Die hohe Auflösung des Fernbereichs-Lidar HRL131 verbessert die Klassifizierung von Objekten.

Die hohe Auflösung des Fernbereichs-Lidar HRL131 verbessert die Klassifizierung von Objekten. Continental

Als Basis für das neue Fernbereichs-Lidar HRL131, das in bis zu 1000 m Entfernung noch Punktwolken (mindestens drei Punkte) erkennen kann, nutzt Continental eine Technologie des kalifornischen Unternehmens AEye, an dem der deutsche Konzern eine Minderheitsbeteiligung hält. Herzstück des HRL131 ist ein 1550-nm-Laser in Kombination mit einem MEMS-Scanner, dessen Miniaturspiegel sich mit bis zu 12 kHz bewegen.

„Weil sich unsere Lidar-Technologie per Software konfigurieren lässt, können wir Toleranzen und Montageorte leicht austauschen, so dass sich das HRL131 für praktisch jedes Fahrzeugmodell und jede Anwendung optimieren lässt“, betonte Jordan Greene, VP Strategy & Partnerships bei AEye im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK und all-electronics. „Der Lidar-Sensor von AEye und Continental eignet sich durch seine hohe dynamische räumliche Auflösung mit großer Reichweite ideal für Anwendungen in Personen- und Nutzfahrzeugen“, ergänzte Gunnar Jürgens, Leiter des Segments Lidar in der Geschäftseinheit Fahrerassistenzsysteme bei Continental. Preislich wird der HRL131 klar im vierstelligen Euro-Bereich liegen, was im ursprünglich von AEye anvisierten Marktsegment Aerospace ja eher moderat ist.

Continentals neuer Fernbereichs-Lidar HRL131 im Video

Fernbereichs-Lidar für Automatisiertes Fahren ab Level 3

Der Fernbereichs-Lidar-Sensor HRL131 tastet seine Umwelt mit einem Winkel von 128 ° x 28 ° ab und erkennt auch in 1000 m Entfernung noch Punktwolken.

Der Fernbereichs-Lidar-Sensor HRL131 tastet seine Umwelt mit einem Winkel von 128 ° x 28 ° ab und erkennt auch in 1000 m Entfernung noch Punktwolken. Continental

So erkennt der neue Sensor, der 2024 SOP in einem Premium-Fahrzeug haben soll, Fahrzeuge in über 300 m (bei 10% Reflexion) sowie Fußgänger in über 200 m Entfernung. Straßenüberführungen und Verkehrszeichen nimmt der Sensor sogar mit 1000 m Abstand wahr. Darüber hinaus detektiert der HRL131 auch kleine, schwach reflektierende Objekte wie Backsteine oder Reifen sogar auf eine Distanz von 160 m noch mit mehreren Messpunkten, was eine Kernvoraussetzung für das Automatisierte Fahren sowohl im Pkw als auch im Lkw ist. Continentals Aufgabe besteht jetzt Gunnar Jürgens zufolge darin, „diese Lidar-Technologie entsprechend den Anforderungen der Automobilindustrie zu industrialisieren“ – und zwar mit dem Ziel, den Sensor für das automatisierte Fahren ab Level 3 zu verkaufen. Die FMCW-Lidar-Technologie wollen AEye und Continental „derzeit nicht nutzen, aber wenn die FMCW-Technologie einen höheren Reifegrad erreicht, dann können wir leicht zu FMCW wechseln“, erklärte Jordan Greene auf Anfrage von AUTOMOBIL-ELEKTRONIK.

Das sind die technischen Details des Lidars HRL13

Auch Telefon- und Stromleitungen über der Fahrbahn erkennt der Lidar-Sensor.

Auch Telefon- und Stromleitungen über der Fahrbahn erkennt der Lidar-Sensor. Continental

Im Innern des ASIL-B-fähigen HRL131 befindet sich ein gepumpter Klasse-1-Laser (IEC 60825, keine Laserdiode), der bei 1550 nm und damit deutlich oberhalb des sichtbaren Spektrums emittiert. Das Abtastfeld gibt Continental mit 128° x 28° an, während die Auflösung bei 10 Hz Frame-Rate 0,05° x 0,075° beträgt. Die Verlustleistungsaufnahme des HRL131 liegt je nach Anwendungsfall zwischen 15 und 25 W. Auch im direkten Sonnenlicht oder bei Nacht soll es keine Beeinträchtigungen der Funktionalität geben. Ein Heizelement für die kalte Jahreszeit ist bereits eingebaut, ein Wischer hingegen optional.

HFL110: Continentals Nahbereichs-3D-Flash-Lidar für Ende 2021 geplant

Schon Ende 2021 soll Continentals Nahbereichs-3D-Flash-Lidar HFL110 in Premiumfahrzeugen als Teil des Systems für hochautomatisiertes Fahren SOP haben – und zwar als „erster hochauflösender Lidar-Sensor ohne bewegliche Komponenten weltweit, der in der Automobilbranche in Serie geht“, so Gunnar Jürgens.