Mit bequemem Headset und einem drahtlosen EEG-System werden ambulantes Patienten-Monitoring ebenso möglich wie Computerspiele.

Mit bequemem Headset und einem drahtlosen EEG-System werden ambulantes Patienten-Monitoring ebenso möglich wie Computerspiele.

Das belgische Forschungsinstitut IMEC entwickelte zusammen mit dem Holst Centre ein drahtloses Achtkanal-EEG (Elektroenzephalograph), umgangssprachlich auch Hirnstrommessgerät genannt. Die miniaturisierte Funk-Lösung eignet sich für das Remote-Monitoring von Patienten, die sich in ihrem gewohnten Umfeld befinden. Das Ziel sind natürlichere Ergebnisse der Hirnstrommessung, da sich der Patient in vertrautem Terrain bewegt und das Messgerät bequem mit sich tragen kann.
Das EEG-System kann mit einzelnen Elektroden, mit Standard-EEG-Hauben oder mit einem proprietären EEG-Headset verbunden werden. Es zeichnet qualitativ hochwertige EEG-Signale auf, die von Gel-Elektroden stammen. Erste Versuche mit trockenen Elektroden sind vielversprechend verlaufen. Für diese patientenschonende Technik sind aber noch weitere Forschungen nötig, um verlässliche Ergebnisse auch außerhalb eines kontrollierten Umfelds zu erreichen.
Das System sendet die Messwerte drahtlos und in Echtzeit an einen Empfänger, der sich im Umkreis von zehn Metern befinden kann. IMEC hat auch Algorithmen entwickelt, die die Hirmströme automatisch auswerten und aus der Gehirnaktivität einen Entspannungsfaktor berechnen. Mögliche Anwendungsfelder: komfortable EEG-Monitore für Epilepsie-Patienten, E-Learning oder Computerspiele. Im Kern steckt ein achtkanaliger, Ultra-Low-Power-Asic von IMEC mit integriertem Analog-Digital-Wandler. Der Asic kann beim Einschalten die Impedanz der Elektroden messen. Mit im System ist eine Low-Power-Funk- und Mikroprozessorplattform mit einem RF24L01 von Nordic Semiconductor und einem MSP430 von Texas Instruments. Die Elektronik inklusive Asic, Funktechnik und Controller hat das IMEC auf einer zweiseitigen, zweilagigen Platine mit gerade mal 47 mal 27 Millimetern Größe integriert. Das komplette System steckt in einem kleinen Gehäuse mit Status-LED, einem Schalter und einer DIN32-Buchse. Es verbraucht nur 1,8 Milliampere. Ein Lithium-Ionen-Akku mit 160 Milliamperestunden hält daher drei Tage durch. (lei)