Das Drag & Bot-Gründerteam: (v.l.)  Martin Naumann, Pablo Quilez, Witalij Siebert und Daniel Seebauer

Das drag&bot-Gründerteam: (v.l.) Martin Naumann, Pablo Quilez, Witalij Siebert und Daniel Seebauer

Drag & Bot hat am Fraunhofer IPA ein Betriebssystem für Industrieroboter entwickelt, mit dem sich via Drag-and-Drop aus verschiedenen Bausteinen Roboterprogramme zusammensetzen lassen. „Mit Drag & Bot wird die Roboterprogrammierung so einfach wie die Bedienung eines Smartphones“, erklärte Martin Naumann, Gründer und Geschäftsführer von Drag & Bot, seine Ziele. Eine Motivation dahinter ist laut eigener Aussage, dass meist fehlende Fachkräfte für die Inbetriebnahme und Programmierung von Robotern eines der größten Hindernisse für die Anschaffung von Industrierobotern im produzierenden Mittelstand sind – neben den hohen Investitionskosten.

Für die weitere Entwicklung der Software hat das Start-up eine Seed-Finanzierungsrunde im niedrigen siebenstelligen Bereich erhalten. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Speedinvest Industry, einem auf Industrial-Tech spezialisierten Venture-Capitalist aus Wien, sowie weiteren Partnern. „Wir sehen in Drag & Bot eine große Chance, Roboter für neue Anwendungsbereiche in der Industrie zugänglich zu machen und damit einen wesentlichen Schritt in der Digitalisierung der industriellen Fertigung voranzukommen“, sagte Heinrich Gröller, Partner bei Speedinvest.

Die Technik: Roboterprogrammierung via Drag-and-Drop

Drag & Bot ist eine intuitive webbasierte Software zur einfachen Einrichtung, Programmierung und Bedienung von Industrierobotern.

Drag & Bot ist eine intuitive webbasierte Software zur einfachen Einrichtung, Programmierung und Bedienung von Industrierobotern. Grag & Bot

Mit der intuitiven Software lassen sich Industrieroboter ohne IT-Know-how instruieren. Die Funktionsabläufe werden zunächst in der Cloud-Lösung nach dem Drag-and-Drop-Prinzip zusammengefügt. Bei der Parametrisierung der einzelnen Funktionsblöcke unterstützen verschiedene Bedien- und Eingabehilfen, sogenannte Wizards. Der Nutzer führt zum Beispiel den Roboterarm per Handführung, Teach Pendant oder über die Navigation im System an die gewünschte Position, das Bewegungsmuster wird erkannt. Anschließend übernimmt der Wizard automatisch diese Information.

Die häufigsten Tätigkeiten von Robotern mit Drag & Bot sind das Handling von Teilen, die Palettierung von Werkstücken und das Be- oder Entladen von Maschinen. Auch komplexere Anwendungen wie Schrauben, Klipsen von Kabeln oder das Fügen von Zahnrädern sind mit den bereits verfügbaren Zusatzmodulen möglich. Für Roboterapplikationen, die eine intelligente Bildverarbeitung benötigen, stehen Schnittstellen zu gängigen Smartcams und etablierten Software-Produkten zur Verfügung.

Eine der Stärken von Drag & Bot ist es, dass auch Kunden und Partner selbst die Software dynamisch erweitern und so an ihre Anforderungen anpassen können. Die programmierten Funktionsabläufe können auf Wunsch über die Cloud mit anderen Mitarbeitern und Produktionsstandorten geteilt werden. Die Software funktioniert unabhängig von der jeweiligen Roboter-Hardware und unterstützt derzeit unter anderem Produkte von ABB, Kuka, Fanuc, Denso und Universal Robots – an weiteren Kompatibilitäten arbeitet das Unternehmen.