Fujitsu Electronics Europe (FEEU)

„Bei unserem Geschäft im Low-Power-IoT-Bereich treffen wir vermehrt auf Kunden, deren eigene Expertise zumindest begrenzt ist“, sagt Dr. Klaus-Peter Dyck, Senior Manager Marketing & Applications bei Fujitsu Electronics Europe (FEEU). Deren Anteil werde auch künftig eher zunehmen. Hier stehe häufig zunächst die Beratungsleistung im Vordergrund und weniger die Erklärung der einzelnen Komponenten. FEEU, Teil des Fujitsu-Konzerns, hat sich 2016 als lösungsorientierter „Value Added Distribution Partner“ neu aufgestellt.

Distributoren

Dr. Klaus-Peter Dyck, Senior Manager Marketing & Applications FEEU, will neben dem Portfolio vor allem Beratungskapazitäten aufbauen. FEEU

„Wie jeder andere Distributor versuchen wir natürlich, unser Portfolio auszubauen, doch dieser Ansatz ist nicht immer zielführend“, erläutert Dyck. Ebenso gelte es in technische Expertise zu investieren, weshalb FEEU in diesem Bereich Ressourcen aufbaue. Sein Produkt- und Beratungsportfolio hat der Distributor zuletzt insbesondere im Ultra-Low-Power-IoT-Bereich ausgeweitet und dazu die eigene sehr kleine und modulare Entwicklungsplattform „Clickbeetle“ entwickelt. „Auf der Basis dieser Clickbeetle-Plattform können wir nicht nur kundenspezifische Entwicklungssysteme aus Komponenten unserer Linecard zusammenstellen, sondern binden auch Komponenten anderer Hersteller ein“, so Klaus-Peter Dyck. Ebenso lassen sich Produkte des Kunden integrieren.

Der Distributor, der auf das Vertriebsnetz des Fujitsu-Konzerns sowie externer Dienstleistungsunternehmen zurückgreifen kann, bietet Kunden auch an, die komplette Koordination ihrer Produktion zu übernehmen. „In vielen Fällen agieren wir als der einzige lokale Ansprechpartner und Mittler zwischen europäischen Kunden und Herstellern, die keine eigene Präsenz in Europa haben“, so Dyck. Wenn Projekte in Produktion gehen, pflege man engen Kontakt mit Kunden wie Herstellern. Dank EDI-Anbindung zu den Hauptkunden und langfristiger Lieferbeziehungen sei man mit den Schwankungsbreiten sehr vertraut.

Bürklin Elektronik

„Wir haben Ende 2017 unsere Bestände bei den passiven Bauteilen hochgefahren“, schildert Alfred Lipp, Vertriebsleiter und Prokurist von Bürklin Elektronik, wie sich das Unternehmen auf die drohende Verknappung eingestellt hat. „Davon konnten wir im ersten Quartal 2018 profitieren, aber inzwischen ist dieser Bestand leider weitgehend abgebaut, da die Nachfrage sehr hoch war.“ Um die Optimierung des Lagerbestands ist man in dem familiengeführten Unternehmen mit Sitz in Oberhaching stets bemüht; außerdem wurde das Sortiment von einst 75.000 Artikeln auf über 500.000 erweitert.

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Alfred Lipp, Vertriebsleiter und Prokurist von Bürklin Elektronik, hat in E-Procurement-Lösungen investiert. Bürklin Elektronik

Ob ein Produkt verfügbar ist, können Kunden bei Bürklin in Real-time nachvollziehen. Zum einen werden die Bauteile im Oberhachinger Ladengeschäft direkt aus dem Lager geliefert, zum anderen ist auch der Online-Shop hier erstaunlich präzise: „Der Online-Shop bietet eine Verfügbarkeitsanzeige in Echtzeit und die Möglichkeit eines Bestelllistenimports“, erläutert Lipp. Mit optimierter Filter- und Vergleichsfunktion und Produktsuche unter Verwendung der meistgebräuchlichen Produktreferenzen sind die Produkte einfach zu finden.

Neben der Beratung durch FAE, kundenspezifischen Set-Zusammenstellungen oder der Kalibrierung von Messtechnik zählen zum Angebot des Unternehmens umfassende E-Procurement-Lösungen. Darunter fallen zum Beispiel der elektronische Datenaustausch (EDI) über geschlossene Netze, die einen automatischen Transfer aller Bestelldokumente ermöglichen oder auch eine OCI-Schnittstelle, die direkten Zugriff auf den Webshop über ein ERP-System erlaubt.

Dem Obsoleszenz-Management kommt bei Bürklin angesichts langfristig bestehender Kundenbeziehungen eine gewichtige Rolle zu. „Als Stichwort ist hier der Begriff ,extended life‘ zu nennen“, sagt Lipp. „Produkte, die über einen sehr langen Zeitraum verfügbar sein müssen, weil sie zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden.“ Eine Kooperation ermöglicht Bürklin die Beschaffung von Komponenten weit über den normalen Produktlebenszyklus hinaus.

 

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