So bietet der Konzern beispielsweise seine Elektroportalachse AVE 130 oder den neuen elektrischen Zentralantrieb CeTrax für Stadtbusse samt aller notwendigen Komponenten als Systemlösung vollständig aus einer Hand an. Damit können Hersteller konventionelle Niederflur- und Hochflur-Plattformen ebenso wie Low-Entry-Busse auch für elektrisch angetriebene Modelle nutzen, wobei sich nach Angaben von Dr. Mark Mohr, Entwicklungsleiter für die Nutzfahrzeugtechnik bei ZF, „die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten damit wirtschaftlich und komfortabel gestaltet“. Auch in der Langstreckenlogistik müssen nach Ansicht von ZF elektrifizierte Antriebe keine Wunschvorstellung mehr bleiben: „Die Hybridvariante des Nutzfahrzeug-Getriebes TraXon schöpft bislang ungenutzte Energiesparpotenziale bei maximaler Leistung aus“, betont Dr. Mohr.

E-Antrieb für Busse

Verschärfte Abgasgrenzen sowie die öffentliche Debatte um Feinstaubbelastung setzen nicht nur Pkw-Hersteller unter Druck. Besonders steht bekanntlich der öffentliche Personennahverkehr in der Pflicht, Emissionen zu senken und so die Umwelt zu entlasten. Bushersteller sehen sich dadurch hohen Kosten ausgesetzt, was die Integrations- und insbesondere auch Entwicklungsaufwendungen betrifft. Wie ZF die OEMs bei dieser Umstellung unterstützt, das zeigt ein neues Demonstrationsfahrzeug sehr deutlich: In diesem 18 m langen Gelenkbus sorgen gleich zwei Module der bereits praxiserprobten Elektroportal­achse AVE 130 mit insgesamt vier Motoren für kraftvollen Vortrieb. Diese bietet ZF im Systemverbund mit passenden Wechselrichtern, Fahrsteuerung sowie der gesamten Leistungselektronik aus einer Hand an. „Damit garantiert der Konzern optimale Energieeffizienz – und damit auch Reichweite“, fasst Dr. Mohr die Fakten zusammen. Im Hinblick auf die Leistung genügt für einen Standardgelenkzug auch nur eine angetriebene Elektroportal­achse AVE 130.

Gleicher Bauraum

Grundsätzlich unterscheidet sich der für die AVE 130 notwendige Bauraum nicht von dem einer konventionellen Portalachse. Für Hersteller macht das enorme Kosteneinsparungen möglich, da sie für Elektromobilitäts-Lösungen keine eigenen Fahrwerks-Plattformen entwickeln müssen. Dabei lässt sich die AVE 130 mit nahezu jeder gängigen elektrischen Energiequelle kombinieren – von Batterien über Supercaps und Brennstoffzellen bis hin zu Oberleitungen. Sie eignet sich aber auch sehr gut für serielle Hybridkonzepte und Plug-in-Varianten. Das ermöglicht dem OEM und Verkehrsbetrieben eine besonders hohe Flexibilität bei der Auswahl der Energieversorgung. „Eine hohe Servicefreundlichkeit dank standardisierter Großserienkomponenten rundet das Gesamtpaket für die Stadtbuszukunft ab, das ZF mit der elektrischen Niederflurachse AVE 130 geschnürt hat“, konstatiert Dr. Mohr.

Plug-and-Drive mit CeTrax

Neben der bewährten AVE 130 bietet ZF sowohl für Niederflur- als auch für Hochbodenbusse den neuen elektrischen Zentralantrieb CeTrax als Systemlösung an. Dank seines Plug-and-Drive-Ansatzes lässt sich CeTrax in bestehende Fahrzeugplattformen integrieren, ohne dabei größere Änderungen an Fahrwerk, Achsen, Statik oder Differenzial vornehmen zu müssen.

Der elektrische Zentralantrieb CeTrax lässt sich per „Plug-and-Drive“ in bestehende Fahrzeugplattformen integrieren.

Der elektrische Zentralantrieb CeTrax lässt sich per „Plug-and-Drive“ in bestehende Fahrzeugplattformen integrieren. ZF

CeTrax ist mit einer maximalen Leistung von bis zu 300 kW und einem maximalen Drehmoment von 4400 Newtonmetern insbesondere für anspruchsvolle Busanwendungen ausgelegt und bietet nach Angaben des Friedrichshafener Unternehmens „deutliche Gewichtsvorteile sowie einen exzellenten Wirkungsgrad“.

Dr. Mohr sieht in der Lösung viele Vorteile: „Da der Lieferumfang des Systemverbunds ebenfalls Fahrsteuerung und Wechselrichter umfasst, erhalten Hersteller eine bereits abgestimmte Gesamtlösung in Sachen Performance, Effizienz und Lebensdauer. Gleichzeitig spart der OEM Aufwand und Kosten, da ZF die Homologation und Prüfung des Antriebssystems übernimmt.“ Im Praxis-Schnelltest der Redaktion zeigte sich ein entsprechend ausgerüsteter Versuchsträger als ausgesprochen leicht und angenehm fahrbarer Elektrobus – sowohl aus Sicht des Fahrers als auch aus Sicht des Passagiers. Neben dem Einsatzbereich im Bus eignet sich CeTrax auch zur Elek­trifizierung von Verteiler-Lkw.

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