Im Rahmen der Kapitalbeteiligung wird Blake Moret, Vorsitzender und CEO von Rockwell Automation auch in den Vorstand von PTC eintreten. PTC und Rockwell Automation haben vereinbart, ihre jeweiligen Technologien für die intelligente Fabrik aufeinander abzustimmen. Das betrifft auf der PTC-Seite die Plattformen ThingWorx IoT, Kepware Industrial Connectivity und Vuforia Augmented Reality (AR); bei Rockwell FactoryTalk MES und Analytics und die Automatisierungskomponenten. Ziel ist eine integrierte Informationslösung. „Mit dieser strategischen Allianz können wir die umfassendste integrierte Suite für das industrielle IoT zur Verfügung stellen“, sagte Jim Heppelmann, Präsident und CEO von PTC. Und Blake Moret, Vorsitzender und CEO von Rockwell Automation ergänzt: „Gemeinsam bieten wir das umfassendste und flexibelste IoT-Angebot im Industriebereich.“

Die Triebfeder des Deals: Digitalisierungszug rollt an

Siemens hat die Digitalisierung in der Fertigung wie kein anderer Automatisierer seit Jahren vorangetrieben – mit Firmenzukäufen von mehreren Milliarden wie der UGS Corporation. Zuletzt sorgte die Übernahme von Mentor Graphics Ende 2016 für Aufsehen. Damit schloss Siemens laut CEO Dr. Jan Michael Mrosik, CEO der Siemens-Division Digital Factory, die letzte große Lücke in der Digitalisierungs-Strategie: Mentor rundet das bestehende Angebot bei Mechanik und Software mit dem Design, Test und der Simulation von elektrischen und elektronischen Systemen ab.

Verglichen mit Siemens und dessen Aktivitäten kommt die Beteiligung von Rockwell Automation an PTC eigentlich recht spät – wie die von Schneider Electric, als weiterem globalen Wettbewerber von Siemens in der Automatisierungstechnik. Schneider Electric hatte Anfang April in einem Asset Deal den britischen PDM/PLM-Anbieter Aveva übernommen. Allerdings waren dafür drei Anläufe notwendig. Mit einer Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent steigt Schneider Electric nun mit Macht in das Thema Digitale Fabrik und digitale Transformation ein und sichert sich das notwendige Know-how, Technologien und den Zugang in wichtige Märkte.

Der Digitalisierungszug in der Industrie beginnt gerade erst zu rollen und ist längst noch nicht zu schnell, um noch aufzuspringen. Zumal, die Kooperationspartner sind vom Fach.
Blickt man gen Osten stellt sich unweigerlich die Frage: Welche Strategie verfolgt Mitsubishi? Einen interessanten Ansatz zur Digitalisierung und digitalen Zwillingen in einer virtuellen Produktion zeigte das Unternehmen auf der Automatica: Verschiedene Robotertypen konnten direkt in das virtuelle Abbild einer Fertigung integriert werden und deren Arbeitsräume aus allen Perspektiven betrachten.