Mit Hima wurde das 100ste Verbandsmitglied begrüßt (v.l.): Dr. Christian Gerber (stellv. COG-Vorsitzender), Udo Brestrich (Leiter Einkauf, Materialw., Hima), Martin Winzer (Strat. Einkauf Elektronische Bauteile), Ulrich Ermel (COG-Vorstansvorsitzender).

Mit Hima wurde das 100ste Verbandsmitglied begrüßt (v.l.): Dr. Christian Gerber (stellv. COG-Vorsitzender), Udo Brestrich (Leiter Einkauf, Materialw., Hima), Martin Winzer (Strat. Einkauf Elektronische Bauteile), Ulrich Ermel (COG-Vorstansvorsitzender).COG Deutschland

Innovation ist der Motor in vielen Märkten. Innovation heißt aber auch Erneuerung. Und dies bedeutet wiederum, dass ein älteres Produkt durch ein neueres abgelöst wird. Bei elektronischen Bauelementen werden täglich hunderte von Bauteilen abgekündigt. Aber auch technische Änderungen am Liefergegenstand können zur Obsolescence führen, wenn dieses nach der Änderung nicht mehr einsetzbar ist. Viele Industriebetriebe mit langlebigen Wirtschaftsgütern stehen immer wieder vor dem Problem, dass dringend benötigte Komponenten nicht mehr lieferbar sind, weil sie abgekündigt wurden. Für ungeplante Redesigns und Sonderbeschaffungen aus teilweise fragwürdigen Quellen werden jährlich Millionen ausgegeben. Die Schäden, die sich durch gefälschte Bauteile ergeben, noch gar nicht eingerechnet.

Obsolescencen sind zwar unvermeidlich, ihre Auswirkungen und Kosten können aber durch eine vorausschauende Planung minimiert werden. Die 2004 gegründete Non-Profit-Organisation COG Deutschland hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, von der Obsolescence-Problematik betroffene Unternehmen eine herstellerunabhängige Diskussionsplattform zu bieten, Erkenntnisse über Verfahren und Lösungen zu teilen und gemeinsam die Entwicklung effizienter Obsolescence-Strategien voranzutreiben.

Effiziente Obsolescence-Strategien

Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung konnte der Vorstand der COG Deutschland e.V. mit der Hima Paul Hildebrandt GmbH + Co KG bereits das 100ste Verbandsmitglied begrüßen. Hima hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von Automatisierungslösungen spezialisiert, bei denen es auf ein sehr hohes Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit ankommt. „Um die eigenen Prozesse im Rahmen eines Risk-Managements kontinuierlich weiter optimieren zu können, sind Unternehmen wie Hima heutzutage auf ein professionelles Obsolescence-Management angewiesen“, erläutert Udo Brestrich, Leiter Einkauf und Materialwirtschaft bei Hima, den Beitritt zur COG Deutschland. Wie Brestrich betont, gehe es dabei nicht nur um eine noch effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen, sondern vor allem auch um die Suche nach Möglichkeiten, wie sich das stetig steigende Kundeninteresse an nachhaltigen Versorgungskonzepten für ihre auf 20 oder 30 Jahre Laufzeit ausgelegten Anlagen bestmöglich erfüllen lasse. „Ein marktführendes Unternehmen wie Hima auf der COG expo als 100tes COG-Mitglied begrüßen zu dürfen, freut uns natürlich sehr“, so COG-Vorstandsvorsitzender Ulrich Ermel. Laut Ermel verdeutliche die seit Jahren kontinuierlich wachsende Mitgliederzahl des Verbandes und die positive Besucherresonanz auf die COG expo 2013 auch, wie ernst immer mehr Hersteller langlebiger Wirtschaftsgüter und deren Systemlieferanten die intensive Auseinandersetzung mit Ursachen und Folgen von Produktabkündigungen inzwischen nähmen.

Das Informationsangebot auf der COG expo 2013 reichte von komplexen Bauteile-Datenbanken mit integrierter Abkündigungsprognose über Prognosen des zukünftigen Ersatzteilbedarfs mittels Felddatenanalyse, Zuverlässigkeitsprognosen und dynamischer Bedarfssimulation, Tools und Methoden zur Erkennung gefälschter oder manipulierter Bauteile, internationalem Beschaffungsmanagement und der Nachserienfertigung abgekündigter Bauelemente bis hin zu Komplettlösungen mit Engineering-, Rework- und Electronic-Manufacturing-Services. Sehr wertvoll war für die meisten Besucher zudem der Erfahrungsaustausch mit anderen von der Obsolescence-Problematik betroffenen Industrie-Unternehmen. Folgende 20 Mitglieder beteiligten sich an der Ausstellung: ABSC, Arrow Electronics, Bebro electronic, BMK Group, Chip 1 Exchange, Cicor electronic solutions, EBK Krüger, HTV, IAP, IHS Global, IQZ Institut für Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmanagement, Kamaka Electronic, Pegasus Componentes, Rochester Electronics, RoodMicrotec, Serma, Silicon Expert Technologies, systerra coumpter und TQ-Systems.

Maßgeschneiderte Lösungen

Maßgeschneiderte Lösungen für ein umfassendes Obsolescence-Management bietet beispielsweise ABSC. Dazu gehören Obsolescence-Management-Seminare, Workshops und Audits, Prozesseinführungen, Interim-Management, Software, Stücklistenanalysen und so weiter.

Wie ganzheitliches Obsolescence-Management unter Einbindung entsprechender Entwicklungsdienstleistungen zu optimierten und verbesserten Produkten führen kann, war bei Cicor Electronic Solution zu erfahren.

Als Testhaus, Analytikspezialist und Dienstleister forscht HTV auf dem Gebiet der „Lebenserhaltung“ von elektronischen Bauteilen und Baugruppen.

IHS Global ist ein Informationsanbieter für die Recherche nach und Verwaltung von elektronischen Bauteilen. Die etwa 340 Millionen Bauteile umfassende Datenbank ist die Basis für Obsolescence- und BOM-Management.

Kamaka Electronic Bauelemente bietet ein pro-aktives Obsolescence-Management mit Re-fabrication von abgekündigten ICs, Process porting, Component Upscreening und ASIC-Lösungen. Zudem gibt es ein Anti-Counterfeiting Programm mit Traceability aller gelieferten Bauteile.

Rochester Electronics ist Anbieter abgekündigter Halbleiter. Inzwischen von mehr als 60 Halbleiterherstellern autorisiert, übernimmt das Unternehmen abgekündigte Produkte der Originalhersteller einschließlich Wafer/Die, Hersteller-IP, Fertigungsanlagen, Testprogramme und mehr und fertigt diese bei Bedarf weiter.

Über mehrere Tochtergesellschaften offeriert die Unternehmensgruppe Serma verschiedene reaktive Obsolescence-Leistungen. Schwerpunkte sind unter anderem Entwicklungsdienstleistungen im Bereich PCB und ASIC-Design. Zudem verfügt das Unternehmen über ein eigenes Testhaus.

TQ -Systems bietet als E²MS-Dienstleister neben Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen auch ein umfassendes Obsolescence-Management von der Konzeptphase über die Serienproduktion bis zur Ersatzteilversorgung.

Begleitet wurde die Ausstellung von Fachvorträgen hochkarätiger Referenten. Unmöglichkeiten in der Lieferkette und ihre Auswirkungen auf die Ersatzteilversorgungspflicht war das Thema von Rechtsanwalt Dr. Malte Welters von Franz Rechtsanwälte. Einen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Trends in der Elektroindustrie bezogen auf die Weltwirtschaft, Europa und Deutschland gab Dr. Andreas Gontermann, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur & Märkte beim ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V..