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(Bild: Rittal)

601_Rittal_fri170408000 class="caption-text">Klimatisierungslösungen in der Lebensmittelindustrie stellen eine besondere Herausforderung dar. Rittal

Hygiene ist in der Lebensmittelindustrie und verwandten Bereichen ein absolutes Muss. Kontaminationen und Verschmutzungen können im schlimmsten Fall Verbraucher schädigen, was unbedingt vermieden werden muss. Um die Hygiene in lebensmittelverarbeitenden Betrieben zu gewährleisten, ist eine Vielzahl an Normen und Vorschriften zu beachten. Die EHEDG Guidelines bilden eine wichtige Grundlage für die hygienegerechte Konstruktion sämtlicher Anlagen.

Wohin mit der Wärme

Eine besondere Herausforderung stellen Klimatisierungslösungen in der Lebensmittelindustrie dar, wie sie etwa für Schaltanlagen benötigt werden. Beim Einbau eines Filterlüfters entsteht eine Öffnung im Schaltschrank, durch die bei der Reinigung Feuchtigkeit eindringen kann. Filterlüfter müssen daher in solchen Anwendungen durch eine Strahlwasserhaube geschützt werden. Die bessere Option für die Kühlung von Schaltanlagen in der Lebensmittelindustrie ist eine Wasserkühlung. Dadurch kann ein Luftaustausch zwischen Schaltschrank und Umgebung entfallen. Bei Luft/Wasser-Wärmetauschern nimmt das Kühlwasser die Wärmeenergie der Luft im Schaltschrank auf und transportiert sie über den Kühlwasserkreislauf ab. Kühlwasser steht in lebensmittelverarbeitenden Betrieben häufig zentral zur Verfügung. Da außerdem die Umgebungsluft nicht belastet wird, spricht einiges für den Einsatz von Wasserkühlung bei Schaltanlagen. Zur Regelung der Schaltschrankinnentemperatur dient ein thermostatisch gesteuertes Magnetventil im Kühlwasserkreislauf. Ein Radialventilator sorgt für die Zirkulation der kühlen Luft im Schaltschrank.

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In der Lebensmittelindustrie sind glatte Oberflächen gefordert, die sich einfach reinigen beziehungsweise desinfizieren lassen. Rittal

Allerdings sind die dazu bislang zur Verfügung stehenden Lösungen in Bezug auf Hygienic Design nicht optimal. So ist die beim Anbau eines Luft/Wasser-Wärmetauschers geforderte glatte Oberfläche beispielsweise nicht gewährleistet, wenn ein Display in der Front integriert ist. Die Verschraubungen entsprechen ebenfalls nicht den Anforderungen des Hygienic Design. Auch wenn der Luft/Wasser-Wärmetauscher im Innern des Schaltschranks eingebaut wird, sind die Verschraubungen von außen sichtbar. Ein weiterer Nachteil: Der im Schaltschrank zur Verfügung stehende Platz verringert sich.

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Um die Hygienic-Design-Richtlinien zu erfüllen, ist die Befestigung des Wärmetauschers an der Schaltschrankwand mit Gewindebolzen und Muttern gelöst. Rittal

Um auf die Forderungen zahlreicher Kunden aus diesem Bereich zu reagieren, hat Rittal einen neuen Luft/Wasser-Wärmetauscher entwickelt, der den Richtlinien des Hygienic Design entspricht. Das Gerät, das für den Wandanbau am Schaltschrank vorgesehen ist, ist in zwei Leistungsstufen mit 0,65 beziehungsweise 1,2 kW Kühlleistung erhältlich. Das Gehäuse des Wärmetauschers besteht aus Edelstahl und hat durch Strichschliff in Korn 400 eine Oberflächenrauheit Ra von weniger als 0,8 μm. Die glatten Oberflächen lassen sich wie in der Hygienic-Design-Richtlinie gefordert einfach reinigen beziehungsweise desinfizieren. Der Wärmetauscher hat an der Oberseite die für das Hygienic Design typische Neigung von 30° nach vorne. Dies verhindert, dass Gegenstände auf der Oberseite abgestellt werden, und sorgt gleichzeitig dafür, dass Flüssigkeiten schnell abfließen, beispielsweise während der Reinigung eingesetzte Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Mit den Schutzarten IP56/59 erfüllen die Luft/Wasser-Wärmetauscher die hohen Anforderungen der täglichen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung. Mit einer C-UR- und einer CSA-Approbation sind sie international auch auf dem nordamerikanischen Markt einsetzbar. Das Hygienic Design wurde von der Prüf- und Zertifizierungsstelle im Fachbereich Nahrungsmittel der DGUV gemäß GS-NV 6 (Prüfgrundsätze für Hygiene) geprüft. Die Geräte erfüllen die Norm DIN EN ISO 14159 und sind für den Einsatz im Lebensmittelbereich gemäß DIN EN 1672-2 geeignet.

Um die Hygienic-Design-Richtlinien zu erfüllen, ist die Befestigung des Wärmetauschers an der Schaltschrankwand mit Gewindebolzen und Muttern gelöst, sodass von außen keine Verschraubung sichtbar ist. Um zu vermeiden, dass schlecht zu reinigende Spalten zwischen Luft/Wasser-Wärmetauscher und Schaltschrank entstehen, kommt eine Silikon-Dichtung zum Einsatz. Da Verunreinigungen an Silikon schlecht haften, bietet die Dichtung ein zusätzliches Plus an Hygiene. Falls die Dichtung einmal mechanisch beschädigt sein sollte, lässt sie sich vom Anwender einfach austauschen. Das entsprechende Ersatzteil ist ab Lager erhältlich. Mechanische Beschädigungen oder auch Verunreinigungen können leicht entdeckt werden, da die Dichtungen blau eingefärbt sind. Mit der Einfärbung erfüllen die Dichtungen die Anforderungen der FDA-Richtlinie 21 CFR 177.2600. Ebenfalls blau eingefärbt sind die Flachdichtungen an den Fittings für den Wasseranschluss, deren Geometrie so gestaltet ist, dass sie mit der Form des Fittings abschließen. Ein Anschlag aus Metall begrenzt die Kompression der Dichtung. Das verhindert, dass Kanten vorstehen, an deren Ränder sich Verunreinigungen oder Mikroorganismen ablagern könnten. Solch kleine konstruktive Details können teilweise einen großen Effekt auf die Hygiene im täglichen Betrieb haben. Ziel ist es dabei stets, dass sich Verunreinigungen leicht entfernen lassen beziehungsweise gar nicht erst ablagern können.

Hygienic Design

Betriebe in der Lebensmittelindustrie müssen unterschiedliche Normen und Vorschriften erfüllen. Auch für Maschinen- und Anlagenbauer, die Ausrüstung für die Lebensmittelindustrie liefern, gelten neben der Maschinenrichtlinie noch weitere Normen wie die DIN EN 1672-2, die DIN EN ISO 14159 oder die FDA-Richtlinie 21 CFR 177.2600. Wichtige Informationen, wie sich diese Normen erfüllen lassen, liefern die Veröffentlichungen der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG). Dieser Zusammenschluss von Maschinen- und Anlagenbauern, Komponentenlieferanten, lebensmittelverarbeitenden Unternehmen, Forschungsinstituten und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens veröffentlicht seit 1989 sogenannte Guidelines für das Hygienic Design – also die hygienegerechte Gestaltung – von Maschinen- und Anlagen. Ein wichtiges Ziel dieser Guidelines ist es, durch die Konstruktion zu verhindern, dass sich Produktrückstände und Verschmutzungen festsetzen können. Falls dies dennoch geschieht, müssen sie sich zumindest leicht wieder entfernen lassen. Um dies zu erreichen, sind neben der geometrischen Konstruktion auch die verwendeten Materialien und deren Oberflächenbeschaffenheit zu beachten.

Typische konstruktive Details in den EHEDG-Richtlinien sind die Vermeidung von Toträumen, Hinterschneidungen, freiliegenden Gewindegängen oder offenen Fugen. Überall dort könnten sich Verschmutzungen ansammeln, die sich nur schwer entfernen lassen. Die Oberseiten von Gehäusen sollten stets geneigt sein. Dies hat den Vorteil, dass Flüssigkeiten schnell ablaufen und außerdem keine Gegenstände auf ihnen abgelegt werden können. Glatte Oberflächen, an denen sich Verschmutzungen nicht ablagern können, sind bevorzugt einzusetzen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass sich diese gut reinigen lassen: Alle Komponenten müssen die tägliche Reinigung mit dem Hochdruck- oder Dampfstrahlreiniger problemlos überstehen.

Björn Burger

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Produktmanagement Climatisation, Rittal, Herborn

(ah)

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