt, die jeweils aus ihrer Sicht einen Einblick in die Arbeit mit 5G geben können“, so Prof. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der Smart Factory-KL. „Nur so konnten wir der Breite des Themas gerecht werden und wichtige Fragen zu 5G beleuchten.“  Er selbst referierte zur “Bedeutung von 5G in der Produktion”. So ist 5G aus seiner Sicht bisher die einzige Technologie, mit der im industriellen Umfeld unterbrechungsfrei großen Datenmengen transportiert werden können.

Refrenten bei SmartFactory-KL

Die Referenten (v.l.n.r.): Prof. Dominik Durner, Dr. Hermann Buitkamp, Dr. Martin Verlage, Prof. Martin Ruskowski. SmartFactory-KL/ K. Schäfer

Dr. Hermann Buitkamp vom VDMA unterstreicht diese Aussage. Er sprach über “Lokale Mobilfunknetze, Bedeutung für die Landwirtschaft.” Er bedauerte, dass in vielen Regionen Deutschlands diese Kommunikation nicht möglich ist, weil das Mobilfunknetz gar nicht oder nur unzuverlässig arbeitet – mit Folgen. So schließen immer mehr Bauernhöfe, weil alternative Einkommensmöglichkeiten wie Ferienwohnungen, Hofläden und Homeoffice nicht möglich sind: „Keine Familie macht Ferien auf dem Bauernhof im Funkloch.”

Auch Prof. Dominik Durner kennt das Problem. In seinem Vortrag “Anwendung von 5G im Weinbau” beschreibt er die heutigen und zukünftigen Herausforderungen für die Winzer. „Wir arbeiten in ländlichen Räumen, z.T. schwer zugänglichen Gebieten und meist in hügeligem Gelände. Bisher ist dort keine zuverlässige Datenübertragung mit entsprechend kurzen Latenzzeiten und ausreichender Frequenz möglich.” So ist es für die deutschen Winzer mühsam, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. „Ohne sichere Mobilfunknetze ist das schwierig.”

Dr. Martin Verlage, Geschäftsführer von KL Digital beschreibt in seinem Vortrag “5G, Smart City, Digitale Stadt – Modellregion Kaiserslautern” die Herausforderungen der Implementierung von 5G in der Stadt. „Das sind nicht nur technische Themen, sondern neue Anforderungen für die Genehmigungsprozesse. Antennen für 5G werden auch an bisher ungewohnten Standorten stehen. Wenn ein Mobilfunkanbieter Antennen auf Ampeln oder an Straßenleuchten anbringen möchte, dann muss er den entsprechenden Besitzer fragen. Jede Kommune kann den Besitz und die Betreuung der Einrichtungen individuell regeln. Ebenso muss geklärt werden, wer die Verantwortung trägt, wenn die Antenne beschädigt wird.” Was banal klingt, hat in der Praxis große Auswirkungen. „Eine klare Positionierung für die Nutzung öffentlicher Infrastruktur ist noch in der politischen Diskussion. Da der 5G-Ausbau bevorsteht, benötigen die Kommunen bald klare Grundlagen.

„Da haben wir es in der Industrie einfacher”, ergänzt Ruskowski in der Abschlussdiskussion. „Bei uns geht es in erster Linie um Funktionalität, Optik kommt an zweiter Stelle.” Einig waren sich alle Redner in der Forderung, dass flächendeckender Mobilfunk essenziell für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ist.