Anwendungsfall Bedienerlokalisierung: Per schwarzem Rahmen (im Hintergrund) und Kamera lokalisiert das Tablet die Position des Bedieners und blendet Icons zu weiteren Informationen und Bedienschritten ein.

Anwendungsfall Bedienerlokalisierung: Per schwarzem Rahmen (im Hintergrund) und Kamera lokalisiert das Tablet die Position des Bedieners und blendet Icons zu weiteren Informationen und Bedienschritten ein.Redaktion IEE

Bei vielen Aktionen muss der Bediener den entsprechende Anlagenteil einsehen – zwingend. Deshalb sind in größeren Maschinen nicht nur ein zentrales Panel verbaut, sondern an neuralgischen Punkten gerne ein zweites oder drittes Gerät. Hier würden mobile Geräte für Kosteneinsparungen sorgen, wäre sichergestellt, dass der Maschinenführer auch tatsächlich am Point of Interest steht und seine Bedieneingriffe beobachtet. Hier kommt National Instruments ins Spiel. Zwar nicht gerade als HMI-Spezialist bekannt, gehört aber auch dies zu einer Kernkompetenz für einen Komplettanbieter in Sachen Mess- und Prüftechnik: Aufbau von Bedienarbeitsplätzen für Prüfstände aller Art und die Visualisierung von Daten. Nicht ohne Grund hat NI bereits entsprechende Smartphone-Apps im Programm und arbeitet an Konzepten, Tablets für die Programmierung zu nutzen.

Mit ihrer Messe-Demo will NI eigentlich nur die inneren Werte ihrer Steuerungsplattform Compact RIO und deren Modularität präsentieren – trendy mittels Tablet animiert. Wird das Tablet auf ein Bild der Steuerung gerichtet – und nur dann – tauchen auf dem Display Icons oder eben auch Bedien-Buttons auf. Die Lokalisierung geschieht mittels der Kamera im Tablet und dem schwarzen Rahmen um das Gerätebild. Nur wenn sich der Rahmen komplett im Kamerafokus befindet, funktio­niert die Animation.

Bedienen nur an bestimmten Orten erlauben

Warum dieses Prinzip nicht auch für den Anwendungsfall ‚Freigabe von Bedienaktionen‘ adaptieren? An den betreffenden Maschinenabschnitt einfach nur einen eindeutigen Marker anbringen, den die Applikation erkennt. Der Marker muss auch nicht zwangsläufig in Blickrichtung des Bedieners angebracht sein. Schließlich hält sich niemand das Tablet direkt vors Gesicht. Die HMI-App auf dem Tablet identifiziert den entsprechenden Maschinenabschnitt und gibt ihn für die lokale Bedienung frei. Gleichzeitig wird der Zugriff auf diesen Anlagenteil am zentralen Bedien-Panel blockiert. Um eine begrenzte Bewegungsfreiheit zu erhalten, könnte die Freigabe auch mit einer Zeitüberwachung kombiniert werden, innerhalb der die Kamera den Positionsmarker erneut erfassen muss, um die Bedien-Session nicht zu unterbrechen. Mehr noch: Setzt sich der BOYD-Gedanke (Bring Your Own Device) durch, lässt sich darüber auch die Rechteverwaltung mit erledigen. Über das Tablet oder Smartphone erkennt die Visualisierung wer Aktionen durchführen will und gibt die Funktionen entsprechend frei: der Servicetechniker darf alles, der Maschinenführer nur das Notwendige.