So viele Maschinenbauer spüren Beeinträchtigen durch den Corona-Virus.

So viele Maschinenbauer spüren Beeinträchtigen durch das Corona-Virus. VDMA

Fast jeder zweite betroffene Betrieb (45 %) leidet unter ‚gravierenden‘ oder ‚merklichen‘ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 % blieben bisher verschont. „Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt wurden, sind nicht in den hiesigen Werken angekommen. Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen“, sagte der Chefvolkswirt des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dr. Ralph Wiechers.

Welche Beeinträchtigungen die Maschinenbauer spüren.

Welche Beeinträchtigungen die Unternehmen spüren. VDMA

Störungen der Lieferketten liegen laut dieser Umfrage insbesondere in Italien (75 % der Betroffenen), Deutschland (55 %), China (51 %), Frankreich (36 %) und den USA (25 %) vor. „Die Lage in China und Südkorea scheint sich allerdings leicht zu entspannen. Zudem berichten viele Maschinenbauunternehmen über eine signifikante Zunahme der Bestellungen ihrer chinesischen Kunden”, erläutert Wiechers

Können die Maschinenbauer Störungen in der Lieferkette abwenden?

Können die Maschinenbauer Störungen in der Lieferkette abwenden? VDMA

75 % passen Kapazitäten an

Deutlich skeptischer sind die Maschinenbauer inzwischen auch hinsichtlich der zu erwartenden Umsatzeinbußen. Knapp 96 % der Unternehmen rechnen 2020 mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren können. Gut 60 % hiervon beziffern diese Rückgänge auf 10 bis 30 %. Um diese abzufangen, haben bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch in Form von Einstellungsstopps und Kurzarbeit. „Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – ist für 12 % der Unternehmen bereits Thema“, erläuterte Wiechers. Knapp drei Viertel der Betriebe erwägen aufgrund unsicherer Geschäftsaussichten und Liquiditätsengpässen eine Kürzung ihrer Investitionsvorhaben für 2020, die Hälfte im Bereich 10 bis 30 % und etwa ein Viertel im Umfang von mehr als 50 %. „Hier nachzuhelfen, sprich: die Investitionen wieder in Gang zu bekommen, wird eine der drängendsten Aufgaben für die Zeit nach Corona sein”, betonte der VDMA-Chefvolkswirt.

Über den VDMA

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vertritt rund 3.300 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen im Inland und einem Umsatz von 230 Milliarden Euro (2019) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.