China belegt bei der Batteriezellenproduktion weiterhin den Spitzenplatz. Die Ergebnisse des Index Elektromobilität von Roland Berger und FKA legen nahe, dass das Reich der Mitte diesen Vorsprung weiter ausbauen wird.

Index Elektromobilität

Index Elektromobilität – China ist unter den Automobilnationen insgesamt am besten auf E-Mobilität vorbereitet. Berger/Roland Berger / fka

„In China wird erwartet, dass die Produktion von Batteriezellen in den Jahren 2017 bis 2022 um mehr als 1000 Prozent gegenüber dem Zeitraum von 2016 bis 2021 steigen wird“, sagte Alexander Busse, Senior Consultant bei FKA. In diesem Bereich drohten die europäischen Länder endgültig den Anschluss zu verlieren. Vor ihnen liegen neben China weiterhin die USA, Südkorea und Japan. Der Studie zufolge spielen derzeit europäische Unternehmen entlang der Batterie-Wertschöpfungskette nur eine untergeordnete Rolle und sind in der Zellproduktion überhaupt nicht vertreten.

Das wollen die Europäer ändern: Anfang 2020 wird der Grundstein für eine Pilotanlage zur Batteriezellfertigung in Frankreich gelegt. Spätestens Mitte der 20er Jahre sollen auch in Deutschland Batteriezellen im industriellen Maßstab hergestellt werden.

Laut Studie sind hohe Investitionen und ein tiefes Technologieverständnis erforderlich, um langfristig bei der Batterieherstellung Fuß zu fassen. Europäische Kooperationen könnten dabei die Lösung sein. „Europäische Automobilhersteller und Zulieferer mit chemischen Hintergrund sollten sich als Investitionspartner positionieren“, empfiehlt Busse. Sie müssten bereit sein, Risiken zu teilen und Investitionen in Milliardenhöhe zusammenzuführen.

In dem Bereich Technologie der Roland-Berger-Studie zur Elektromobilität hat Deutschland allerdings die Führungsrolle von Frankreich übernommen. Die Studie untersuchte die Bereiche Technologie, Industrie und Markt. In der Gesamtbetrachtung liegt die Bundesrepublik auf Platz 3 hinter China und den USA, was die Vorbereitung auf die Elektromobilität betrifft.

Europäische Hersteller haben den Beratern zu Folge Einbußen durch die Umstellung auf den Elektroantrieb. Diese Lücke im Ergebnis könnte in Zukunft durch neue Geschäftsmodelle im Bereich Battery as a Service (BaaS) geschlossen werden. So bieten erste Firmen den Service Battery in the Cloud zur Verwaltung und Überwachung der Akkulaufzeit von Elektrofahrzeugen an. Damit werden Echtzeitdaten unter anderem von der Ladegeschwindigkeit, den Ladezyklen und der Umgebungstemperatur erfasst. Auf dieser Basis können dann Empfehlungen abgegeben werden, was die Fahrweise oder notwendige Wartungsarbeiten betrifft.