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| von Dipl.-Ing. Siegfried W. Best

Bild 1: Diese vier Bereiche deckt Intel mit Produkten und den zugehörigen Tools ab. Technical Computing ist der wichtigste Bereich, 80 Prozent aller Cluster weltweit haben Intel inside.

Bild 1: Diese vier Bereiche deckt Intel mit Produkten und den zugehörigen Tools ab. Technical Computing ist der wichtigste Bereich, 80 Prozent aller Cluster weltweit haben Intel inside. Intel

Ralf de Wargny, Channel Manager EMEA bei Intel, gab in Vertretung von James Reinders, Director and Chief Evangelist, im ersten Vortrag einen Überblick über das Portfolio (Bild 1) und hob Technical Computing als wichtigste Linie hervor, mit weiterem kontinuierlichem Wachstum. Treiber ist „Big Data“, gemeint ist hierbei unter anderem das Internet of Things (IoT), das im Jahr 2020 über 200 Milliarden Teilnehmer oder Knoten haben wird. Dies schließt nicht nur PCs, Tablets und Smartphones ein, sondern auch Sensoren, Automobile, Häuser, Supermärkte und so weiter – eigentlich alles. Zu Big Data tragen aber auch die zunehmenden sozialen Netzwerke bei, die erhöhte Datensicherheit und der immer größere Speicherbedarf.

Auf einen Blick

Der folgende Artikel fasst die Ergebnisse der verschiedenen Präsentationen der 9. EMEA Intel Software Conference zusammen. Neuigkeiten wurden vorgestellt und Trends aufgezeigt.

Die Neuigkeiten bei den Tools betreffen den verbesserten Support mittels Online Installer auf Suite-Ebene und Verbesserungen in allen Software-Tool-Komponenten. So gibt es bereits im April Betaversionen von Composer XE 2015, Advisor XE 2015, Inspector XE 2015, VTune Amplifier XE 2015, MKL 2015, MPI Library 5.0, Trace Analyzer und Collector 9.0l. Im August werden Parallel-Studio XE 2015 und Cluster-Studio XE 2015 herausgegeben. Sehr umfangreich sind die Neuerungen beim Composer, die Heinz Bast, Technical Consulting Engineer, vorstellte. Mit dem neuen Compiler wird C++11 jetzt vollständig unterstützt und er bietet zudem erheblich erweiterte Optimierungs-Reports.

Weitere Neuerungen betreffen Fortran, OpenMP 4.0 und den GT-Compiler sowie die Unterstützung von neuen Befehlen. Beim Composer XE 2015 werden folgende neuen Merkmale eingeführt: Reporting von Vektorisation und Optimierung, erweiterter Plattformsupport des GT-Compiler, außerdem gibt es erweiterte Unterstützung bei Fortran 03/08 und OpenMP4.0. Für MPI 5.0 ist noch hervorzuheben, dass Intel jetzt damit den MPI-Standard 3.0 unterstützt.

Heinz Bast ging auf das Debugging von Lambda-Funktionen ein, welches nun mit der Version 15.0 möglich ist und damit eine Lücke schließt. Früher war dies eine Herausforderung. Ebenso wichtig ist auch der Hinweis auf die jetzt vorhandene ANSI-Aliasing-Conformance.

Bild 2: Thomas Zipplies, EMEA Technical Support Manager für SW Development Tools: Der vereinfachte Workflow von XDK ermöglicht nach dem Motto „Write Once, Run Anywhere“ das einfache Design, das Debuggen, Generieren und Anwenden von HTML 5 Web und hybriden

Bild 2: Thomas Zipplies, EMEA Technical Support Manager für SW Development Tools: Der vereinfachte Workflow von XDK ermöglicht nach dem Motto „Write Once, Run Anywhere“ das einfache Design, das Debuggen, Generieren und Anwenden von HTML 5 Web und hybridenS. Best

Die HTML5-Entwicklungsumgebung Intel XDK war Gegenstand des Vortrags von Thomas Zipplies (Bild 2), EMEA Technical Support Manager für SW Development Tools bei Intel. Der vereinfachte Workflow von XDK ermöglicht das einfache Design, das Debuggen und Fertigstellen (legt fest für welchen App-Store die App gebaut werden soll) von HTML 5 Web und hybriden (nicht an Browser gebundene) Apps für viele Plattformen (Write Once, Run Anywhere). Mit XDK können Entwickler Apps erstellen, die auf HTML5, Javascript und CSS3 aufbauen. Durch die aktive Mitarbeit an Open-Source-Projekten und Standards werden die Tools HTML5 für Webdesigner immer weiter verbessert. Die Hauptmerkmale der vollständigen Entwicklungsumgebung, die Intel kostenlos zur Verfügung stellt, sind: Design für noch mehr verschiedene Geräteformate, Write-Once und vorbereitete Build-Prozesse für verschiedene App-Stores. Die Hybrid-Apps können über viele populäre App-Stores verbreitet werden (Google, Apple, Windows, Tizen, und weitere).

Der Q1-2014 Release enthält ein neues Remote Debugging und neue Remote Profiling Tools, um die häufigsten Anforderungen seitens der Entwickler zu erfüllen. Außerdem gibt es zahlreiche Verbesserungen für ein noch einfacheres Design der Benutzeroberfläche und für mehr voll funktionale Design-Vorlagen, die schnell zum Ergebnis führen. Neu sind auch die hochoptimierte Crosswalk-Laufzeitumgebung (reduziert zum Beispiel den RAM-Bedarf von beispielsweise 440 auf 240 MByte und führt zu einer erhöhten Kompatibilität von Apps mit verschiedenen Geräten). Neu sind auch der Support für die Apache-Cordova-3.0-Funktionsbibliothek und der Xlint CSS3 Static Checker im Code-Editor.

Bei Intel System Studio 2014, ebenfalls vorgetragen von Thomas Zipplies, stellt die Android-Unterstützung eine wichtige Neuerung dar. System Studio 2014 schließt jetzt die Unterstützung der Quark-Architektur ein und bietet tiefe Einblicke auf Systemebene bezüglich Leistungsverbrauch, Effizienz, Zuverlässigkeit und Performance und hilft dadurch, die Zeit bis zur Marktreife (TTM) von auf Intel-Architektur basierenden Embedded- und mobilen Systemen zu beschleunigen.

Intels C++-Compiler ist bekannterweise binär- und sourcekompatibel mit GCC und die Performance von Systemen kann erhöht werden durch einmaliges Rekompilieren, ohne auch nur eine Zeile an Code neu schreiben zu müssen.

Mit dem Energy Profiler (ursprünglich Merkmal von Vtune, wird jetzt als eigenes Produkt vermarktet) können in mobilen Transcoder-Lösungen sehr schnell Leistungsprobleme lokalisiert werden. Der Intel-System-Analyzer für Android schließlich liefert einen schnellen Überblick über das Verhalten einer Anwendung durch beispielsweise ein Real-time-Experiment zur Validierung von App-Verhalten.

Zu den weiteren Neuerungen zählen unter anderem noch die Hostunterstützung für Windows und Linux sowie auf der Zielseite die von Linux, Yocto, Windriver, Tizen IVI (für Automotive-Applikationen), Fedora und Android. Sven (System Visible Event Nexus 1.0) hat ein Update erfahren und bietet sozusagen ein Stethoskop mit dem zeitlich korrelierte Trace-Informationen aus SoCs mittels JTAG ausgelesen, dargestelllt und analysiert werden. Neuerungen gibt es auch bei Cilk Plus und der Intel Math Kernel Library (Intel MKL) mit ihren stark optimierten threaded Matheroutinen. MKL ist die weltweit am meisten genutzte Math Library.

Abgerundet wurden die Vorträge mit dem Beitrag von Arnon Peleg über OpenCL. OpenCL ist der Low-level- und portable Standard für die heterogene Programmierung. Er bietet Low-level-Abstraktionen, stellt HW-Merkmale heraus, liefert dynamische Compilationsmodelle, eine auf C basierende Programmiersprache, flexible Ausführungsmodelle und ereignisabhängige Befehlsabfolgen. OpenCL wurde entwickelt für die Verwendung im visuellen Computing. Intel bietet damit Unterstützung für eigene CPUs, Coprozessoren und GPUs für Streaming-Media. Mit INDE (Intel Integrated Native Developer Experience) spricht Intel Entwickler an, die leistungsfähige Anwendungen für Android und Windows in C++ oder Java erstellen wollen. INDE bietet einen kompletten und durchgängigen Satz an C++/Java-Tools, Libraries und Musterbeispielen für Setup, Codekreation, Kompilation, Debugging und Analyse auf Geräten, die auf der Intel-Architektur und ausgewählten Möglichkeiten von ARM-basierten Android-Geräten beruhen. INDE ist kostenlos als Beta-Release erhältlich und wird in Zukunft durch verschiedene andere Komponenten erweitert werden.

Dipl.-Ing. Siegfried W. Best

ist freier Journalist in Regensburg.

(ah)

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