Sourcengine

In der Sourcengine kombiniert Sourceability mehrere Tools sowie einen Marketplace. (Bild: Sourceability)

Distributor oder kein Distributor – was genau macht Sourceability?

Jens Gamperl: Ein Distributor bringt Logistik- und Finanzdienstleistungen für verschiedene Hersteller zusammen. Das machen wir auch, allerdings war das Ziel, als ich die Firma vor sechs Jahren gestartet habe, ein anderes: Technologieentwicklung. Wenn man reiner Technologieanbieter ist, ohne ein aktuelles Geschäft zu betreiben, dann ist es viel schwieriger Zugang zu den Kunden und Lieferanten zu bekommen. Deshalb haben wir als klassischer Distributor mit unseren Franchise-Lines angefangen. Parallel dazu haben wir begonnen, den ersten unabhängigen Marktplatz, die Sourcengine, zu entwickeln. Die eCommerce-Plattform ist quasi der Eingang zu weiteren Tools und Technologien für die Anwender.

Wie helfen Sie Unternehmen und Anwendern bei der Digitalisierung/digitalen Transformation?

Jens Gamperl: Die Sourcengine ist letztendlich ein Marktplatz, an dem unsere Kunden heute Zugang zu mehr als 3000 Lieferanten haben, die wir auch entsprechend vorselektiert haben. Es gibt einen Rating-Prozess, der etwa Zuverlässigkeit, Qualität oder auch die Art des Verkäufers beurteilt. Für einen OEM oder einen Auftragsfertiger ist es heute schwierig 3000 oder mehr Lieferanten zu qualifizieren und in ein ERP-System einzupflegen. Innerhalb der Sourcengine gibt es noch weitere Tools wie etwa ein BOM-Management-Tool oder ein RFQ bzw. Quote-Management-Tool. Mit dem BOM-Tool können Anwender beispielsweise ein Excel-Sheet mit bis zu 4000 Bauteilen hochladen. Sie können dann zusätzliche Daten wie Lieferzeiten, Preise, Produktalternativen oder technische Details vergleichen und dann auch sofort einen Auftrag auslösen. Request for Quote (RFQ) ist ein wichtiger Bestandteil in der Branche. Oftmals wird darüber auch versucht, den Preis zu verhandeln.

Am Bauteil- und Rohstoffmarkt mangelt es derzeit an vielen wichtigen Rohstoffen. Wie macht sich das bei Ihnen als Marketplace bemerkbar?

Jens Gamperl: Wir hatten zu Beginn des Jahres auf der Sourcengine rund 9,5 Millionen Live Offers. Momentan sind es nur 3 Millionen. Das zeigt ganz gut, dass die Verfügbarkeit von Bauteilen drastisch zurückgegangen ist. Problematisch ist vor allem auch, dass nicht nur der Bedarf gestiegen ist, sondern auch die Lead-times, was zu merklich gestiegenen Preisen führt. Eine Entspannung wird es wohl im ersten Quartal 2022 geben, allerdings wird das nur für manche Bereiche und Bauteile gelten. Unternehmen können diese schwierige Zeit aber auch nutzen, um die Digitalisierung auszubauen oder die Supply Chain zu stärken. Die Sourcengine kann dabei Transparenz für unsere Kunden und Lieferanten schaffen und mit ihren Tools Abläufe vereinfachen.

Zur Person

Jens Gamperl, Sourceability
Jens Gamperl, Sourceability (Bild: Sourceability)
  • Jens Gamperl ist seit 1983 in der Elektronikbranche tätig.
  • 2015 gründete er die Firma Sourceability, die heute über 300 Mitarbeiter an 19 Standorten weltweit beschäftigt.
  • Sein Ziel: Die Digitalisierung der Supply Chain.
  • 2018 wurde Sourcengine gelauncht, der erste unabhängige Marktplatz für elek-tronische Bauteile.
  • Seit 2007 lebt er in den USA. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder.

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