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Rund 700 laufene Meter Schaltschrank werden jährlich bei der Firma Heldele geplant, aufgebaut und konfektioniert - ohne effiziente Engineering- und Montageabläufe ein teures Unterfangen.
Rund 700 laufene Meter Schaltschrank werden jährlich bei der Firma Heldele geplant, aufgebaut und konfektioniert – ohne effiziente Engineering- und Montageabläufe ein teures Unterfangen.

16 Lizenzen für Eplan Electric P8 Professional laufen inzwischen beim Automatisierungs-Experten Heldele; sieben Hardware-Konstrukteure arbeiten in der Automatisierungstechnik damit, sechs in der Gebäudetechnik und drei im Bereich Umwelt- und Verfahrenstechnik, der am Standort Stuttgart konzentriert ist. „Eplan Electric P8 hat sich bei Heldele durchgesetzt, es ist leistungsfähig und durchgängig“, erklärt Bernd Kümmel, Projektleiter Automatisierungstechnik bei Heldele. In den letzten fünf Jahren wurde konsequent von Alt- und Fremdsystemen auf Eplan umgestellt. „Allenfalls Revisionen werden noch gelegentlich in den Altsystemen durchgeführt“, betont Kümmel. Seit 2011 ist auch Eplan Pro Panel dazugekommen, eine Lösung für den Schaltschrank- und Schaltanlagenbau. „Wir haben jedes Jahr mehrere Großprojekte, da lohnt sich dieses System auf jeden Fall“, meint Kümmel. Schließlich trägt der Bereich Automatisierung mit 16,5 Millionen Euro mit rund 20 % zum Unternehmensumsatz von 83 Millionen Euro bei. Großprojekte – das sind bei Heldele Anlagen mit bis zu 300 Schaltschränken und 150 Bedienpulten.

50 % Zeitersparnis: Der Schaltschrankaufbau muss nur ein einziges Mal konstruiert werden – die Daten stehen dann durchgängig für alle anderen Fertigungsschritte zur Verfügung

50 % Zeitersparnis: Der Schaltschrankaufbau muss nur ein einziges Mal konstruiert werden – die Daten stehen dann durchgängig für alle anderen Fertigungsschritte zur VerfügungHeldele

Zeitersparnis: 50 %

Als Komplettanbieter für Steuerungstechnik betreut Heldele ein Projekt von der Softwareentwicklung über Konstruktion und Schaltschrankbau bis zur Inbetriebnahme und Übergabe an den Kunden. Pro Jahr montieren und konfektionieren die 35 Monteure im Schaltschrankbau über alle Projekte rund 700 Schaltschrank-Meter. Die Investition in Pro Panel amortisiert sich da rasch. „Unsere Zeitersparnis im Schaltschrankbau liegt bei rund 50 %“, so Kümmel. Möglich ist das, weil der Schrankaufbau nur ein einziges Mal konstruiert werden muss. Die Daten lassen sich anschließend für alle anderen Fertigungsschritte übernehmen. Über die NC-Fertigungsschnittstelle von Pro Panel werden die Daten ohne weitere Bearbeitung zu dem bei Heldele eingesetzten Bearbeitungszentrum der Firma Steinhauer übertragen, das die Montageplatten mit Bohrungen, Gewinden und Ausschnitten für die Hutschienen, Kabelkanäle und Komponenten versieht. Die Drahtbündel stellt ein externer Zulieferer bereit, der die Informationen über Längen, Farben und Querschnitte der einzelnen Adern ebenfalls elektronisch erhält.

Kabelrouting wie am Schnürchen

„Mit den Kabelrouting-Funktionen von Pro Panel läuft das wie am Schnürchen“, schwärmt Kümmel. Der Zulieferer bekommt von Heldele die Eplan-Daten, konfektioniert damit die Adern und liefert einen einbaufertigen Kabelsatz. Die Leitungen sind vollständig mit allen Informationen beschriftet, so dass die Verdrahter im Schaltschrankbau ohne Anschlusslisten arbeiten können. „Praktisch brauchen wir den Schaltplan nur noch für die Überprüfung“, so Kümmel.

 Bernd Kümmel, Projektleiter Automatisierungstechnik bei Heldele: "Bei rund 700 Schaltschrankmetern, die wir pro Jahr im eigenen Haus bauen, lohnt sich die Kombination von Eplan P8 mit Pro Panel in kürzester Zeit."

Bernd Kümmel, Projektleiter Automatisierungstechnik bei Heldele: „Bei rund 700 Schaltschrankmetern, die wir pro Jahr im eigenen Haus bauen, lohnt sich die Kombination von Eplan P8 mit Pro Panel in kürzester Zeit.“Heldele

Diese Arbeitsweise ist zum einen sehr zuverlässig – Fehler im Schaltschrankbau sind damit praktisch ausgeschlossen; zum anderen sind für die Verdrahtung keine Spezialisten mehr nötig. Somit lässt sich das Personal flexibler einsetzen.

Die Datendurchgängigkeit der Engineering-Plattform schafft Rationalisierungsvorteile entlang der gesamten Prozesskette, die Kümmel und sein Team nutzen: Nicht nur Kabelpläne, auch Ersatz- und Verschleißteil-Listen sowie die üblichen Stücklisten für die Materialbestellung werden aus der Datenbasis von Eplan generiert, in der alle Bau- und Steckteile bis auf die letzte Klemme erfasst sind. Die Abteilung Schaltschrankbau bestellt ihr Material komplett nach den Listen aus dem CAE-System: Oft benötigte Standardbauteile werden im eigenen, gut sortierten Lager vorgehalten, während hochwertige Komponenten mit hoher Kapitalbindung auftrags- und montagespezifisch geordert werden.

Erst die Arbeit, dann die Einsparung

Der Aufbau der Datenbasis verlangt in der Anlaufphase einigen Aufwand, der sich aber rasch auszahlt. Kümmel hebt die unbürokratische Unterstützung durch die Eplan-Berater hervor, nicht zuletzt beim Anlegen von Stammdaten-Makros für Komponenten, die in der Projektierung disziplinübergreifend benötigt werden. „Bei Zukaufteilen schafft das Eplan Data-Portal inzwischen große Erleichterung“, konstatiert der Projektleiter. Online stehen hier laufend aktualisiert inzwischen mehr als 250.000 Produkte von 46 Anbietern samt Bestellnummern und Vorschaubildern zum Download zur Verfügung. „Bevor wir selbst Makros für neue Bauteile oder Geräte erstellen, schauen wir immer erst im Data-Portal nach“, betont Kümmel. So lassen sich Schaltpläne nicht nur schneller erstellen; sie sind auch übersichtlicher und leichter zu interpretieren. Egal in welchem Anlagenplan oder einem Projekt: Die Gerätedarstellung ist immer einheitlich und aus derselben Datenquelle.

 Rationalisierungsvorteil durch Datendurchgängigkeit: Die Materialbestellung für den Schaltschrankbau erfolgt komplett nach Eplan-Listen.

Rationalisierungsvorteil durch Datendurchgängigkeit: Die Materialbestellung für den Schaltschrankbau erfolgt komplett nach Eplan-Listen.Heldele

Gerade bei komplexen Projekten in de Gebäudeautomation, wie sie Heldele weltweit realisiert, kommt es auf eine transparente Dokumentation und den Einsatz moderner Technologien an. Denn Gebäudetechnik in großen Verwaltungskomplexen umfasst heute weitaus mehr als Licht, Strom und Telefon. Klimatechnik und Energiemanagement, Sicherheits- und Brandmeldesysteme, Zugangsmanagement, Medientechnik und weitere Gewerke sind ebenfalls ins System zu integrieren und automatisch anzusteuern. Das eigene Firmengebäude ist hierfür eine gute Referenz: Beispielsweise fehlen hier die klassischen Schalter; Licht, Heizung, Jalousien steuern die Mitarbeiter über die Rechner an ihrem Arbeitsplatz via Intranet.

Schnelle Schaltplanerstellung: Makro-Stammdaten für neue Bauteile oder Geräte können über das Data-Portal direkt vom Hersteller übernommen werden.

Schnelle Schaltplanerstellung: Makro-Stammdaten für neue Bauteile oder Geräte können über das Data-Portal direkt vom Hersteller übernommen werden.Heldele

Stromtankstelle in Eigenregie entwickelt

Auch wenn in der dreihundert Fahrzeuge umfassenden Firmenflotte der gemeinsam mit dem Veredler Lorinser umgebaute E-Smart ein Exot ist, Akzente setzen die Spezialisten für Elektro- und Kommunikationstechnik aus dem württembergischen Salach auch im Zukunftsfeld Elektromobilität – mit einer selbstentwickelten interaktiven Stromtankstellentechnik. Bei nachhaltigen und effizienten Zukunftstechnologien agiert die Technologie-Schmiede inzwischen nicht mehr nur als Dienstleister, sondern auch als Anbieter. In Kooperation mit Phoenix Contact sowie weiteren Firmen und Forschungspartnern wurde eine Stromtankstelle bis zur Marktreife entwickelt. Die ersten Zapfsäulen für Strom sind bereits installiert, weitere 150 sollen bis Mitte/Ende 2013 folgen.

Prinzip Serviceorientierung

24-Stunden-Service an 365 Tagen im Jahr verspricht Heldele seinen Kunden, um sie vor teuren Betriebsunterbrechungen zu schützen. Diese Serviceorientierung erwartet das Unternehmen auch von seinen Partnern. „Probleme werden sofort behoben“, sagt Kümmel, „und wir müssen keine Zeit für Wartungsarbeiten verschwenden.“ Der Service ist auch bei älteren Eplan-Versionen gewährleistet; bisweilen wird auch für ältere Systeme noch Support benötigt, weil sich der CAE-Einsatz nun mal oft nach den Kundenwünschen richtet. Ohne regelmäßige Schulung geht es nicht. „Und wir nehmen auch das Eplan-Consulting regelmäßig in Anspruch, überlegen, wo unsere Schwachstellen sind und stimmen Zeitaufwand und Inhalte gezielt mit Eplan ab.“

Unternehmen im Detail

Verlängerte Werkbank Automation

Heldele gilt als einer der führenden Dienstleister im Bereich der Elektro- und Kommunikationstechnik. Die fast 500 Mitarbeiter an den Standorten Salach, Stuttgart, München, Hilzingen, Eltville und Karlsruhe betreuen ihre Auftraggeber dabei optional von der Konzeption der Automatisierungslösungen bis zur Wartung und Instandhaltung.

Neben moderner IT, Kommunikations- und Gebäudetechnik umfasst das Leistungsportfolio im Geschäftsbereich ‚Automation‘ die Hardwarekonstruktion, Maschineninstallation, Pogrammierung und Inbetriebnahme sowie den Schaltschrank- und Verteilerbau.

Bestehende Anlagen werden im Geschäftsfeld
‚Industrial Service‘ optimiert, geprüft und gewartet. Der Standort Stuttgart entwickelt zudem elektrotechnische Lösungen für die Verfahrens- und Umwelttechnik.