Die Hersteller Elektromechanischer Bauelemente in Deutschland haben im Jahr 2001 ihre Produktion auf 3,23 Mrd. € steigern können. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 4,2 Prozent. Wie die ZVEI-Fachgruppe Elektromechanische Bauelemente meldete, sind sie damit deutlich stärker gewachsen als der Markt in Deutschland, der um 2,2 Prozent auf 2,73 Mrd. € zulegte. Die vorwiegend mittelständisch strukturierte Branche beschäftigte mit rund 24.300 Mitarbeitern rund 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Exportanteil der Hersteller in Deutschland beträgt unverändert 48 Prozent des Gesamtumsatzes. Im Inland setzten die Mitgliedsfirmen rund vier Prozent mehr ab.


Das Markt-Wachstum in Deutschland lag im Jahr 2001 unter dem des Vorjahrs von plus 3,6 Prozent und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Vergleich zu den Turbulenzen bei Aktiven und Passiven Bauelementen war der Gegenwind für diese Branche jedoch deutlich geringer. „Die Situation hat sich nach einem guten Start zu Jahresbeginn im zweiten Halbjahr von Monat zu Monat verschlechtert“, erläuterte Klaus D. Lauterbach, Vorsitzer der Fachgruppe Elektromechanische Bauelemente des Fachverbandes Bauelemente der Elektronik im ZVEI.


Zum Wachstum beigetragen haben dabei die Anwendungsbereiche Kfz-Elektronik, Telekommunikation und Industrieelektronik, während die anderen Industriesegmente rückläufig waren. Knapp ein Drittel des Marktes entfielen auf Schalter, Keyboards und Bedienfelder (878 Mio. Euro) und gut zwei Drittel auf Steckverbinder. Der Weltmarkt schrumpfte im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf rund 33 Mrd. €. Europa ist mit 26 Prozent nach den USA mit 36 Prozent der zweitgrößte Markt. Innerhalb Europas entfällt auf Deutschland mit 29 Prozent der größte Anteil, gefolgt von England mit 16 Prozent und Frankreich mit 14 Prozent.


Volumen im Jahr 2002 voraussichtlich nicht zu halten


In diesem Jahr erwartet der Branchenverband für die Elektromechanischen Bauelemente einen Rückgang des deutschen Marktes von 2,9 Prozent. Dabei wird nur die Automobilelektronik ihr Vorjahresergebnis halten. Alle anderen Anwendungsbereiche werden rückläufig sein. Dennoch gibt sich die Branche zuversichtlich.


„Das Know-how der Branche“, resümierte Lauterbach, „die rechtzeitige Einstellung auf Marktveränderungen und Investitionen in neue zukunftsträchtige Produkte werden uns die aktuellen Schwierigkeiten meistern lassen und wir hoffen im zweiten Halbjahr das Tal wieder verlassen zu können. Allerdings wird die Zahl der Beschäftigten aus heutiger Sicht im Jahr 2002 kaum zu halten sein,“ so Lauterbach, „wir hoffen aber, über dem Niveau von 2000 zu bleiben.“  Die Firmen sind nach wie vor bestrebt, ihre qualifizierten Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, aber mit jedem Monat ohne spürbaren Konjunkturaufschwung wird dies schwieriger.


Gemäß einer in Januar durchgeführten Umfrage bleibt der Produktionsstandort Deutschland aus Sicht des ZVEI hart umkämpft. Deshalb ist die Zahl der Fertigungsstätten deutscher Hersteller im Ausland stark gestiegen. Über 50 Prozent der Mitgliedsfirmen produzieren zusätzlich im Ausland. Motor dieser Entwicklung sind nicht nur die Produktionskosten, sondern auch die Kundenwünsche nach marktnaher Verfügbarkeit der Bauelemente.


Durch das schwierige wirtschaftliche Umfeld hat sich der Preisdruck wieder verstärkt, fast die Hälfte der Mitgliedsfirmen musste im vergangenen Jahr die Preise zurücknehmen. Nur ein Sechstel der Branche erzielte moderate Preiserhöhungen. Einhergehend verschlechterte sich die Ertragslage, knapp die Hälfte aller Firmen bezeichnen sie als unbefriedigend. Dennoch investierten 80 Prozent gleichviel oder mehr als im Vorjahr. 53 Prozent der Investitionen gingen in neue Prozesse und Produkte.


„Nur innovative Produkte, kostengünstige Systemlösungen mit höherer Wertschöpfung, termingerechte Lieferungen und ein hoher Qualitätsstandard können diesem deutschen Industriezweig die Zukunft sichern“, folgerte Lauterbach. Die Abnehmer fordern immer häufiger Komplettlösungen und Funktionsbausteine. Die dadurch zunehmende Fertigungstiefe der Komponentenhersteller hilft mit, die Fertigungsstätten auszulasten. Die Hersteller Elektromechanischer Bauelemente sehen daher trotz der Konjunkturdelle zuversichtlich in die Zukunft.