Vom 30.3. bis 2.4.2009 fand in San Jose wieder die ESC (Embedded Systems Conference) statt, die mit insgesamt über 8000 Besuchern etwa zehn Prozent weniger Menschen in das McEnery Convention Center lockte.

Auf die ersten 3000 Besucher wartete das intensiv beworbene „Engineer Survival Kit“ – eine „Tasche der Bildung und Inspiration“, die in ihrer grellen Farbe fast Ton in Ton mit einer Pannen-Warnweste einher kam. Paul Miller, CEO des ESC-Veranstalters Techinsights, sah in diesem Giveaway dann auch einen Grund für den großen Ansturm am ersten Veranstaltungstag, aber er sah die ESC in diesem Jahr auch als „eine große Jobbörse“.

In Anbetracht der momentan zahlreichen, bei einer Fahrt durchs Silicon Valley weithin sichtbaren Schilder, die auf leerstehende Büros hinweisen, wo früher namhafte Firmen ihren Sitz oder eine Abteilung untergebracht hatten, ist die relativ hohe Arbeitslosigkeit bei den Ingenieuren dieser Region nicht verwunderlich. Der CFO eines nicht gerade kleinen Unternehmens verallgemeinerte auf der ESC die Situation im Valley auf folgenden Satz: „Wie alle Firmen im Valley verzeichnen auch wir einen Auftragsrückgang von etwa 30 Prozent.“

So konnte man an vielen Ständen dezente Anfragen vernehmen, ob denn eventuell ein Job zu haben oder eine Projektarbeit an einen freiberuflichen Ingenieur zu vergeben sei. Die von Microsoft, seines Zeichens „Signature Sponsor“ der ESC, in großer Anzahl freizügig verschenkten Spark-Kits, die neben einem hochkompakten lüfterlosen Komplett-PC sowohl eine Vollversion von Windows Embedded CE 6.0 R2 als auch Visual Studio 2005 Professional zur jeweils nichtkommerziellen Nutzung enthalten, fanden bei den von Microsoft anvisierten „Embedded Hobbyists“ dann auch reißenden Absatz – und im nächsten Job kennen sich diese Ingenieure dann bestens mit dem Betriebssystem aus; Mission geglückt.

Neuheiten waren auf der Messe praktisch nicht zu entdecken oder zumindest zuvor bereits angekündigt. So hatte Xilinx beispielsweise bereits im Februar die ersten Muster von Spartan-6-Bausteinen ausgeliefert, aber auf der ESC erstmals funktionsfähige Boards mit FPGAs des Typs Virtex-6 präsentiert. Es handelt sich dabei allerdings um einzelne Muster aus wenigen Test-Wafern. Ab dem Sommer soll dann die Auslieferung von Mustern an viele Kunden möglich sein. (av) 333ei0509