Franz Svacina, Country Director Austria von Avnet Memec in Wien.

Franz Svacina, Country Director Austria von Avnet Memec in Wien.

Avnet Österreich arbeitet in einem kleinen Land, dient aber auch als Brücke nach Osteuropa. Wie stark sehen Sie den Standort im internationalen Gefüge?
Wir können, wenn man stark im Sinne von großem Markt sieht, natürlich nicht mit beispielsweise Deutschland mithalten. Aber Österreich hat lange gehegte und gute Beziehungen zu den osteuropäischen Ländern und diese Märkte sind für uns bestens erreichbar. Heute geht es nicht nur mehr darum, die Kunden in Osteuropa zu erreichen. Wie man weiß, liegen die Österreicher bei Investitionen in Osteuropa im Spitzenfeld. Darunter befinden sich auch unsere Kunden in Österreich, die sich mit
Kooperationen und eigenen Niederlassungen Wettbewerbsvorteile verschaffen. Für uns macht somit die Betreuung unserer Kunden in Österreich nicht mehr vor einer Grenze halt, etwa zu Ungarn oder Slowenien.

Welche Besonderheiten sehen Sie am österreichischen Markt gegenüber dem internationalen Bereich?
Österreich ist vermutlich einer der kleinsten und gleichzeitig umkämpftesten Märkte in Europa. Unsere Kunden können aber durch Innovationskraft sowohl bei den Produkten, als auch als Produktionsstandort international mithalten. Eine weitere Besonderheit ist sicher auch der große Anteil von Produktionen, die über Bestücker abgewickelt werden. Dazu muss man sagen, dass sich das Geschäftsmodell vom „Board Stuffer“ zum Technologie- und Logistikpartner in der Fertigung gewandelt hat. Wir sehen deutlich, dass Produktionsaufträge sehr mobil sind, die lokale Nähe eines Partners – ob Bestücker oder Distributor – aber wieder an Wert gewinnt.
Wir sind in der Lage, unsere Kunden auch dann zu unterstützen, wenn lokal entwickelt wird, die Produktion aber Österreich verlässt. Die weltweite Präsenz von Avnet und die durchgängige Logistik machen uns hier zu einem starken Partner.

Wirtschaftliche Verunsicherung prägt die Marktlage. Ist das für ein starkes Unternehmen wie Avnet auch eine Chance fortgesetzter Erweiterung?
Ja. Bereits 2008, als sich der Abschwung schon angekündigt hat, konnte sowohl die Avnet-Gruppe als auch Avnet Memec im Speziellen Marktanteile hinzugewinnen. Grundsätzlich sind wir mit unserem Ergebnis zufrieden, jedoch bleiben auch wir, wie wohl auch der Rest des Marktes, unter unseren ursprünglichen Erwartungen, was das Wachstum angeht.
Für 2009 halten auch wir einen weiteren Rückgang um -10 bis -15 Prozent für durchaus realistisch. Wir werden uns diesem natürlich auch nicht komplett entziehen können, dennoch sind wir sicher, unsere Position durch weitere Marktanteilsgewinne und eventuelle punktuelle Akquisitionen weiter festigen zu können.

Avnet hat sich auf der Embedded World präsentiert. Welche Bedeutung haben Messen im Zeitalter der elektronischen Kommunikation für Ihr Unternehmen?
Messen sind nach wie vor ein wichtiges Instrument in unserem Kommunikationsmix. Gerade die Embedded World, eine der wichtigsten Messen in Europa, als auch die Electronica, sind nach wie vor Pflichttermine für uns. Hier haben wir nicht nur die Möglichkeit mit vielen unserer Kunden und Hersteller zu sprechen, sondern können gleichzeitig auch weiter unsere Positionierung als „Der technische Design-In-Distributor“ weiter vorantreiben.
Wie schon erwähnt, ist ein wichtiger Grund für unsere Messeteilnahmen die Möglichkeit, unsere Positionierung weiter zu fokussieren. Hierbei spielen somit auch der Brand-Awareness- und Image-Gedanke eine wesentliche Rolle – auch wenn diese Faktoren schwerer messbar sind als reine Kundenleads.