Die richtige Komponentenwahl ist entscheidend.

Die richtige Komponentenwahl ist entscheidend. ©Petrovich12 – stock.adobe.com

Der typische PoE-Aufbau besteht aus einer aktiven, PoE-fähigen Hardware im Netzwerkschrank, einem Übergang am Patchpanel auf die Gebäudeverkabelung, einem entsprechenden Übergang auf Datendosen, PoE-fähigen Endgeräten und der entsprechenden Verkabelung zwischen diesen Komponenten. Der zugrundeliegende Standard ist IEEE 802.3af-2003. PoE erreicht hier bei einer Versorgung über zwei Paare Leistungen bis 15,4 W. Es wird für VoIP-Telefonie, einfache Kameras ohne Zoom, Sensoren oder W-Lan mit zwei Antennen angewendet. Der neue Standard IEEE 802.3bt-2018, bekannt unter PoE++ oder 4P PoE, ermöglicht dagegen mit vier Paaren Leistungen bis 60 W. Anwendungen sind hier einfache Videokonferenzen, Kassensysteme, Laptops, oder Gigabit-Internet. Aktuelle Verkabelungssysteme mit einer Bandbreite von 250 MHz sind jedoch durchaus in der Lage, die Übertragung von 10 Gbit/s auf bis zu 90 m zu gewährleisten: Ein weiterer Typ dieses Standards macht Leistungen bis zu 100 W möglich und damit beispielsweise den Anschluss von TV-Geräten oder Videokonferenzen in HD.

Kosten senken durch Power over Ethernet

Die Vorteile von PoE gegenüber einer traditionellen Stromversorgung liegen auf der Hand. Da nur ein System installiert werden muss, können KMU Kosten einsparen. Sowohl durch das eingesparte Material in Form klassischer Stromkabel als auch Doppelböden sowie durch die eingesparte Installationszeit selbst. Zusätzlich sind über PoE angeschlossene Geräte energieeffizienter, da sie nur bei Bedarf mit Strom versorgt werden. Gleichzeitig entsteht eine größere Flexibilität, weil die Verbraucher beziehungsweise IP-fähigen Geräte nicht mehr in der Nähe zu Steckdosen platziert werden müssen. Da in IT-Systemen eine USV integriert sein sollte, steigt durch PoE schließlich auch die Sicherheit im Sinne von Redundanz. Im Falle eines Stromausfalles kann die Stromversorgung der Geräte zentral gesteuert und sichergestellt werden.

Die neuen Standards des PoE, inklusive der angepassten Verkabelung, ermöglichen zudem gänzlich neue Einsatzgebiete. Beispielsweise wird das klassische Licht durch PoE-fähige LED-Beleuchtung ersetzt, adäquat verkabelt, konfiguriert und mit Strom versorgt. Dazu sind lediglich Datenverteiler notwendig, die ausschließlich für die Beleuchtung zuständig sind. Auch damit sind geringere Investitionskosten, höhere Sicherheit, verbesserter Komfort sowie die Möglichkeit verbunden, Gebäudeautomationssysteme zu integrieren.

Die richtige Komponentenwahl ist entscheidend

Allerdings sollten KMU in Bezug auf PoE einige Punkte beachten: Allgemein muss für die Stromversorgung über Ethernet eine geeignete Netzwerkplanung erstellt werden. Zur geplanten Infrastruktur müssen dann auch PoE-Switche sowie die Verbindung von Switch zum Panel passen. Analog Keystones, die für PoE-Anwendungen zugelassen sein müssen. Zum Beispiel muss ihre Kontaktgeometrie in Verbindung mit einer 30-μ-Goldauflage gemäß IEEE 80.3at mindestens PoE+ sicherstellen. Gleichzeitig sollten Keystones stabil sein und beim Abziehen des Patchkabels unter Last nicht kaputtgehen, um im Falle eines Absteckens im Kontaktbereich keine Abbrandstellen zu verursachen. Sicherheit geben hier zertifizierte Komponenten, beispielsweise durch die GHMT.

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