Ulrich Leidecker, Phoenix Contact: „Unser PLCnext Store steht allen offen, auch Wettbewerbern."

Ulrich Leidecker, Phoenix Contact: „Unser PLCnext Store steht allen offen, auch Wettbewerbern.“ Redaktion IEE

„PLCnext eröffnet den Weg in eine neue Ära von Automatisierungslösungen für die smarte Welt von Industrie 4.0“, erklärte Ulrich Leidecker President Business Area Industry Management und Automation (IMA), Phoenix Contact. Nach einem Jahr Probelauf von PLCnext in der industriellen Praxis folgte auf der SPS der nächste konsequente Schritt beim Aufbau einer offenen Automatisierungsplattform: die Öffnung des PLCnext Stores.

Ziel ist, das ‚Crowd-Know-how‘ der industriellen Automatisierung zu bündeln. „Wer eine smarte Lösung für Pumpstationen, Beleuchtungssysteme oder fahrerlose Transportsysteme entwickelt hat, kann seine Aufwände durch Bereitstellung und Verkauf dieser Lösung im PLCnext Store künftig schneller kompensieren“, ist Ulrich Leidecker überzeugt.

Der Gedanke der Offenheit ist für die Marktakzeptanz von besonderer Bedeutung. „Daher sollen alle – auch Wettbewerber – ihre Software-Produkte bei uns platzieren können“, betont Leidecker. Aktuell ist das Angebot von Drittanbietern im Store zwar noch überschaubar. Aber ein bekannter Anbieter von Steuerungssoftware steht bereits in den Startblöcken. „Wir werden eine Runtime für die PLXnext Controller und auch Codesys über den PLCnext Store vermarkten“, erklärte Roland Wagner, Leiter Produktmarketing bei 3S Smart Software Solutions, am Rande der SPS IPC Drives. Sein Ziel ist, zur Hannover Messe eine Demo zum Download im Store bereitzustellen. „Bis Juni soll die dann die Vollversion von Codesys fertig sein“, so Wagner.

Eigentlich ist Codesys eine konkurrierende Plattform zur Automatisierungslösung PC Worx. Die Integration und Vermarktung über den PLCnext Store ist ein Beleg, dass es Phoenix Contact und Ulrich Leidecker mit der Offenheit ernst meinen. Zudem erschließt sich Phoenix Contact den Zugang zu einer großen Zielgruppe, die vielleicht nicht die komplette Automatisierungsplattform von Phoenix nutzen will, aber Interesse an der Steuerungshardware hat und dessen weltweite Verfügbarkeit, Service und Support. So gesehen eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen.

Wachstum in allen Märkten

Die Geschäftslage von Phoenix insgesamt hat sich, nach 11,5 % in 2017, erneut positiv entwickelt: Nachdem 2017 die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro überschritten wurde, liegt der Umsatz in 2018 bei knapp 2,4 Mrd. Euro, obwohl auch bei Phoenix Contact die Währungseffekte Spuren hinterließen. Dazu Leidecker: „Das Wachstum lag über alle Märkte nivelliert bei zwölf Prozent.“ Nach Abzug der Währungsverluste bleiben davon noch ein Wachstum von über 8 % übrig.