all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In diesem Übersichtsbeitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen zusammen.

Wie haben Sie sich beziehungsweise ihr Unternehmen mit den Corona-Einschränkungen arrangiert? Welche Maßnahmen wurden getroffen, um mit der Situation zurecht zu kommen?

EDAG: Die EDAG Group hat seit Beginn der sich anbahnenden Corona Krise weltweit bereits zahlreiche Präventions- und Schutzmaßnahmen getroffen. Zu diesem Zweck hat unser Unternehmen vorsorglich bereits Anfang Februar einen Krisenstab unter der Leitung von Holger Merz, Mitglied der Geschäftsführung, eingerichtet. Der Krisenstab steht seitdem in täglichem Kontakt mit den entsprechenden Behörden und stellt den Mitarbeitern aktuelle Informationen rund um den Covid-19 Virus auf einem eigens eingerichteten Infoportal und via Email-Versand fortlaufend zur Verfügung. Zudem wurde eine Corona-Hotline für unsere Mitarbeiter eingerichtet, um weitere Fragen tagesaktuell zu beantworten.

Darüber hinaus wurden seit Anfang Februar an häufig frequentierten Orten wie Kantinen, Eingangsbereichen oder in den Sanitärräumen an den EDAG Standorten zusätzliche Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt. Zudem wurden als Präventionsmaßnahme alle Dienstreisen bis auf weiteres auf das absolut notwendige Maß beschränkt und weitestgehend durch Web-Ex-Konferenzen, Telefon-Konferenzen usw. ersetzt.  Die Reiseregelungen werden durch den EDAG Krisenstab auf Basis der neuesten Erkenntnisse und Empfehlungen der Behörden permanent angepasst und kommuniziert. Zudem haben wir unsere Betriebskantinen flächendeckend geschlossen. Als Kompensation haben wir an vielen unsren Standorten mobile Lieferdienste organisiert, um die Versorgung unserer Mitarbeiter mit Speisen und Getränken auch weiterhin zu bieten.

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„Wir haben alle in dieser Situation erfahren, dass Video-, Telefonkonferenzen oder die Durchführung von Webex in manchen Fällen persönliche interne und externe Meetings ohne großen Qualitätsverlust ersetzen können“, teilte EDAG mit. EDAG

Ein wichtiges Instrument zur Aufrechterhaltung des Arbeitsalltags ist das Mobile-Arbeiten. Die entsprechenden IT-Kapazitäten haben wir innerhalb kürzester Zeit hochgefahren, um eine maximal mögliche Anzahl von „Home Office“ Arbeitsplätzen in kürzester Zeit bieten zu können und die Sicherheitsabstände der Arbeitsplätze in unseren Büros flächendeckend auf das geforderte Maß und darüber hinaus zu erhöhen.

Wie sieht die Exit-Strategie aus, um zu einem ansatzweise „normalen“ Arbeitsalltag zurück zu kehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein?

EDAG: Sollte es aus Sicht der Gesundheitsbehörden grünes Licht für die Lockerungen der bisherigen Regelungen geben, werden wir die sukzessiv die Anzahl der mobilen Arbeitsplätze herunterfahren. Auch in Punkto Veranstaltungen, Messen und Meetings werden wir uns bis auf weiteres strikt an die Auflagen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden halten. Es gilt hier weiterhin die Devise „auf Sicht“ zu fahren, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu früh einer Ansteckungsgefahr auszusetzen.

Werden die Corona-bedingten Einschränkungen ihren Arbeitsalltag und-organisation auch nach Ende der Pandemie nachhaltig verändern? Inwiefern?

EDAG: Die Einschränkungen während der Corona-Krise haben auch bei uns zu einer Lernkurve geführt. Wir haben alle in dieser Situation erfahren, dass Video-, Telefonkonferenzen oder die Durchführung von Webex in manchen Fällen persönliche interne und externe Meetings ohne großen Qualitätsverlust ersetzen können. Dies werden wir in Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit und Effizienz weiter fortführen. Auch das Mobile Arbeiten – dort wo es aufgrund der Tätigkeit möglich ist – hat sich aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen bewährt und kann einen weiteren Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie & Beruf in Zukunft verstärkt leisten.

Die Krise wird den Change Prozess deutlich beschleunigen – insbesondere was die Bereiche Software & Digitalisierung betrifft.  Auch in der Corona-Krise verlieren wir bei EDAG unsere Innovationsbeiträge zur Transformation der Automobilindustrie nicht aus dem Auge. Im Gegenteil. Unser Blick auf die Zukunft ist noch geschärfter. Henry Ford hat das einmal sehr gut auf den Punkt gebracht. „Wenn alles gegen Dich zu laufen scheint, erinnere Dich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.“

Welche Unterstützung seitens der Politik würden Sie sich dabei wünschen, beziehungsweise welche Maßnahmen sind nötig, um wieder einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

EDAG: Eine Kaufprämie für Automobile seitens der Politik zu fördern, halten wir für eine gute Idee, um die deutsche Schlüsselbranche mit seinen Herstellern und tausenden Zulieferunternehmen zu unterstützen.

Die EU sollte zudem darüber nachdenken, die Erreichung von CO2– Emissionszielen für Autobauer zu verschieben bzw. zu strecken, um Strafzahlungen in Milliarden-Höhe zu vermeiden. Solche Strafzahlungen würden nur unnötig die Cash-Situation bei einigen OEMs verschärfen und damit dann auch mittelbar für Lieferanten.