Bildergalerie:„Die Zulieferer auf der IAA 2019 in Zeiten der E-Mobilität”
Auf der IAA ist offensichtlich alles Da, Da, Da, aber zumindest am Morgen des ersten Pressetages waren die Aussichten teilweise ziemlich trüb.
Wer umweltfreundlich (und beim ICE auch rein elektrisch) mit dem Zug anreist, wird schon am Frankfurter Hauptbahnhof mit DEM Highlight der Volkswagen-Halle konfrontiert, dem E-Fahrzeug ID.3.
Kanzlerin Merkel während der IAA-Eröffnung: „Das Zukunftsthema heißt also nicht nur 'driving tomorrow', sondern auch 'being driven'.“
Dr. Rolf Breidenbach (Hella) stellte Kanzlerin Angela Merkel einen Beitrag vor, die „Herkulesaufgabe“ zu meistern, welche die Kanzlerin in ihrer Eröffnungsrede angesprochen hatte, nämlich eine klimafreundliche Verkehrswende.  Hellas Beitrag sei unter anderem das Dual Voltage Battery Management System des Unternehmens. Dieses bündelt die Funktionen einer 48-V-Batterie und einer 12-V-Batterie innerhalb eines Produktes.
Der EDAG Citybot ist ein multifunktionales autonomes und schwarmintelligentes Roboterfahrzeug, das die EDAG Group auf der IAA 2019 im Rahmen eines ganzheitlichen Mobilitäts- und Verkehrskonzepts präsentiert.
Auch am Stand von EDAG BFFT: Der Demonstrator für das haptische Feedback. Das Touch-Display soll die Bedienung komfortabler gestalten und die Sicherheit erhöhen.
ED-Scene von EDAG BFFT ist ein portables System zur Unterstützung der funktionalen Tests von Sensorsystemen. Szenen lassen sich so unter Laborbedingungen darstellen und das Data-Logging ermöglicht einen einfachen Abgleich von Ziel- und tatsächlichen Sensordaten.
Ob das Motto bei Audi "Lass dich nicht hängen" heißt?
Ohne Worte...
Nicht nur bei Ionity stand das Thema Laden groß auf der Tagesordnung.
Das Steer-by-Wire-Lenkrad von Joyson Safety Systems fährt bei Bedarf beim automatisierten Fahren im vollautomatischen Modus ein. Anschließend kann es nach unten wegdrehen und dabei einen 15-Zoll-Bildschirm vor dem „Fahrer“ platzieren.
Ein Teil von Halle 8 – in den Vorjahren der IAA eine sehr belebte Halle – war ungenutzt und abgesperrt. Überhaupt gab es diverse Leerflächen oder künstlich aufgefüllte Flächen auf dem Gelände. Verschiedene Unternehmen, die bisher auf der IAA waren, verzichteten 2019 auf eine Teilnahme.
Dieses Bild zeigt einige der Kernthemen der IAA: Automatisiertes Fahren (hier ein Lidar-Sensor) und die Elektrifizierung des Antriebsstrangs.
Der Demonstrator von Sekisui Chemical steckt voller Ideen, zu denen…
…unter anderem Materialien für das thermische Management in Lithium-Ionen-Batterien sowie ein feuerhemmendes Gehäusematerial…
…aber auch eine neue Head-up-Display-Technologie gehören. Die HuD-Technologie arbeitet mit einer speziellen Zwischenschicht-Folie, die auch die Kommunikation nach außen ermöglicht.
Nicht nur bei Elring Klinger dreht sich alles um das Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle.
Batteriemodule mit prismatischen und wie hier im Bild mit zylindrischen Zellen zeigt Elring Klinger ebenfalls. Dieses 60-V-Modul lässt sich in Energiespeicher bis zu einer Gesamtsystemspannung von 400 V integrieren. Der Zellspannungsabgriff erfolgt über vollautomatisch erstellte Bondverbindungen.
Auch am Stand von Elring Klinger: das NM12 Niedertemperatur-Brennstoffzellen-Stackmodul für den Wasserstoff-Luft-Betrieb. Flüssiggekühlt arbeitet es im Druckbereich bis 2,5 bar.
An diversen Ständen waren People Mover zu sehen, die autonom Fahrgäste befördern sollen.
SAP nutzt den Rinspeed Snap als Hingucker, um die Aufmerksamkeit auf seine Softwarelösungen für Mobilitätsdienstleistungen zu lenken.
Bei Volkswagen drehte sich ALLES rund um den ID – in mehreren Varianten mit verschiedenen Batterien und bei Bedarf auch mit AR-HuD. <a href="https://www.all-electronics.de/head-up-display-4-0/">Hier gibt es Hintergrundinfos zu AR-HuDs.</a>
In einem angedeuteten Konzeptfahrzeug stellt Hella seine Lösungen für die Elektromobilität vor.
Wer sich intensiv am Hella-Stand umschaut, wird auch eine Demo zum Thema Smart Face entdecken. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit Plastic Omnium für eine Fahrzeug-Front mit individueller Hinterleuchtung und integrierten Frontsensoren, das sich individuell variieren lässt und über das wir in zwei Jahren wohl erheblich mehr erfahren werden.
Gemeinsam mit NXP stellt das israelische Unternehmen C2A eine Lösung zur Absicherung des CAN-Busses in punkto Security vor.
Das chinesische Unternehmen CRRC stellt nicht nur Inverter für EVs aus.
Obrist Powertrain zeigt am Stand seine Power Electronics Gen. 2.3 bestehend aus Inverter und DC/DC-Wandler sowie die Lithium-Ionen-Batterie, ein PHEV-Energiespeicher mit 17,3 kWh.
Voller Durchblick bei ZF: der Zulieferer zeigt auf der IAA seine Lösungen für das autonome Fahren und Innovationen rund um Hybrid- und E-Antriebe.
Wolf-Henning Scheider, CEO von ZF ist sich sicher: „Mit dem richtigen Angebot … können die Weichen der Mobilität von morgen gestellt werden.“ So ermögliche das PHEV-Konzept EVplus eine rein elektrische Reichweite von über 100 km, so dass der Verbrenner quasi nur noch als Range Extender bei längeren Fahrten zum Einsatz kommen müsse: „Echte E-Mobilität wird mit nur einem Familienauto möglich.“
Der Zentralrechner ZF Pro-AI-Flex: ein KI-fähiger Supercomputer mit starker Rechenleistung (bis 90 TOPS) bei maximaler Flexibilität. Die Rechenpower lässt sich je nach Anwendung skalieren.
Das 8-Gang-Plug-in-Hybridgetriebe von ZF sorgt für CO₂-Einsparungen und höhere elektrische Leistung. Mit integrierter Leistungselektronik ist das System bauraumneutral.
Samsung SDI erklärt sehr praxisnah, wie Li-Ionen-Batteriezellen funktionieren.
Die Zellen von Samsung SDI finden sich in vielen Batteriemodulen der Zulieferer. Am Stand kann man die Zellen unterschiedlicher Typen einmal einzeln anschauen.
Jack Wey, Gründer von Wey und Chairman der Great Wall Motor Company, will mit seiner Marke Wey “Premium-Produkte zu zugänglichen Preisen” anbieten, und dann…
…gab es auf der IAA die Weltpremiere des neusten SUVs von Wey.
Die IAA bietet auch viele Gesprächsmöglichkeiten – hier Prof. Dr. Peter Gutzmer (Vorstandsmitglied bei Schaeffler, links) und VDA-Präsident Bernhard Mattes (rechts).
Integrierte E-Achsen, Hybridmodule und dedizierte Hybridgetriebe – all das zeigt Schaeffler auf der IAA 2019. Dabei sind Spannungen von 48 bis 800 V und Leistungsklassen von 15 bis 300 kW vertreten.
Schaeffler hat klare Vorstellungen, wie hoch der Prozentsatz der jeweiligen Automatisierungsgrade im Jahr 2035 sein wird…
… und stellt unter anderem einen Brennstoffzellen-Stapel und eine Bipolarplatte vor.
„Wir machen alternative Antriebe bezahlbar, und das wird uns auch bei der Brennstoffzelle gelingen“, so Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner auf der Pressekonferenz am Bosch-Stand.
Autonomie-Studie: Das Bosch IoT-Shuttle fährt nicht nur autonom, sondern bietet Passagieren auch komfortable Konnektivität.
48 Volt bei Bosch: Batterie, P4-Antriebsaggregat, Kontrolleinheit und 48-V-DC/DC-Wandler…
… dienen auch zur Elektrifizierung von Leichtkrafträdern. Das System lässt sich auch auf größere Fahrzeuge hochskalieren.
„Im Februar 2020 werden wir mit der Auslieferung unserer Standard-Batterien beginnen“ kündigt Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender von Webasto, an.
2017 stellte Webasto auf der IAA seine Strategie für die Elektromobilität vor. Nun ist die Standard-Batterie kurz vor der Serienreife und soll im Februar 2020 das erste Mal ausgeliefert werden.
Die Vehicle Interface Box von Webasto dient als Schnittstelle zwischen der Standard-Batterie und dem Fahrzeug.
Brennstoffzellentechnologie zeigt auch Mann + Hummel, hier zum Beispiel mit der notwendigen Filtrationstechnologie, die das Kühlmittel auf niedriger elektrischer Leitfähigkeit hält.
Daimler zeigt das wohl breiteste Spektrum: vom E-Smart bis zum offensichtlich „gepanzerten“ Maybach in hoher Sicherheitsklasse
Jacques Aschenbroich, CEO von Valeo: „Die IAA hat in diesem Jahr einen starken Schwerpunkt auf der Elektrifizierung des Antriebsstrangs“ - und dabei schließt er 48-V-Systeme ausdrücklich mit ein.
Thermisches Management für Elektrofahrzeuge am Stand von Valeo: das System heizt das Interieur und konditioniert die Batterie. Damit soll die Reichweite um 30 Prozent höher ausfallen.
„Bis 2050 muss die Automobilindustrie CO₂-frei sein. So groß wie heute waren die Herausforderungen für unsere Industrie noch nie“ sagt Dr. Elmar Degenhart, CEO von Continental.
Continental denkt sehr deutlich über eine Rückkehr der Trommelbremse in einer modifizierten Variante mit AMR-Sensoren nach, die in einem (H)EV 5 kg Masse pro Vorderrad einsparen kann. Der Grundgedanke: Meist bremst der E-Motor, und dann kommt die hydraulische Bremse nur noch bei Gefahrenbremsungen zum Einsatz.
iMobility Type-T ist der Vorführwagen der Aisin-Gruppe. Nahezu alle Komponenten des Fahrzeugs stellt Aisin selbst her.
„Das thermische Management wird eines der Top-Themen - und Denso bietet dafür das System-Know-how“, erklärt Hisaaki Sato, CEO von Denso International Europe. Als Lösung sieht Denso auch Heat-Pipes - sie sind „besonders wichtig für E-Fahrzeuge“.
Sieht niedlich aus, steckt aber voller High-Tech: der DUT18D am Stand von Denso. Mit einer Kamera, Lidarsensoren und der entsprechenden Rechenpower kann das Gefährt selbständig eine Rennstrecke mappen. Es wiegt 185 kg, schafft es von 0 auf 100 km/h in 2,1 s, hat 187 PS und ein Drehmoment von 112 Nm.
Delphi zeigt sein Gesamtportfolio für die Elektromobilität: Batteriemanagement, einen kombinierten Inverter mit DC/DC-Wandler, die ECU, einen 800-V-Inverter und einen On-Board-Charger.
Mit „Das Autochen“ als Bezeichnung für den Artega Karo hat Paragon einen durchaus passenden Namen gefunden. Das EV bringt es auf eine Reichweite von 200 km, wiegt 515 kg und fährt maximal 90 km/h schnell.
Auch Borg Warner zeigt seine Lösungen für Hybride und E-Fahrzeuge: zum Beispiel dieses P2-Hybridmodul und links daneben den S-Wind-Stator für Hybride und EVs.
Dieser On-Board-Charger ist am Stand von Kostal zu sehen. Die Plattform ist für Leistungsklassen von 3,6 bis 22 kW skalierbar und optional mit einem 12-V-Wandler ausstattbar.
Auch Magna zeigt auf der IAA 2019 unter anderem modulare und skalierbare Antriebssysteme: hier zum Beispiel das 7-Speed-Hybrid-Dual-Clutch-Getriebe.
Geschmackssache, sicherlich, aber trotzdem ein Hingucker mit beeindruckendem Sound: Die elektrische Harley Davidson am Stand von IBM.
Die 48-V-Boost-Rekuperations-Machine von SGS ist kompatibel zu allen Getriebe- und Antriebssystemen und ermöglicht besonders sanfte Stopp/Start-Funktionen.
Lidar-Sensoren, mit und ohne bewegliche Teile, zeigt Velodyne an seinem Stand. Mit dabei ist der Veladome (ganz rechts), der speziell für hochauflösende Nahbereichserfassung konzipiert wurde.
Übrigens: Schon gegen Mittag kam dann die Sonne raus.

Auf der IAA 2019 war wirklich sehr vieles anders als bei den IAA Pkw in den Vorjahren. Das fing schon damit an, dass diverse Hallen leer standen, denn zahlreiche OEMs verzichteten auf eine Teilnahme. Während beispielsweise BMW früher eine eigene Halle für die Kernmarke belegte (Mini war da noch in einer separaten Halle), konnten die Besucher 2019 ganz ohne die Halle 11 zu verlassen neben BMW und Mini auch gleich Jaguar Land Rover, Opel, Hyundai sowie ein paar kleinen Unternehmen einen Besuch abstatten. Hinzu kam eine vom Volkswagen-Konzern belegte Ebene der Halle 3 sowie die traditionell von Daimler gebuchte Festhalle, während OEMs wie Byton, Ford, Honda und Wey in der erheblich verkleinerten Halle 8 ihre Fahrzeuge ausstellten.

Zulieferer

Sensoren

Bild 1: ZF stellte auch seine gesamte Sensorpalette aus – inklusive Lidar (von Ibeo), Kamera sowie Radar, und wer genau hinschaute, der entdeckte auch den Geräuschsensor (zweiter von rechts) zur räumlichen Erfassung von Sondersignalen. Alfred Vollmer

Der Weg zum automatisierten Fahren und die Elektromobilität waren die am stärksten von den Zulieferern präsentierten Bereiche. So stellte Bosch mit seinem IoT-Shuttle die Studie eines autonomen People-Movers vor, während Continental nicht nur die Kanzlerin einmal autonom in dem Cube genannten Robo-Taxi rund um Halle 11 chauffierte. Die für autonome Fahrzeuge erforderlichen Sensoren, allen voran Lidar waren auf diversen Ständen zu sehen.

Denso wiederum stellte mit dem DUT18D einen 185 kg „schweren“ autonom fahrenden Rennwagen aus, der Dank 112 Nm Drehmoment und 187 PS Leistung binnen 2,1 s von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Das Gefährt verlässt sich dabei allein auf seine Kamera- und Lidar-Sensoren.

Lidar-Scanner

Bild 2: An zahlreichen Ständen wie zum Beispiel von Cepton, Valeo, Velodyne und ZF waren Lidar-Scanner ausgestellt, wobei die Punktwolken immer detailreicher werden, wie das Beispiel von Cepton zeigt. Alfred Vollmer

EDAG zeigte eine höchst ungewöhnliche Entwicklungsstudie namens Citybot. Dabei handelt es sich um ein multifunktionales autonomes und schwarm-intelligentes Roboterfahrzeug, das die EDAG Group auf der IAA 2019 im Rahmen eines ganzheitlichen Mobilitäts- und Verkehrskonzepts präsentierte. Dieser Citybot, der als Roboterfahrzeug in Städten unterwegs ist, verfügt unter anderem über ein höhenadaptives Fahrwerk in Kombination mit bis zu 24 kW starken Radnabenmotoren und Allradlenkung. Damit kann das Fahrzeug auch seitwärts fahren und die von EDAG-Psychologen entwickelten Gestik-Funktionen unterstützen. Ein schon rein optisch herausragendes Element ist ein aus der Fronthaube herausragender Avatar mit integrierten Sensorset für autonomen Fahr- und Arbeitsantrieb, der auch als „emotionaler Kommunikationspunkt für seine Umgebung“ agiert sowie sprechen, nicken und Blickkontakt aufnehmen kann. Eine Brennstoffzelle soll den 24/7-Betrieb ermöglichen, wobei das Auftanken über eine von EDAG entwickelte spezielle Koppelstelle binnen drei Minuten erfolgt. Diese Koppelstelle sorgt neben der mechanischen Verbindung auch für die Daten- und HV-Spannungsübertragung. Ein Connectivity-Modul ermöglicht eine „optimale Verkehrsfluss- und Einsatzplanung“ sowie Payment-Anwendungen.

Was es mit „EV Plus“ von ZF auf sich hat und welche Entwicklungs-Ergebnisse Schaeffler zur Brennstoffzelle präsentiert, finden Sie auf der nächsten Seite.

Seite 1 von 41234