Daimler bündelt seine konzernweiten Brennstoffzellen-Aktivitäten in der Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. Die Unternehmensgliederung soll später in ein geplantes Joint Venture mit Volvo übergehen. Volvo wird dafür 50 Prozent des Unternehmens erwerben. Die Partner planen, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge für den anspruchsvollen und schweren Fernverkehr in Serie anzubieten.

An der Spitze der Fuel Cell GmbH & Co. KG stehen Dr. Andreas Gorbach (45) und Prof. Dr. Christian Mohrdieck

Dr. Andreas Gorbach (links) und Prof. Dr. Christian Mohrdieck (rechts) werden Geschäftsführer des neuen Brennstoffzellen-Tochterunternehmens Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG . Daimler

Daimler Truck hat erst im April gemeinsam mit Volvo eine vorläufige, nicht bindende Vereinbarung zur Gründung eines neuen Joint Ventures zur serienreifen Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern wie beispielsweise im stationären Einsatz geschlossen.

Dr. Andreas Gorbach (45) und Prof. Dr. Christian Mohrdieck (60) werden als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft bestellt. Beide verfügen über Erfahrung mit konventionellen und alternativen Antrieben, insbesondere Brennstoffzellensystemen. Gorbach zeichnet bereits seit Anfang Mai dieses Jahres in leitender Funktion übergreifend für alle Brennstoffzellen-Themen bei der Daimler Truck AG verantwortlich. In seiner neuen zusätzlichen Position als CEO von Daimler Truck Fuel Cell wird er diese Aufgabe weiterführen.

Prof. Dr. Christian Mohrdieck leitet seit dem Jahr 2003 die Brennstoffzellenentwicklung im Daimler-Konzern und ist Geschäftsführer der heutigen Brennstoffzellen-Entwicklungseinheit Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH, die der neugegründeten Tochtergesellschaft zugeordnet werden wird.

Geschäfte auch mit stationären Brennstoffzellensystemen geplant

Chancen zur Kommerzialisierung der Brennstoffzellen-Technologie durch das geplante Joint Venture mit der Volvo Group soll eine von Daimler Truck und dem britischen Technologiekonzern Rolls-Royce geplante Kooperation im Bereich stationärer Brennstoffzellensysteme aufzeigen. Der Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce plant, für die von ihm entwickelten und vertriebenen Notstromgeneratoren der Produkt- und Lösungsmarke MTU in Rechenzentren zukünftig auf die Brennstoffzellensysteme aus dem geplanten Joint Venture von Daimler Truck und Volvo Group und die Expertise von Daimler auf diesem Gebiet zu setzen. Bis Ende des Jahres soll ein Kooperationsvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet werden.

Daimler hat rund um die Brennstoffzelle mit seinem Standort in Nabern/Deutschland (derzeit Hauptsitz der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH) sowie weiteren Produktions- und Entwicklungsstätten in Deutschland und Kanada in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits Know-how aufgebaut.