Continental hat beschlossen, die Produktion von Automobilelektronik in Karben bis Ende 2023 einzustellen und den Standort bis Ende 2024 zu schließen. Von der Entscheidung sind insgesamt rund 900 Arbeitsplätze betroffen. Hintergrund der Werksschließung seien die Auswirkungen der Digitalisierung der Fahrzeugtechnik sowie die weltweite Absatzkrise von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Verbindung mit der Aussicht auf einen sich nur langsam erholenden Markt, teilte das Unternehmen mit.

Continental hat einen groß angelegten Umbauplan beschlossen.

Continental hat einen groß angelegten Umbauplan beschlossen. Continental

Ferner soll es am Standort Regensburg eine Transformation geben. Künftig sollen dort wie bisher schon Entwicklungs-, Innovations- und Produktionseinheiten angesiedelt sein. Darüber hinaus soll der Standort als Sitz der Geschäftsleitung fungieren. Für seine Zukunftsperspektive sei eine Neuausrichtung notwendig, von der rund 2100 Arbeitsplätze (insgesamt am Standort: rund 7600) in Produktion, Entwicklung und Verwaltung betroffen seien, kommunizierte der Zulieferer. Diese sollen bis 2024 entweder verändert, verlagert oder abgebaut werden.

Die Entscheidungen seien eine Folge der historische Krise in der Automobilindustrie und den geänderten Anforderungen durch zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung, teilte Continental mit. Mit der fortschreitenden Digitalisierung sowie der damit verbundenen starken Zunahme von Softwareanteilen im Auto sehe das Unternehmen gleichzeitig Potenzial, künftig neue Aufgaben am Standort anzusiedeln und wettbewerbsfähige Lösungen zu entwickeln und zu produzieren. Speziell für eine wettbewerbsfähige Fertigung in Regensburg werde deswegen zusammen mit den Arbeitnehmervertretern an einem Zukunftsplan gearbeitet. Kernelemente seien dabei die Qualifizierung der Mitarbeiter, eine Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle und eine zunehmende Digitalisierung der Fertigung.

Insgesamt werden rund 30.000 Arbeitsplätze weltweit von dem Programm „Transformation 2019-2029“ betroffen sein. „Das heißt nicht automatisch 30.000 Kündigungen!“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart. Denn Entlassungen seien für sie immer das allerletzte Mittel. Sie würden daher jetzt gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern Lösungen suchen, um die von den Veränderungen betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen und Beschäftigungsperspektiven zu fördern. Ein wichtiger Schlüssel dazu sei Qualifizierung.