Automatisierung besser planen

Die Türme von Hanoi: Per Gestensteuerung lässt sich die Anwendung samt Roboter auf dem Tisch platzieren.

Die Türme von Hanoi: Per Gestensteuerung lässt sich die Anwendung samt Roboter auf dem Tisch platzieren. Redaktion IEE/Machineering

Anhand der Türme von Hanoi – einem mathematischen Knobelspiel – zeigte die Firma Machineering seine Hololens. Vor den Augen der Brillenträger setzte ein Roboter gelochte Scheiben von einem Stab auf den anderen, bis er den kompletten Scheiben-Stapel von links nach rechts versetzt hatte. Dr. Georg Wünsch, Leiter der Entwicklung und Gründer des Unternehmens, demonstrierte dabei ebenfalls die Möglichkeiten der Sprachsteuerung. Er hat dafür eigene Befehle in das Spracherkennungsprogramm Cortana programmiert, um das Hologramm im Raum zu bewegen und den Roboter zu steuern. Für die Geschäftsführerin Beate Freyer liegen die Möglichkeiten der VR in der Schnittstelle zwischen Anlagenbauer und Automatisierungstechniker. Sie ist davon überzeugt, dass „es die Planung erleichtert, wenn der Automatisierer das Modell der Anlage bereits im Vorfeld per Hololens sieht und nicht nur die Daten am Rechner zur Verfügung hat.“ Zudem kann er sich so virtuell frei zwischen den Maschinen bewegen und erhält dadurch einen besseren räumlichen Eindruck von der Anlage.

Überwachen ja, Bedienen nein

Ein Messebesucher testet die Steuerung der Hololens per Gestik. Der Monitor im Hintergrund zeigt die entsprechende Applikation.

Ein Messebesucher testet die Steuerung der Hololens per Gestik. Der Monitor im Hintergrund zeigt die entsprechende Applikation. Redaktion IEE

Die Tatsache, dass „es eben nicht nur die Hololens gibt“, ist für Norbert Huckenbeck, Business Developer bei Progea, ein untrügliches Zeichen, dass die AR im Kommen ist. Auch andere Anbieter drängten auf den Markt. Daraus schließt er, dass die erweiterte Realität nicht nur ein kurzer Hype ist, sondern sich durchsetzen wird. Ähnlich sieht es Markus Stadlhofer, Geschäftsführer des Unternehmens. Für ihn war bereits vor zwei Jahren – mit dem Aufkommen von Google Glass – klar, dass die Technologie ein wichtiger Teil der zukünftigen industriellen Arbeitswelt sein wird. Mit den aktuellen Geräten und Entwicklungen fühlt er sich in dieser Einschätzung bestätigt. Am Messestand des Unternehmens konnten Besucher automatisierte Prozesse mittels Hololens überwachen und individuelle Informationen über – etwa ein Ventil-/Pumpensystem oder ein Wind- und Wasserkraftwerk – erhalten. Allerdings sieht Stadlhofer in der Datenbrille, aufgrund der ungenauen Bedienung und fehlenden Haptik, keinen Ersatz für die Steuerung per Knopf und Regler. Anwender könnten beim Bedienen einer Anlage mit AR Devices durch eine falsche ruckartige Bewegung unerwünschte Funktionen auslösen. Geht es nach Stadelhofer, werden auch in Zukunft haptische Eingabegeräte zum Einsatz kommen. Die Datenbrille wird jedoch die entsprechende Informationen liefern, beispielsweise welche Arbeitsschritte zum Lösen eines Problems oder bei anfallenden Servicetätigkeiten nötig sind.

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