„Wir wollen in der Engineering Community das Thema Interdisziplinäres Engineering strukturieren und eine Plattform für den Gedankenaustausch und Lösungen schaffen bis hin zu konkreten Problemlösungen für Use Cases.“ Dr. Rainer Stetter, Geschäftsführer ITQ

„Wir wollen in der Engineering Community das Thema Interdisziplinäres Engineering strukturieren und eine Plattform für den Gedankenaustausch und Lösungen schaffen bis hin zu konkreten Problemlösungen für Use Cases.“ Dr. Rainer Stetter, Geschäftsführer ITQITQ

Gemeinsam Engineering vorantreiben? In einer Community? Wer braucht das? Die Notwendigkeit ist auf der SPS IPC Drives mehr als deutlich zu sehen: Jeder der rund 1.500 Aussteller präsentiert sich in Nürnberg als Anbieter mit den besten Produkten und Lösungen. Dabei ist allen klar: Selbst die Vollsortimenter von Automatisierungslösungen oder Engineeringtools, können keine einzige Maschine allein mit ihren eigenen Komponenten realisieren oder mit einem einzigen Engineeringtool konzipieren. Um zu einer funktionierenden Maschine zu kommen, muss der Maschinenbau Module, Aggregate, Elemente und Komponenten verschiedener Lie­feranten verbauen. Zuvor wurde – hoffentlich – ordentlich geplant, gezeichnet, konfiguriert und programmiert – also engineert.

Die Erkenntnis, dass kein Lieferant alleine den Maschinenbau glücklich machen kann, ist zum Greifen nah und wird spätestens in Zeiten von Industrie 4.0 nicht mehr wegzudiskutieren sein: Miteinander vernetzte und interagierende Cyber Physical Systems – Konstrukte aus Mechanik, Elektronik und ganz viel ‚Cyber‘ (Software) – bergen eine Komplexität, die ganz sicher niemand alleine beherrscht.

Dieses Wissen vor Augen und dem Bewusstsein für die heute bereits bestehende Problemstellung der Maschinen- und Anlagenbauer trafen sich Vertreter von 15 Unternehmen der Komponenten- und Engineeringtool-Industrie zu einem ersten Gedankenaustausch. Das Ziel: Herausfinden, inwieweit diese Unternehmen bereit wären, in einem lockeren Verbund – ähnlich einem sozialen Netzwerk – Dinge gemeinsam voranzubringen. Die übereinstimmende Erkenntnis aller Teilnehmer: Interdisziplinäres Engineering ist das Zukunftsthema schlechthin. Denn ohne schnelles und zielgerichtetes Engineering wird es nicht möglich sein, entsprechend den Markterfordernissen stetig neue, innovative Produkte zu entwickeln. Ein abgestimmtes Engineering ist ebenso wichtig, um disziplinübergreifende Module und Plattformen zu entwickeln und somit Kosten zu sparen.

Als großes Problem für den Maschinenbauer hat sich herauskristallisiert, dass die in den verschiedenen Disziplinen verwendeten Engineering-Werkzeuge nicht aufeinander abgestimmt sind. Deshalb werden immer noch sehr viele Daten von einem Gewerk zum anderen manuell übertragen. Auf der anderen Seite beklagen ToolHersteller, dass Maschinen­bauer zu viele unterschiedliche Anforderungen haben und diese auch nicht klar kommunizieren. Die Konsequenz: Es gibt keine allgemeingültige Lösung.

Um aus diesem Dilemma herauszukommen, bedarf es einer intensiven fachlich-orientierten Kommunikation zwischen Maschinenbauer und Tool/Komponentenhersteller. Diese Kommunikation zu stimulieren und entsprechende Kommunika­tionsforen zu organisieren, ist zentrales Ziel der Engineering-Community. Denn die erste große Hürde für ein harmonisches, über Bereichsgrenzen hinweg abgestimmtes Engineering ist der Mensch beziehungsweise das Rollenverhalten der Personen, die zusammenarbeiten sollen – die das aber manchmal gar nicht wirklich wollen.

SPS IPC Drives 2013
Halle 1, Stand 458