AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Herr Tarabbia, wie laufen die Geschäfte bei Valeo?

Jean-François Tarabbia: Wir sind sehr zufrieden. Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung zahlen sich aus. Wir investieren inzwischen mehr als 10 % unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und können dadurch viele innovative Produkte auf den Markt bringen. Es ist daher nur konsequent, dass wir mehr als 30 % unseres Wachstums mit eben diesen neuen Produkten generieren. Wir sind zum zweiten Mal in Folge unter den Thomson Reuters Top 100 Global Innovators vertreten, und das ist keine Selbstverständlichkeit. Nur sieben Automobilzulieferer und Autobauer sind hier zu finden, wie zum Beispiel Ford, Toyota und Nissan.

Jean-François Tarabbia im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer: Wir arbeiten an einem Stauassistenzsystem und wollen in zwei Jahren serienreif sein.

Jean-François Tarabbia im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer: Wir arbeiten an einem Stauassistenzsystem und wollen in zwei Jahren serienreif sein.Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Valeo ist vom Kern her ein französisches Unternehmen. Welche Bedeutung haben die deutschen OEMs für Valeo?

Jean-François Tarabbia: Valeo ist zwar ein französisches Unternehmen aber von Anfang an international tätig gewesen. Heutzutage erwirtschaften wir mit französischen Kunden circa 16 %, mit den deutschen Kunden etwa 30 %, unseres Umsatzes. Die deutschen Kunden sind somit sehr wichtig für uns.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Bedeutung haben die Valeo-Standorte in Deutschland?

Jean-François Tarabbia: Deutschland ist führend in der Automobilindustrie weltweit und die deutschen OEMs setzen Maßstäbe in Sachen Design, Technik, Sicherheit und bei vielen weiteren Aspekten. Deshalb haben wir großes Interesse daran, mit den deutschen Kunden intensiv zusammenzuarbeiten – und genau dafür brauchen wir die Nähe zu ihnen in Form einer optimalen Infrastruktur vor Ort. Aus diesem Grund hat Valeo mehrere Standorte in Deutschland aufgebaut und investiert fortlaufend in diese. So haben wir zum Beispiel letztes Jahr eine Teststrecke eröffnet, um unsere ADAS-Produkte zu testen. Außerdem haben wir viele Ingenieure eingestellt, sodass wir in Deutschland in der Forschung und Entwicklung weiter wachsen können. Von dem hohen Qualitätsniveau der in Deutschland hergestellten Produkte, wie Wischer, Wischermotoren, Klimaanlagen oder Sensoren, um nur einige zu nennen, einmal ganz abgesehen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: In welchen Bereichen hat Valeo Entwicklung und Forschung in Deutschland?

Jean-François Tarabbia: Bei ADAS ist unsere Hauptkompetenz in Deutschland. Aber auch andere Bereiche wie CDA – Comfort and Driving Assistance – sind stark in Deutschland vertreten. Wir haben hier in allen Bereichen starke Kompetenz aufgebaut. Im Komfort-Bereich sind das zum Beispiel die Lenkstockschalter, Body-Controller, Telematik-Einheiten, Parksensoren, Head-up-Displays sowie Displays.

Jean-François Tarabbia: „Die Strategie von Valeo lautet kombinieren: Automatisch Fahren mit Connectivity.“

Jean-François Tarabbia: „Die Strategie von Valeo lautet kombinieren: Automatisch Fahren mit Connectivity.“Valeo

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie werden sich die Head-up-Displays weiter entwickeln?

Jean-François Tarabbia: Head-up-Displays werden sich in Richtung Massenmarkt entwickeln – und zwar auch mithilfe von Fahrerassistenzsystemen. Die HUDs sind ein sehr gutes Werkzeug, um das HMI zu verbessern und so dem Fahrer die Möglichkeit zu geben, die Augen auf der Straße zu lassen und sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: …ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren?

Jean-François Tarabbia: Durchaus! Während des autonomen Fahrens können die Fahrer dann sogar Mails bearbeiten oder entspannt die Fahrt genießen, und wenn es notwendig ist, können sie jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen – und das ist mit einem HUD deutlich einfacher. Außerdem bieten HUDs eine optimale Möglichkeit Informationen an den Fahrer zu geben, selbst wenn er gerade nicht selbst steuert. Der Wechsel zwischen autonomem Fahren und der Steuerung durch den Fahrer ist mit Head-up-Displays wesentlich einfacher. Ein gutes Beispiel ist der Stauassistent. Hier kann ein Head-up-Display helfen, denn damit können Sie während einer Traffic-Assist-Phase ihre SMS lesen und dennoch den Verkehr im Auge behalten.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie konkret sind die Überlegungen, ein derartiges System in Serie zu bringen?

Jean-François Tarabbia: Die Strategie von Valeo lautet kombinieren: Automatisch Fahren mit Connectivity. Verkehrsteilnehmer wollen ihr Telefon im Auto nutzen. Das steht aber im Widerspruch zur Fahrsicherheit, denn es lenkt ab vom Geschehen auf den Straßen. Daher möchten wir dieses automatisierte Fahren mit der Connectivity und einem HMI kombinieren, damit dies sicher möglich ist. Mit einer solchen Kombination stellen wir eine Funktionalität zur Verfügung, um automatisch zu fahren, während ich parallel dazu kommunizieren kann – immer mit der Möglichkeit, einzugreifen wenn es die Verkehrslage erfordert. So erhalte ich beispielsweise keine SMS mehr, wenn das System fordert, dass der Fahrer die Kontrolle übernehmen soll. Der Fahrer blickt dann mit einem HUD schon auf die korrekte Fokussierungsebene und schaut in die richtige Richtung. Diese Kombination aus den Bereichen automatisches Fahren, Connectivity und HMI ist das, was wir „Intuitive Driving“ nennen.

Jean-François Tarabbia: „Schon in drei bis vier Jahren könnte das LED-Matrix-Licht im C-Segment Einzug halten.“

Jean-François Tarabbia: „Schon in drei bis vier Jahren könnte das LED-Matrix-Licht im C-Segment Einzug halten.“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: An welchen Head-up-Displays arbeitet Valeo, an Combiner-HuDs oder an Projektionssystemen für die Windschutzscheibe?

Jean-François Tarabbia: Valeo arbeitet an beiden Systemen, weil beide sinnvoll sind – und zwar jeweils abhängig von der Autostruktur, von der Information die wir geben wollen und von der Modellpalette. Wenn sich das Basismodell sehr von einem High-End-Auto unterscheiden soll, auch um den Preis zu rechtfertigen, dann müssen wir zwei Technologien zur Differenzierung anbieten.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie geht Valeo beim automatischen Fahren vor?

Jean-François Tarabbia: Unser Ziel ist, dass die Schritte hin zum autonomen Fahren in einer vernünftigen Reihenfolge kommen – vergleichbar wie die Einführung der Parkhilfesysteme. Zunächst haben diese nur die Distanz angezeigt, dann lenkte das Auto beim Parken und schließlich folgte Remote-Parking, also das Einparken per Handy-Fernsteuerung. Nächstes Jahr werden wir mit einem solchen System serienmäßig in einem deutschen Fahrzeug auf den Markt kommen. Der nächste Schritt ist dann das vollautomatisierte „Valet Parking“, bei dem das Fahrzeug völlig selbstständig einen Parkplatz sucht und ein- und auch wieder ausparkt, während der Fahrer Termine wahrnimmt wie zum Beispiel einkaufen. Wenn Sie sich einmal überlegen, wie viel Zeit wir hier einsparen und sinnvoller verwenden können.

Wir glauben aber, ein System für automatisches Fahren benötigt für die Markeinführung eine gewisse Zeit, damit die Menschen Vertrauen aufbauen können. Sie müssen es erlernen und in der Praxis erfahren.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Hat Valeo ein Stauassistenzsystem?

Jean-François Tarabbia: Wir arbeiten daran und wollen in zwei Jahren serienreif sein…

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: …bis zu welcher Geschwindigkeit?

Jean-François Tarabbia: Für Stauassistenten gilt das bereits erwähnte Prinzip einer mehrstufigen Einführung am Markt. Wir denken, dass diese Systeme zuerst bei geringen Geschwindigkeiten zum Beispiel in einer städtischen Umgebung eingesetzt werden sollten. Dann kann sich der Nutzer daran gewöhnen und wir können ihn dann schrittweise an die technisch machbare oder rechtlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit heranführen. Ich persönlich denke, dass die Fahrer bei hohen Geschwindigkeiten lieber selbst fahren, weil das mehr Spaß macht. Unsere Funktion „autonomes Fahren“ ist dazu gedacht, um die eher langweiligen und unangenehmen Phasen im Straßenverkehr zu überbrücken.

Das sagen die OEMs genauso: Auf einer schönen kurvigen Strecke fahre ich lieber selbst…

…aber einparken oder im Stau stehen mag wohl keiner – und genau hier kommt das autonome Fahren zum Einsatz.

Außerdem ist das Ziel von Valeo, bezahlbare Lösungen zu entwickeln. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Wir möchten diese technischen Innovationen allen Endkunden zur Verfügung stellen, damit alle von dem echten Mehrwert an Sicherheit und Komfort profitieren.

Jean-François Tarabbia: „Bei Lidar sind wir überzeugt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre neue Sensoren auf den Markt kommen, die den nächsten Schritt in Richtung ADAS ebnen.“

Jean-François Tarabbia: „Bei Lidar sind wir überzeugt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre neue Sensoren auf den Markt kommen, die den nächsten Schritt in Richtung ADAS ebnen.“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Valeo bietet sowohl Mechanik als auch Elektronik an. Welche Bedeutung haben die Synergien zwischen Mechanik und Elektronik für das Unternehmen?

Jean-François Tarabbia: Das ist eine sehr gute Frage. Valeo tendiert immer mehr in Richtung Elektronik, und hier verfügen wir bereits über sehr große Erfahrung. Diese basiert aber natürlich auch auf unseren Kenntnissen der Mechanik und Elektrik. Ich denke da beispielsweise an Module für den Hybridantrieb. Hier bringen wir Kompetenzen ein aus den Bereichen Getriebe, Antrieb und Elektromotoren bis zur Elektronik zum Steuern der Wandler und Ladegeräte. Die Kombination dieser Kompetenzbereiche sowie auch im Bereich Vibrationsreduzierung im Antriebsstrang und Dämpfung ermöglichen uns Entwicklungen zur Kostenreduzierung sowie Leistungssteigerungen, Gewichtsreduktionen und Platzeinsparungen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wo setzen Sie bei der Elektronik besondere Schwerpunkte?

Jean-François Tarabbia: Die setzen wir im Bereich Leistungselektronik: von ganz kleinen bis zu ganz großen Systemen. So haben wir für BMW beispielsweise Elektromotoren für den Range-Extender entwickelt, die im i3 in Serie sind. Bei der Leistungselektronik arbeiten wir mit 12 V, 48 V und 300 V mit Leistungen von einigen Kilowatt bis 80 kW für kleine E-Fahrzeuge.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Strategie verfolgt Valeo bei der Elektromobilität?

Jean-François Tarabbia: Valeo möchte einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten. Darüber hinaus haben wir das Ziel, „Intuitive Driving“ zu etablieren. Dabei liegt die reine Elektromobilität nur indirekt, die Elektrifizierung des Antriebsstrangs jedoch voll in unserem Fokus. Wir wachsen derzeit sehr stark in den Emerging Markets. Daher ist die CO2-Reduzierung unser Hauptthema. Hier ruht unsere Strategie auf drei Säulen: dem Downsizing, für das wir beispielsweise Dämpfer haben, um die Vibration der kleineren Motoren zu reduzieren. Dann haben wir auch noch mit dem Elektrik-Supercharger einen Elektrokompressor, der das Downsizing unterstützt. Es handelt sich dabei um eine Art Turbolader, der aber elektrisch betrieben wird. Anfang 2016 werden wir mit dem Produkt in Serie gehen.

Die zweite Säule ist die Senkung des Verbrauchs. So haben wir es geschafft, mit einem LED-Scheinwerfer die gleiche Lichtleistung einer Halogenlampe zu erzielen und dabei die Leistungsaufnahme um 80 % zu senken.

Die dritte Säule ist die Elektrifizierung aller Nebenaggregate wie Klimaanlage und so weiter sowie die Unterstützung von Start/Stopp-Systemen. Hinzu kommen die riemengetriebenen Starter-Generatoren für Fahrzeuge bis zum C-Segment, bei denen wir am Keilriemen einen Starter und einen Generator kombinieren. Dieser Generator lässt sich zusätzlich als Booster nutzen. Basierend auf einer Produktplattform haben wir hier ein ganzes Portfolio entwickelt. Das ist ein echter Mikrohybrid, in dem wir die drei Funktionen Starter, Generator und Booster kombinieren, wobei die elektrische Dauerleistung 4, 6 oder 8 kW und die Spitzenleistung sogar 15 kW beträgt. Da all diese Elemente am Keilriemen hängen, ist die Integration und Adaptierung an existierende Motoren sehr einfach. Hier bieten wir auch Varianten zur Integration am Getriebe und an der Nockenwelle. Elektrifizierung, Hybride und Range-Extender sind für uns wichtig, genauso wie die Elektronik zur Steuerung eines Elektrofahrzeugs.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Bedeutung hat Matrix-Licht für Valeo?

Jean-François Tarabbia: Matrix-Licht hat für uns eine sprichwörtlich leuchtende Zukunft vor sich – auch weil es eine zusätzliche Möglichkeit ist, um die Fahrerassistenzfunktionen weiter auszubauen. Dahinter steckt die immer gleiche Philosophie: Wie kann man gefährliche Situationen frühzeitig erkennen?

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Valeos konventionelle adaptive Scheinwerfer des Typs Beamatic sind bisher nur in Premium-Fahrzeugen verbaut. Wie sieht es mit LED-Matrix-Licht aus?

Jean-François Tarabbia: An LED-Matrix-Licht arbeiten wir intensiv, um das ideale Verhältnis von Kosten und Mehrwert für den Massenmarkt zu erzielen. Schon in drei bis vier Jahren könnte das LED-Matrix-Licht im C-Segment Einzug halten.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Auf der CES in Las Vegas stellte Valeo Eye-Tracking vor. Wie weit sind sie bei dieser Technologie und wo soll sie zum Einsatz kommen?

Jean-François Tarabbia: Auf der CES wollten wir demonstrieren, dass wir bereits über die Technologie verfügen, um den Fahrer so zu überwachen – dass er beispielweise gewarnt wird, wenn er abgelenkt, aber sein Eingreifen erforderlich ist. Dieses System steht im Kontext mit den anderen Sensoren von Valeo. Ein Beispiel: Sie fahren vollständig mit ACC sowie Spurhalteassistent und wenden sich den Kindern auf dem Rücksitz zu. Schon vor einer starken Bremsung erkennt das System, dass der Fahrer nicht auf den Verkehr konzentriert ist und kann sehr früh mit einer Warnung beginnen. Wenn der Fahrer in dieser Situation nach vorne schaut, braucht das System nichts zu machen und löst keinen weiteren Alarm aus. Diese Anpassung sorgt dafür, dass das System in Summe effizienter ist und dass die Akzeptanz des autonomen Fahrens steigt. Irgendwann werden wir wohl auch mit den Augen steuern, aber auf der CES ging es uns nur um eine Sensibilisierung für die Idee.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was tut sich im Bereich Infotainment?

Jean-François Tarabbia: Bei Infotainment dreht sich bei Valeo alles um Displays. Wir haben unter anderem Displays mit einer Haptik, die nur durch die Berührung erkennt, in welchem Teil der Kommandostruktur man sich aktuell befindet. So muss man nicht hinschauen, um zu erfahren, ob die richtige Taste verwendet wird oder das System tatsächlich den Befehl übernommen hat. Zusätzlich haben wir eine zweite Variante mit einem voll programmierbaren Drehknopf. Bei diesem Drehknopf können Widerstand, Geräusch, Rasten individuell eingestellt werden. Es handelt sich dabei um eine Technologie, die keine Alterung aufweist, weil es kein mechanisches System sondern ein rein magnetisches ist. Damit lässt sich ohne einen Blick auf den Bildschirm erkennen, wo man sich befindet. Diese Verbesserung des HMI sorgt dafür, dass der Fahrer sein System sicher und kontrolliert einsetzt.

Außerdem arbeiten wir daran, dass die Fahrer ihre Smartphone-Welt auch im Auto wiederfinden können – und das unter sicheren Umgebungsbedingungen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Vor einem Jahr präsentierten sie einen Lidar-Sensor. Wie weit sind sie bei der Entwicklung dieses Zusatz-Sensors für das automatisierte Fahren?

Jean-François Tarabbia: Lidar ist ein sehr effektiver Sensor, der in Kombination mit unseren Kameras, Ultraschall- und Radarsensoren die Redundanz im Rahmen der Sensordatenfusion verbessert. Bei Lidar sind wir überzeugt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre neue Sensoren auf den Markt kommen, die den nächsten Schritt in Richtung ADAS ebnen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Bedeutung haben Security-Produkte?

Jean-François Tarabbia: Security ist wichtig. Wir haben Erfahrung mit konventionellen Schlüsseln, passiven Zugangssystemen und Passive-Start-Systemen. Aber es kommen künftig Wi-Fi und Bluetooth hinzu. Daher unterhalten wir Partnerschaften mit Firmen, die in diesen Bereichen bereits große Erfahrung besitzen. Bei unserem In-Blue-System geht es darum, das Auto per Smartphone zu öffnen und zu schließen. Hierbei muss man eine extrem sichere Kommunikation nutzen. Einer unserer Partner ist Gemalto, ein Unternehmen, das sichere SIM-Karten entwickelt. Aber wir haben auch noch weitere Kooperationen im Bereich Security-Hardware und -Software.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welches Wachstum hat sich Valeo vorgenommen, und wie unterstützen Sie deutsche OEMs im Ausland?

Jean-François Tarabbia: Wir haben derzeit 15 % Wachstum pro Jahr. Dabei wachsen wir in vielen Märkten gleichzeitig. Diesen Kurs wollen wir weiter verfolgen. So haben wir in China mittlerweile 26 Werke mit über 1500 Entwicklern. Wir sind aber nicht in China, um die Produkte nach Europa oder Deutschland zu importieren, sondern um unsere Kunden vor Ort zu unterstützen. Eine unserer großen Stärken ist ja, dass Valeo weltweit organisiert ist und wir daher unsere deutschen Kunden auch weltweit betreuen können.