Welche Bedeutung hat C-V2X wirklich für die Automobilbranche? Seit der Revolutionierung des Transports durch das Modell T von Henry Ford gab es in der Automobilindustrie keine derart große Veränderung mehr wie jetzt. Diese aktuelle Revolution wird angetrieben durch Technologie und ein wachsendes Bedürfnis nach Sicherheit, Effizienz und Komfort. Innovation verändert das Auto, wie wir es kennen – der Wettlauf um automatisiertes Fahren wird immer härter, und weltweit laufen bereits viele Versuche.

Autos werden intelligenter. Sie werden zu Knotenpunkten intelligenter Sensoren, die kontinuierlich Informationen erzeugen und mit ihrer Umgebung und der Cloud austauschen. Jedes Auto wird mit hunderten von Sensoren ausgestattet sein, angefangen von nach innen und außen gerichteten Kameras bis hin zu Technologien wie Radar, Lidar und GNSS (Globales Navigationssatellitensystem). Diese Sensoren können viele Daten generieren: bis zu 11 Petabyte pro Jahr bis zum Jahr 2020.

Diese Veränderung wird sich nicht nur auf die Automobilindustrie auswirken. Alles, angefangen von der Infrastruktur einer Stadt bis hin zum Leben der Einwohner, kann sich ändern, und intelligentere Transportsysteme können eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Städte hin zu nachhaltigen, effizienten, komfortablen und kooperativen Lebensräumen spielen.

Eckdaten

Durch Cellular-V2X können Fahrzeuge direkt lokal (ohne Mobilfunknetzwerk) mit anderen Fahrzeugen (V2V), mit Fußgängern (V2P) und mit der Straßeninfrastruktur (V2I) kommunizieren. Außerdem können Fahrzeuge durch C-V2X auch über ein Mobilfunknetz mit der Cloud kommunizieren (V2N). C-V2X ist in 3GPP Release 14 standardisiert und definiert zwei ergänzende Kommunikationsarten, die zusammen eine breite Palette an Anwendungsszenarien ermöglichen: C-V2X Direct Communications und C-V2X Network Communications.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Unfälle im Straßenverkehr die häufigste Todesursache bei Personen zwischen 15 und 29 Jahren. Aktuell sterben jährlich weltweit mehr als 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen. Autonomes Fahren kann dabei helfen, die Straßen sicherer und das Reisen effizienter zu machen, die Luftverschmutzung zu reduzieren und für ein angenehmeres Fahrerlebnis zu sorgen.

C-V2X für das autonome Fahren

Es gibt zwar erfreuliche Fortschritte bei Radar-, Lidar- und Kamerasystemen, doch diese Sensoren sind durch ihre Blickrichtung eingeschränkt. Eine neue Technologie namens Cellular-Vehicle-to-Everything (C-V2X) ergänzt die Fähigkeiten dieser Sensoren und liefert einen 360-Grad-Rundumblick ohne direkte Sichtverbindung (Non-line-of-sight, NLOS). Dies ermöglicht es dem Fahrzeug, weiter zu „sehen“ – selbst bei unübersichtlichen Kreuzungen und schlechtem Wetter. Durch die Ergänzung anderer Sensoren bietet C-V2X höhere Vorhersehbarkeit und Zufallsunabhängigkeit, indem Standort, Geschwindigkeit, Richtung und sogar die geplanten Fahrmanöver (Absicht) übertragen werden. Ohne Cellular-V2X können diese Sensoren diese Parameter nur schätzen, anstatt sie vorherzusagen. Und tatsächlich wird es die Grundlage für das sichere vernetzte Fahrzeug der Zukunft sein, das mit anderen Fahrzeugen, mit Fußgängern, mit der Straßeninfrastruktur und mit der Cloud „reden“ kann – also eigentlich mit allem.

C-V2X ergänzt die anderen Sensortypen.

C-V2X ergänzt die anderen Sensortypen. Qualcomm

C-V2X für sichereren Straßenverkehr

Durch C-V2X können Fahrzeuge direkt lokal (ohne Mobilfunknetzwerk) mit anderen Fahrzeugen (Vehicle-to-Vehicle oder V2V), mit Fußgängern (Vehicle-to-Pedestrian oder V2P) und mit der Straßeninfrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure oder V2I) kommunizieren. Außerdem können Fahrzeuge durch C-V2X auch über ein Mobilfunknetz mit der Cloud kommunizieren (Vehicle-to-Network, V2N).

C-V2X ist in 3GPP Release 14 standardisiert und definiert zwei ergänzende Kommunikationsarten, die zusammen eine breite Palette an Anwendungsszenarien ermöglichen:

  • C-V2X Direct Communications bezeichnet die direkte lokale Kommunikation V2V, V2I und V2P, um die aktive Sicherheit zu unterstützen und die Kenntnis der aktuellen Umgebungssituation zu verbessern, indem wichtige Informationen (beispielsweise Warnungen bei Gefahren auf der Straße) direkt ausgetauscht und erkannt werden können. Dafür erfolgt die Übertragung in dem weltweit harmonisierten 5,9-GHz-ITS-Frequenzband, ohne dabei auf mobile Netzabdeckung oder vorhandene Mobiltelefone angewiesen zu sein.
  • C-V2X Network Communications wiederum ist die netzwerkbasierte Kommunikation V2N, um Telematik, vernetztes Infotainment sowie eine wachsende Vielzahl an erweiterten informativen sicherheitsrelevanten Anwendungsszenarien zu unterstützen. Dabei kommen das 4G- und das neu entstehende 5G-Netzwerk der etablierten Mobilfunknetzbetreiber zum Einsatz.
C-V2X ergänzt die anderen Sensortypen.

DIe Technologe soll bereits 2019 für den kommerziellen Einsatz in Fahrzeugen bereit sein. Qualcomm

Für die autonomen Fahrzeuge von morgen muss sich die Technologie kontinuierlich weiterentwickeln, um den stetig wachsenden Sicherheitsanforderungen und Anwendungsszenarien zu entsprechen. Mit dem Weg hin zu 5G wird diese Weiterentwicklung vorangetrieben. Die Grundlage bildet die C-V2X-Spezifikation 3GPP Release 14, die 2017 fertiggestellt wurde. Aufbauend auf Cellular-V2X bietet 5G noch mehr Möglichkeiten für das vernetzte Fahrzeug. Durch den außergewöhnlich hohen Datendurchsatz, die niedrige Latenzzeit und die verbesserte Zuverlässigkeit von 5G werden Fahrzeuge wichtige Echtzeitdaten teilen können, wodurch das vollständig autonome Fahren unterstützt wird.

Seite 1 von 41234