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Das Team von Planqc will das Rennen um den Bau des ersten skalierbaren Quantencomputers gewinnen und in naher Zukunft einen Quantenvorteil für reale Anwendungen liefern. (Bild: Roman Bause)

Das Quantencomputing-Start-up Planqc gab eine Finanzierungsrunde von 4,6 Millionen Euro unter der Führung von UVC Partners und Speedinvest bekannt. Mit dieser Finanzierung wird das Unternehmen hochskalierbare Raumtemperatur-Quantencomputer entwickeln, basierend auf Atomen in optischen Gittern. Das Start-up wurde von einem Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik (MPQ) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gegründet und ist die erste Ausgründung des Quantentechnologiezentrums Munich Quantum Valleys.

Derzeitige digitale Quantencomputer sind durch die Anzahl der verwendeten Qubits und ihre Gatter-Qualität limitiert. Während die Anzahl der Qubits die Menge an Information begrenzt, die sich verarbeiten lassen, führt die begrenzte Gatter-Qualität unweigerlich zu Fehlern im Ergebnis einer Berechnung, sogenanntem Rauschen oder Noise. Zwar übertreffen diese NISQ-Computer (noisy intermediate-scale quantum) klassische Computer bei einigen abstrakten Problemen, sind jedoch noch weit von einem Quantenvorteil für industrierelevante Probleme entfernt.

Information in einzelnen Atomen speichern

Planqc kombiniert Quantentechnologien und skaliert damit auf tausende von Qubits, was Voraussetzung für einen industrierelevanten Quantenvorteil ist. Quantencomputer von planqc speichern Information in einzelnen Atomen – von Natur aus die besten Qubits – und ordnen sie in hochskalierbaren künstlichen Lichtkristallen an. Zur Verarbeitung von Quanteninformation kommen Quantengatter zum Einsatz, die auf präzise gesteuerten Laserpulsen basieren.

Die Quantencomputer basieren auf Atomuhren, Quantengasmikroskopen und auf extrem schnellen Rydberg-Gattern. Die Atome sind mehr als eine Million Mal kälter als der Weltraum und über tausend Mal kälter als supraleitende Qubits, wie beispielsweise IBM oder Google sie verwenden. Dennoch lassen sich die Quantencomputer aufgrund der nahezu perfekten Isolierung der Qubits bei Raumtemperatur betreiben. Die Forscher fangen und kontrollieren bereits heute routinemäßig mehr als 2000 Atome in den Quantensimulatoren am MPQ. Als spannendste Anwendung der ersten Quantencomputer nennt der Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik J. Ignacio Cirac die Simulation von Materialien.

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