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Weptronic bietet mittels EMS-Netzwerk ein sehr breites Dienstleistungsportfolio entlang der elektronischen Baugruppenfertigung. Im Bild ein Beispiel für die Schiffsmotorensteuerung.
Dieser Blutungssensor soll künftig in keinem Notarztkoffer fehlen: Der vitaminkapselgroße Sensor von Ovesco detektiert zuverlässig Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Weiß immer Rat und gibt fundierte Beratung: das Team um Werner Puth (l.).
Auch hinsichtlich Leistungselektronik kann Weptronic mittels seiner EMS-Partner punkten.
Der E-Bike-Scheinwerfer „E3 E-Bike V1260“ von Supernova kann an 12 bis 60 V betrieben werden. Seine Hochleistungselektronik sorgt für eine sehr hohe Helligkeit.

Er hält die Fäden in der Hand und fühlt sich wohl dabei: Werner Puth ist Geschäftsführer von Weptronic. Sein Unternehmen hat derzeit sechs in Deutschland ansässige EMS-Unternehmen unter Vertrag. Die simple und doch clevere Idee dahinter beschreibt er so: „Als zentrales Organ eines Netzwerks verschiedener Elektronikfertigungs-Dienstleister steuern wir die Baugruppen- und Endgeräte-Produktion unserer Kunden. Nach einer sehr durchdachten Systematik wählen wir den optimalen Produktionsweg für den jeweiligen Kunden aus.“ Ein EMS also ohne eigene Fertigungskapazitäten – darauf lässt sich Weptronic reduzieren. Gleichzeitig kann das mittelständische Unternehmen auf ein fundiertes Know-how verweisen. Die fünf Key-Accounts mit bis zu 80 „Dauerläufer“-Aufträgen generieren einen jährlichen Umsatzanteil von rund 80 Prozent. Darüber hinaus betreut das Unternehmen 12 Kleinkunden, die durchaus Potenzial haben: „Derzeit haben wir 17 aktive Kunden mit rund 120 verschiedenen aktiven Projekten. Zusätzlich haben wir auch Großprojekte in Höhe von etwa 5 Mio. Euro direkt an unsere EMS-Dienstleister vermittelt, für die wir eine kleine Stück-Provision erhalten.“

Qualität durch Kompetenz und Dienstleistung nach Maß

Alles aus einer Hand mit nur einem festen Ansprechpartner: Das Dienstleistungsportfolio ist breit gefächert, reicht vom Prototyping, Klein- und Mittelserien bis hin zu Großserien, und beginnt standardmäßig mit Neuprojekten. Dabei berät das Unternehmen seine Kunden bereits in der Layoutphase, um ein fertigungstechnisch optimiertes Design zu entwickeln. So werden Layouts nachbearbeitet oder Änderungswünsche umgesetzt, stets in Rücksprache mit dem Kunden. „Kontinuierlich analysieren wir die Baugruppen auf zusätzliches Optimierungspotenzial“, versichert der Experte. Das Leistungsportfolio endet meist mit dem Versand an den Endkunden sowohl im In- und Ausland als auch außerhalb der EU, inklusive Zollabwicklung. „Gerade haben wir den Antrag zum „ermächtigten Ausführer“ unterzeichnet und erwarten das Zollzertifikat in Kürze“, erklärt Puth, der auch die Einkaufsmacht besitzt: „Wir erledigen den Einkauf und die Materiallenkung direkt vom Distributor zum jeweiligen EMS. Der EMS bestätigt den Wareneingang nach der Wareneingangsprüfung per Kopie des Lieferscheins an Weptronic.“

Geht es nach Puth, dann zählt gerade der kunden- sowie projektspezifische Einkauf von Bauelementen zu den wesentlichen Stärken des Unternehmens. Neben der Bemusterung und dem Serieneinkauf gehe es vor allem auch darum, die projektspezifischen Bauelemente in optimaler Stückzahl in den jeweiligen Fertigungslagern vorzuhalten, um dadurch etwaige Lieferengpässe zu verhindern. Ein Sicherheits- oder Konsignationslager wird zudem bei Bedarf eingerichtet und verwaltet. Neben den elektronischen Bauelementen übernimmt das Unternehmen auch den Einkauf projektspezifischer Mechanik sowie der entsprechenden elektromechanischen Komponenten. Auch die Beschaffung kundenspezifischer Sonderbauteile oder abgekündigter Ware stelle in der Regel kein Problem dar, beteuert Puth: „Mit unseren Lieferanten pflegen wir ein sehr partnerschaftliches Verhältnis. Diese enge Zusammenarbeit und unsere stets vorbildliche Zahlungsmoral stellen auch im Falle von Marktengpässen eine günstige und termingerechte Beschaffung der Bauelemente sicher.“

Damit alles termingerecht gefertigt und ausgeliefert wird, hat Weptronic ein so genanntes Auftragsradar konzipiert, indem unter anderem auch Indizes wie Liefertreue und Qualitätsindex der jeweiligen EMS mitgeführt und auch für den EMS sichtbar sind. Lieferzeitüberschreitungen im Verhältnis zum Termin des Auftragsbeginns werden über einen einfachen Algorithmus in einen Index umgerechnet, der sich beispielsweise in einer Liefertreue von 87 Prozent zeigt. Für die Vergabe von Neuaufträgen werden neben dem Fertigungspreis auch Liefertreue und QS-Index herangezogen. Zudem kann Weptronic in seinem Auftragsradar den jeweiligen Materialstatus sowie den Fertigungsfortschritt und den geplanten Liefertermin ablesen.

Komfortable Win-Win-Situation

Angst davor, dass er von seinen EMS-Zulieferern ausgebootet werden könnte, hat Werner Puth indes nicht: „Wir haben Verträge und Lieferantenvereinbarungen mit unseren EMS-Partnern.“ Darüber hinaus könne er einerseits seinen Kunden einen Mehrwert bieten und andererseits seinen EMS-Vertragspartnern laufend Aufträge zusichern. Daraus ergebe sich eine besondere Situation, betont er: „Wir sind in den meisten Fällen sogar günstiger als der direkte Weg. Weil wir unseren EMS-Partnern verlässliche Aufträge bringen, bekommen wir auch gute EMS-Preise, mit denen der Wettbewerb nur schwer mithalten kann.“

Bewährt bei seinen EMS-Partnern haben sich Rahmenaufträge, die sich über 12 bis 18 Monate erstecken. Dadurch, dass Weptronic stets genügend Material und ein Sicherheitslager vorhalte, könne der EMS-Partner die Aufträge auch als „Puffer“ nutzen und so nachhaltig für Fertigungsauslastung sorgen. „Wir jonglieren nicht innerhalb von unseren EMS-Partnern, sondern arbeiten seriös“, bekräftigt er und führt weiter aus: „Zudem bringen wir ihm ja Aufträge respektive Kunden, die er vorher noch nicht hatte oder auch nicht kannte.“ Ein Beispiel, wie sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Weptronic, EMS-Partner und Kunde gestalten lässt, zeigt der von Ovesco entwickelte Blutungssensor, der vor allem für Magen-Darm-Blutungen ausgelegt ist. Er ist nicht viel größer als eine Vitaminkapsel und wird ebenso einfach geschluckt. Ausgerüstet mit Leuchtdioden, Batterien und Software sendet die mit einem magnetischen Schalter aktivierte Kapsel mittels LED-Sender Lichtsignale aus. Ein gegenüberliegender Sensor misst das ankommende Licht. Da Hämoglobin UV-Licht absorbiert und rotes Licht ungehindert durchlässt, kommt beim Sensor ausschließlich rotes Licht an. Mikroprozessoren verarbeiten die Signale und geben dem Arzt sofortige Rückmeldung über Funk. Dieses extrem kleine batteriebetriebene Implantat stellt nicht nur hohe Ansprüche an die Entwicklungsingenieure, sondern auch an die Herstellung, die Weptronic mittels seines EMS-Netzwerkes betreut und umgesetzt hat: Gefertigt wurde der Blutungssensor von einem EMS, der 01005-Bauelemente auch in Serie zuverlässig verarbeiten kann.