Klare Anforderungen an Lieferanten: Investieren!

Liveschaltung ins Application-Center mit Sebastian Bechmann, Leiter Applikation von Christian Koenen.

Liveschaltung ins Application-Center mit Sebastian Bechmann, Leiter Applikation von Christian Koenen. Marisa Robles

Die weiterhin angespannte Liefersituation für Bauteile und Komponenten verlangt den Elektronikfertigern einiges ab, erläutert er anerkennend. Nicht nur, dass es Bauteile gibt, die bereits seit über 20 Jahren und mehr auf dem im Markt sind und auch weiterhin produziert werden. Parallel dazu hat sich ein Bauteile-Universum im Miniaturbereich entwickelt, die es ebenfalls zu verarbeiten gilt. „Die Frage ist, haben wir langfristig mehr Bauteile zu bestücken oder eher weniger? Auch hier gibt es noch keine klare Antwort. Ich denke, das hängt auch sehr stark von der Industrie ab, in der wir uns gerade bewegen.“ Das Unternehmen Christian Koenen sieht sich da in der Pflicht: „Was können wir dazu beitragen? Wir sind Präzisionswerkzeughersteller und als solcher der, der Sie darin unterstützen möchte, Ihren Druckprozess immer weiter zu optimieren“, bekräftigt Michael Brianda an die Teilnehmer gerichtet. Er ist davon überzeugt, dass Elektronikfertiger von Lieferanten ein hörendes Ohr und eine kontinuierliche Investitionsbereitschaft in Technologie und Maschinenpark erwarten und voraussetzen.

Beispiel für die verwendeten Testboards im Application Center.

Beispiel für die verwendeten Testboards im Application Center. Marisa Robles

Dazu gesellt sich der persönliche Kontakt durch motivierte und kompetente Mitarbeiter. „Wir müssen genau hinhören, wenn es darum geht, ein Präzisionswerkzeug herzustellen, denn der kleinste Fehler würde dazu führen, dass Elektronikfertiger nicht ordentlich drucken können.“ Unter Umständen könnten dadurch mehrere Fertigungsstraßen stehen – der Verlust durch Produktionsausfälle wäre immens. Daher ist man sich bei Christian Koenen sehr bewusst, kontinuierlich in Mitarbeiter und auch in den Maschinenpark investieren zu müssen. „Es braucht die Bereitschaft für individuelle Kundenwünsche, es braucht innovative, zuverlässige Fertigungsverfahren. Für uns heißt es, immer wieder zu investieren, damit eine fein abgestimmte Lieferkette in der Lage ist, auch in kürzester Zeit ein Präzisionswerkzeug liefern zu können.“

Damit umreißt Brianda die festgesetzten Ziele von Christian Koenen, künftig verstärkt in Kompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit investieren zu wollen. Derzeit ist die Fertigung am Hauptstandort Ottobrunn-Riemerling im Umbau, da Fräs-, Bohr- und präzise Lasermaschinen angeschafft wurden. Einige von denen sind bereits installiert, sowohl in Ottobrunn als auch in der ungarischen Niederlassung in Györ. Derzeit fertigt das Unternehmen mit etwa 140 Mitarbeitern nahezu 75.000 Siebe und Schablonen pro Jahr. „Innovation bleibt unser Steckenpferd. Wir suchen nach neuen Möglichkeiten, um noch präziser aber auch noch schneller zu fertigen.“ Es gelte den Spagat zu schaffen zwischen einer akkuraten, fein abgestimmten Lieferkette und der Möglichkeit, in kürzester Zeit, zuverlässig zu liefern. Daher habe man sich ein Programm auferlegt, das „Service Excellence“ genannt wird und aus den drei Pfeilern Ziel- und Mitarbeiter-Entwicklungsprogramm sowie QRM besteht. QRM bedeutet Quick Runtime Manufacturing, also im Wesentlichen die Möglichkeit zu schaffen, in kürzesten Zeit Präzisionswerkzeuge zu liefern.

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