Heute betreut der Verband von Beijing und Shanghai mit 12 Mitarbeitern die deutschen Maschinenbauer  vor Ort. Aktuell sind über 600 VDMA-Mitgliedsunternehmen unter eigenem Namen in China tätig.

Heute betreut der Verband von Beijing und Shanghai mit 12 Mitarbeitern die deutschen Maschinenbauer vor Ort. Aktuell sind über 600 VDMA-Mitgliedsunternehmen unter eigenem Namen in China tätig.Nui7711 – Fotolia.com

„Nach einer längeren Zeit des Wachstums waren die Exporte der deutschen Maschinenbauindustrie nach China in den letzten beiden Jahren rückläufig. 2013 lieferten die deutschen Unternehmen Maschinen und Anlagen im Wert von rund 141 Milliarden RMB (Anm.d.Red. rund 13 Milliarden Euro) ins Reich der Mitte. Damit blieb China, trotz des Rückgangs um 3,7 %, weiterhin wichtigster Absatzmarkt“, erklärte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge auf einer Pressekonferenz des Verbandes in Beijing anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der VDMA-Präsenz in China. Im Gründungsjahr des VDMA-Büros 2004 betrug der bilaterale Handel im Maschinenbau insgesamt rund 70 Milliarden RMB, 2013 lag er bei 166 Milliarden RMB.

Chinesische Maschinenbauer lieferten 2013 Güter im Wert von 33 Milliarden RMB nach Deutschland. „Damit bleibt Deutschland der mit Abstand wichtigste chinesische Handelspartner in der Europäischen Union“, sagte Festge in Beijing. „Aktuell verspüren wir noch keine Trendwende im Exportgeschäft nach China“, so Festge. Während die chinesischen Lieferungen nach Deutschland im ersten Quartal um rund 14 % im Vergleich zum Vorjahr zulegten, lieferten deutsche Maschinenbauer im gleichen Zeitraum rund 3 % weniger Ausrüstungsgüter nach China als noch ein Jahr zuvor. „Allerdings setzen wir auf eine zunehmende Erholung im Laufe des Sommers und sind optimistisch, durch ein besseres Ergebnis im zweiten Halbjahr noch ein einstelliges Exportwachstum für 2014 erzielen zu können“, betonte der VDMA-Präsident.

China wichtiger Investitionsstandort

Der Export sei jedoch nur eine Seite des Chinageschäfts der deutschen Maschinenbauer, denn das Land sei in den letzten zehn Jahren auch zum zweitwichtigsten Investitionsstandort weltweit aufgestiegen. Von 2004 bis 2012 stiegen die Direktinvestitionen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus von 5,7 auf fast 40 Milliarden RMB. „Damit ist China hinter den USA aktuell der zweitwichtigste Auslandsstandort weltweit“, betonte Festge. „Und ich bin sicher, dass die Anzahl unserer Niederlassungen in China in den nächsten Jahren die noch davor liegenden USA überholen wird.“

„Wer in China langfristig gut aufgestellt sein will, muss sich mit einer klaren Strategie für das mittlere Marktsegment positionieren“, betonte Stephanie Heydolph, Chefrepräsentantin des Verbandes in China. Es gebe einen großen Bedarf für Maschinen in diesem Segment. Denn in den nächsten 15 Jahren würden zwei Drittel der chinesischen Bevölkerung in den Städten leben. „Die Urbanisierung mit all ihren technischen Herausforderungen wie Recycling, Abwasserentsorgung, Frischwasserversorgung sowie Ernährung und Transport braucht Lösungen. Ebenso die Erschließung von Energie aus Wasser- oder Windkraft. Auf all diesen Gebieten sind deutsche Maschinenbauer mit ihren technischen Lösungen für die kommende Dekade gut aufgestellt“, so Heydolph.