| von Peter Stövesand

Auf einen Blick

Messumformer respektive Trennverstärker stehen während der Installation und Inbetriebnahme im Fokus des Technikers. Anschließend sollen sie über Jahrzehnte zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen, ähnlich wie Reihenklemmen. Daher kommt der einfachen Handhabung bei der Geräteauswahl eine besondere Bedeutung zu. Phoenix Contact setzt diese Anforderung mit der Produktfamilie Mini Analog Pro um, die selbst entwickelt worden ist und in der eigenen Kunststoff-, Metallteil- und SMD-Fertigung nach höchsten Qualitätsansprüchen produziert wird. So ist außerdem sichergestellt, dass auch hohe Stückzahlen innerhalb kurzer Zeit ausgeliefert werden können.

Im Bereich der Messumformer haben sich Baubreiten von lediglich 6 mm am Markt als Standard etabliert. Seit 2004 sind die Auswahl und der Funktionsumfang der Geräte stetig gestiegen, sodass heute nahezu jede Anwendung mit den kompakten Messumformern umgesetzt werden kann. Die Miniaturisierung bringt allerdings auch Nachteile wie schlechter zugängliche Anschlusspunkte oder eingeschränkte Beschriftungsmöglichkeiten mit sich, die den Bedienkomfort im Vergleich zu mehr als 17,5 mm breiten Geräten reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat Phoenix Contact eine schmale Gerätefamilie entwickelt, die eine besonders anwenderfreundliche Installation, Funktion und Wartung ermöglicht. Dabei ist die etablierte platz- und kostensparende Bauform beibehalten worden. Während andere Hersteller auf größere Gehäuseabmessungen setzen, stellt die Produktfamilie Mini Analog Pro aufgrund innovativer patentierter Lösungen einen hohen Funktionsumfang und Komfort auf nur 6 mm Baubreite bei gleichzeitig kompakter Bauhöhe zur Verfügung.

Die geringe Bauhöhe der Module spart Platz zwischen den Kabelkanälen.

Die geringe Bauhöhe der Module spart Platz zwischen den Kabelkanälen.Phoenix Contact

Patentierte steckbare Anschlusstechnik und Lösemechanismus

Soll Platz im Schaltschrank eingespart werden, spielt die Baubreite der Geräte eine entscheidende Rolle. Was jedoch oft vergessen wird, ist die in diesem Zusammenhang ebenso wichtige Bauhöhe. Die Messumformer können deshalb problemlos zwischen Kabelkanäle montiert werden, die einen Abstand von 115 mm zueinander aufweisen. Trotzdem sind alle Anschlusspunkte von oben einseh-, bedien- und in beliebiger Reihenfolge belegbar. Das ist bei den meisten am Markt angebotenen Lösungen nicht der Fall. Die Geräte überzeugen darüber hinaus durch die patentierte steckbare Anschlusstechnik Fastcon Pro. Sie erlaubt eine Entnahme der Geräte von der Hutschiene, ohne dass die angeschlossenen Leitungen vertauscht werden. Denn jeder Stecker ist codiert und passt lediglich auf eine Position im Gerät. Der Stecker lässt sich bei einer so kompakten Bauform nur wegen des patentierten Lösemechanismus entfernen respektive mit der selbstdrehenden Rändelschraube werkzeuglos wieder anbringen. Das Verfahren sorgt gleichzeitig für einen sicheren Halt selbst bei anspruchsvollen Anwendungen in einer vibrierenden Umgebung.

30 mm lange Beschriftungsfläche

Die Beschriftung der 6 mm schmalen Baugruppen stellt für jeden Anwender eine Herausforderung dar, weil die Analogsignalkreise im Feld immer durch mindestens drei Zeichen gekennzeichnet sind. Mit aufsteckbaren Beschriftungsschildchen aus dem Standardmarkierungsprogramm bietet die Produktfamilie Mini Analog Pro daher eine in der Sechs-Millimeter-Klasse einmalige 30 mm lange Beschriftungsfläche, auf der etwa 21 Zeichen untergebracht werden können. Alternativ lassen sich bestehende Klebeetiketten in gleicher Länge nutzen.

Als weiterer Vorteil erweist sich die bei sämtlichen Geräten der Produktfamilie vorhandene Statusanzeige in Form von grünen (Power), roten (Error) und gelben LEDs (Schaltzustand). Diese befinden sich an den Außenseiten der Deckel und sind nach Funktion beschriftet. Die sonst übliche Gefahr einer Überdeckung durch die Beschriftung ist somit nicht mehr gegeben. Außerdem erkennt der Anwender sofort, um welche Art von Meldung es sich handelt. Er muss also nicht mehr in der Dokumentation nachsehen.

Der durchgängige LED-Status und das Standard-Markierungsmaterial ermöglichen eine schnelle Identifizierung.

Der durchgängige LED-Status und das Standard-Markierungsmaterial ermöglichen eine schnelle Identifizierung.Phoenix Contact

Integrierte Messpunkte

Jeder Service-Techniker, der im laufenden Betrieb Stromschleifen messen muss, ist sich der Gefahr bewusst, dass er durch seine Arbeit die gesamte Anlage stilllegen kann. In die Geräte der Produktfamilie Mini Analog Pro sind deshalb entsprechende Messpunkte integriert worden, sodass die Stromschleife nicht mehr aufgetrennt werden muss, um das Multimeter in Reihe einzubinden. Der Techniker kann folglich die gesamte Schleife messen, ohne den Stromkreis zu unterbrechen. Somit wird kein Fehler verursacht und keine Komponente kurzzeitig aus dem Signalkreis herausgelöst.

Der Strom wird ohne Unterbrechung der Stromschleife gemessen.

Der Strom wird ohne Unterbrechung der Stromschleife gemessen.Phoenix Contact

Neben der Strommessfunktion hat der Anwender trotzdem die Möglichkeit, die Eingangs-, Ausgangs- und Versorgungskreise einzeln zu trennen. Dies kann bei der Inbetriebnahme interessant sein, wenn die Anwendung im Feld getestet wird, das Signal aber beispielsweise nicht an die Steuerung weitergeleitet werden soll. Zu diesem Zweck wird der Lösemechanismus der Fastcon-Pro-Stecker um 180 Grad gedreht, sodass sich der Stecker in der Trennposition befindet. Die Kabel bleiben also in der richtigen Position und hängen nicht lose im Schaltschrank. Anschließend lässt sich die Trennung durch einfaches Drücken mit dem Finger wieder aufheben.

Mit der integrierten Trennfunktion lassen sich Signalkreise einfach unterbrechen.

Mit der integrierten Trennfunktion lassen sich Signalkreise einfach unterbrechen.Phoenix Contact

Einfache Konfiguration

Die Geräte dieser Produktfamilie zeichnen sich zudem durch eine einfache Konfiguration per DIP-Schalter aus. Ein nachfolgender Abgleich ist nicht mehr notwendig, da alle einstellbaren Messbereiche bereits bei der Fertigung der Messumformer kalibriert werden. Der bewährte galvanisch getrennte Programmieradapter ermöglicht eine Konfiguration der Module, ohne dass die Versorgungsspannung angeschlossen wird. Die erforderliche Software kann sich der Anwender kostenfrei von der Phoenix-Contact-Homepage herunterladen. Auch in diesem Bereich steht die einfache Handhabung an erster Stelle. So kann der Anwender zwischen drei verschiedenen Lösungen wählen. Der erste Ansatz basiert auf der herstellerübergreifenden FDT/DTM-Technologie, welche die Parametrierung von Geräten unterschiedlicher Anbieter mit nur einem Programm erlaubt. Dabei fungiert FDT (Field Device Tool) als Rahmenapplikation und DTM (Device Type Manager) als Treiber für das jeweilige Gerät. Das von Phoenix Contact zur Verfügung gestellte Paket besteht aus beiden Komponenten – FDT und DTM. Darüber hinaus ist eine zweite Lösung lediglich mit DTM für die Anwender erhältlich, die ihre bereits im Einsatz befindliche FDT-Rahmenapplikation weiter nutzen möchten. Schließlich wird als dritte Variante eine klassische Stand-Alone-Software mit Konfigurationsmasken angeboten.      

Smartphone-basierte Einstellungen

Ferner lassen sich die Geräte dieser Produktfamilie über das Smartphone konfigurieren. Dazu wird die in jeden Messumformer integrierte NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) verwendet, die eine kabellose Verbindung zwischen Smartphone und Gerät aufbaut. Der Vorteil für den Anwender liegt darin, dass er nur sein Mobiltelefon und die kostenfreie App für Mini Analog Pro benötigt, um die gewünschten Funktionen auszuführen. Das erweist sich insbesondere bei weit entfernten Service-Einsätzen als nützlich, denn der Techniker muss kein spezielles Kabel oder einen Adapter mit sich führen. Zur Aktivierung der Verbindung legt er lediglich sein Smartphone auf den Messumformer. Komplizierte Kopplungsvorgänge wie bei Bluetooth entfallen. Die Reichweite einer Kommunikation über NFC beschränkt sich auf wenige Zentimeter, was unbefugte Zugriffe verhindert. Außerdem ist kein Anschluss an die Versorgung notwendig. Neben der Konfiguration der Messumformer bietet die App eine DIP-Schalter-Einstellhilfe. Ferner können Anschlussbilder, Beschreibungen und weitere Dokumentation der Geräte abgerufen werden. Sämtliche Daten lassen sich speichern und per E-Mail verschicken, weshalb sich die Kommunikation mit dem Heimatstandort während eines Service-Einsatzes erheblich vereinfacht. Zum Start ist eine App für Android-Betriebssysteme erhältlich.

Die Konfiguration der Module erfolgt kabellos ohne Sonderzubehör.

Die Konfiguration der Module erfolgt kabellos ohne Sonderzubehör.Phoenix Contact

Weiter Temperaturbereich

Eine neu entwickelte Schaltungstechnologie ermöglicht einen Einsatztemperaturbereich von -40 bis 70 °C, den kein anderer Anbieter erreicht. Die Sechs-Millimeter-Klasse erlaubt 3 kV Prüfspannung und eine Bemessungsisolationsspannung bis 300 Veff. Das Netzteil wurde ebenfalls in der Funktion erweitert. Nun lassen sich Spannungen zwischen 9,6 und 30 VDC anschließen, sodass schwankende Versorgungen kein Problem darstellen und die Messumformer selbst in 12-V-Applikationen genutzt werden können.

Peter Stövesand

ist Produktmanager Interface Analog, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont.

(ah)

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