Bild1_Aufmacherbild

Bild 1: Automatisierte Verdrahtung: Der industrielle Leistungsanschluss kommt ohne Steckverbinder aus - und eignet sich optimal etwa für Leuchtenapplikationen. (Bild: Phoenix Contact)

| von Markus Lewandowski

Im Außen- und Feuchtbereich treffen schwierige Bedingungen auf ein Anschlusssystem und machen die Leistungszuführung zur echten Herausforderung. Insbesondere Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen bündeln eine Vielzahl hoher Anforderungen an die Energiezuführung von Geräten. Neben einem vollständigen Schutz gegen Berühren und Staubeindringung müssen Systeme besonders in Feuchträumen bei starkem Strahlwasser einen sicheren Betrieb ermöglichen.

Bild1_Aufmacherbild

Bild 1: Automatisierte Verdrahtung: Der industrielle Leistungsanschluss kommt ohne Steckverbinder aus - und eignet sich optimal etwa für Leuchtenapplikationen. Phoenix Contact

Kritischer Punkt eines jeden Gerätes ist somit die Schnittstelle zur Außenwelt – sie muss die Nutzung und den Betrieb im Feld möglich machen. Allem voran gilt die Basisforderung an elektromechanische Komponenten, auch auf lange Sicht eine zuverlässige Verbindung herzustellen und Energie sicher zuzuführen. Rationalisierungstrends und der Wunsch nach hoher wirtschaftlicher Effizienz sind weitere Argumente für eine kompakte Bauform mit möglichst wenigen Einzelteilen. Schließlich setzen immer mehr Planer und Installateure auf Geräte, die vor Ort eine Installation einfach, schnell und flexibel machen. Das hier verborgene Einsparpotenzial an Arbeitskräften und -zeit ist nicht zu vernachlässigen.

Ein ähnlich hohes Potenzial liegt auf der Geräteseite. Während sich Leiterplatten automatisiert bestücken und verdrahten lassen, scheitert der Leistungsanschluss häufig an Handarbeit. Die Forderung nach Vollautomation ist im Hinblick auf Industrie 4.0 hier ein wesentlicher Treiber. Besonders Leuchten mit Anwendungsgebieten im industriellen Umfeld, Außen- und Feuchtbereich sind auf einen Geräteanschluss zur Außenwelt angewiesen, der diesen Ansprüchen genügt. Die Leuchtenindustrie sucht nach Lösungen, die sich einfach in das Konzept der automatischen Verdrahtung einbinden lassen. Hier zeichnet sich deutlich das Bild eines flexiblen und widerstandsfähigen Anschlusses ab, der eine durchgängige Energieverteilung ermöglicht.

Eingeschränkte Flexibilität

Die einfachste Möglichkeit der Kabeleinführung bieten derzeit Kabelverschraubungen. Bereits vorkonfektionierten Leitungen schränken so die Weiterverwendung im Feld stark ein, da Längen erst am letztendlichen Einsatzort festgelegt werden können. Jede Applikation bringt zudem spezielle Herausforderungen an die zu verwendenden Leitungen mit sich. Daher ist und bleibt der häufigste Fall eine Auslieferung des Gerätes ohne Anschlussleitung.

Vor Ort müssen Installateure jedoch das Gerät öffnen, was Beschädigungen sowie Verletzungen der IP-Schutzart mit sich bringen kann. Zudem muss er neben Kenntnissen über den elektrischen Anschluss auch die Handhabung des Gerätes meistern – eine kaum zu erfüllende Herausforderung bei einer nahezu endlosen Vielfalt an Geräten.

Die nächste Erweiterung sind Wanddurchführungen, die um den Steckverbinder als passendes Gegenstück im Feld ergänzt werden. Gängige Anschlusstechniken wie Schraub- und Crimp-Anschluss sind hier zwar verbreitet, lassen sich aber meist nur mithilfe von Spezialwerkzeug sowie durch Fachpersonal installieren. In schwierigen Einbausituationen, wie beispielsweise beim Anschluss von Leuchten in Industriegebäuden, geht mit den genannten konventionellen Lösungen eine hohe Fehleranfälligkeit einher.

Mehr Informationen zur Push-in-Anschlusstechnik erhalten sie auf der folgenden Seite.

Effizienz am Drücker – Push-in-Anschlusstechnik

Bild 2: Die Push-in-Technik arbeitet nach dem Druckfederprinzip. Dabei wird der Leiter direkt gesteckt, ohne die Klemmstelle öffnen zu müssen

Bild 2: Die Push-in-Technik arbeitet nach dem Druckfederprinzip. Dabei wird der Leiter direkt gesteckt, ohne die Klemmstelle öffnen zu müssen. Phoenix Contact

Vor diesem Hintergrund setzt die Lösung aus dem Hause Phoenix Contact hier auf Push-in-Technik, und ebnet mit der neuen Anschlussart den Weg für die Automatisierung in der Leuchten- und Geräteindustrie. Um zukünftig in Hochlohnländern mit Herstellern aus Ländern konkurrieren zu können, die niedrige Kostenstrukturen aufweisen, sind neue und tiefgreifende Prozesse, Strategien und Technologien erforderlich (Bild 2).

Mithilfe der IPD-Wanddurchführungen – IPD steht dabei für Installation Power Distribution – von Phoenix Contact lassen sich Leitungen mit bis zu 5 × 2,5 mm² ohne Spezialwerkzeug anschließen. Dank des Push-in-Anschlusses ist dabei auch der Einsatz von Verdrahtungsrobotern kein Problem. Der industrielle Leistungsanschluss, der ohne Steckverbinder auskommt, eignet sich auch für Leuchtenapplikationen. Möglich macht dies ein durchgängiger Kontakt, der feld- als auch geräteseitig mit Push-in-Technik ausgestattet ist und somit den Anschluss direkt am Gerät ermöglicht. Starre und flexible Leiter mit Aderendhülse lassen sich direkt – also ohne Betätigung des Pushers – stecken. Bei flexiblen Leitern ohne Aderendhülse kommt der orangefarbene Pusher zum Einsatz, der die Feder öffnet (Bild 3).

Bild 3: Wanddurchführung: Dank der Schutzart IP66/67 eignet sich der Geräteanschluss für den Einsatz im Außen- und Feuchtbereich.

Bild 3: Wanddurchführung: Dank der Schutzart IP66/67 eignet sich der Geräteanschluss für den Einsatz im Außen- und Feuchtbereich. Phoenix Contact

Mit wenigen Handgriffen können Installateure Leitungen auf diese Weise rationell vor Ort kontaktieren. Durch seine definierten Kontaktkräfte gleicht der Push-in-Anschluss zudem Schock und Vibration aus und stellt so eine dauerhafte Kontaktierung her. Spannungen bis zu 690 V und Ströme bis zu 20 A sind damit übertragbar.

Einfaches System für schwierige Bedingungen

Bild 4: Automatisierte Verdrahtung: Der Push-in-Anschluss ermöglicht geräteseitig den Einsatz von Verdrahtungsrobotern und bietet dem Installateur feldseitig einen einfachen und schnellen Leitungsanschluss.

Bild 4: Automatisierte Verdrahtung: Der Push-in-Anschluss ermöglicht geräteseitig den Einsatz von Verdrahtungsrobotern und bietet dem Installateur feldseitig einen einfachen und schnellen Leitungsanschluss. Phoenix Contact

Dank der Schutzart IP66/67 eignet sich der Geräteanschluss für den Einsatz im Außen- und Feuchtbereich, zudem arbeitet er auch bei Temperaturen von -40 bis 100 °C. Die Leitung wird durch die Tülle geführt und direkt am Gerät angeschlossen. Danach wird die Tülle einfach verriegelt, und die Zugentlastung wird durch Festziehen der Mutter hergestellt. Anwender finden die richtige Verriegelungsposition anhand einer speziellen Codierung. Bei beengten Platzverhältnissen ist dies ein Muss für eine sichere Bedienung. Gegen unbeabsichtigtes Lösen schützt ein Mechanismus, der das Lösen der Tülle mit einem handelsüblichen Schraubendreher möglich macht. Ein Leistungsanschluss dient hier als integraler Bestandteil des Systems. Einfache Markierungen können in vielfältigen Farben gewählt, eigenständig beschriftet oder bedruckt werden, wodurch sich sofort eine direkte Zuordnung ergibt (Bild 4).

Fazit

Cost-down und Quality-up – diese beiden Prinzipien scheinen oft unvereinbar nebeneinander. IPD schafft hier den Schulterschluss. Erstmalig profitieren Hersteller und Anwender gleichsam von den Vorzügen der Push-in-Anschlusstechnik. Beginnend mit der automatisierten Verdrahtung im Gerät, ermöglicht die Direktstecktechnik im Feld einen direkten Anschluss. IPD basiert auf gängigen Industriestandards und ist prädestiniert für den Einsatz unter widrigen Bedingungen.

Markus Lewandowski

Produktmanager Pluscon installation bei Phoenix Contact

(prm)

Kostenlose Registrierung

Newsletter
Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Ich habe die AGB, die Hinweise zum Widerrufsrecht und zum Datenschutz gelesen und akzeptiere diese.

*) Pflichtfeld

Sie sind bereits registriert?