Ernst Flemming, Director Product Management Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz erläutert all-electronics-Redakteurin Sabine Synkule die Besonderheiten des Oszilloskops der MXO-4-Serie.

Ernst Flemming, Director Product Management Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz erläutert all-electronics-Redakteurin Sabine Synkule die Besonderheiten des Oszilloskops der MXO-4-Serie. (Bild: von Readaktion)

Die MXO-4-Serie von Rohde & Schwarz umfasst Vierkanal-Oszilloskope mit Bandbreiten von 200 MHz, 350 MHz, 500 MHz, 1 GHz und 1,5 GHz.

Aktualisierungsrate

Ernst Flemming, Director of Product Management Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz, ist sich sicher, dass das Oszilloskop der MXO-4-Serie die weltweit höchste Echtzeit-Aktualisierungsrate von 4,5 Millionen Signalzüge pro Sekunde (von Rhode & Schwarz als wfms/s bezeichnet) erreicht. Damit ist sie um ein Vielfaches höher als bei vergleichbaren Geräten auf dem Markt, auch die Redaktion konnte nach eigenen Recherchen kein Gerät mit einer höheren Aktualisierungsrate finden. So können Entwicklungsingenieure mit dem neuen Oszilloskop mehr Signaldetails sehen und auch seltene Anomalien unmittelbar erfassen. Die Re-Arm-Zeit des Trigger liegt unter 21 ns. Ermöglicht wird diese Performance durch ein 200-GBit/s-ASIC für die Signalverarbeitung, das erstmals in der neuen Serie implementiert wurde.

Bild 1: Der 200-GBit/s-ASIC für die Signalverarbeitung wurde erstmals in der MXO-4-Serie implementiert.
Der 200-GBit/s-ASIC für die Signalverarbeitung wurde erstmals in der MXO-4-Serie implementiert. (Bild: Rohde und Schwarz)

Dr. Andreas Werner, Vice President Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz, ist überzeugt: „Unsere Kunden werden Performance auf einem völlig neuen Niveau erleben, und das zu einem bisher konkurrenzlosen Preis.“

Messrauschen und vertikale Auflösung

Das Gerät arbeitet mit einer 12-Bit-A/D-Wandlung, die selbst bei den höchsten Abtastraten durchgehend zur Verfügung steht. was einer vertikalen Auflösung von 4096 Quantisierungsstufen entspricht. Damit ist die Auflösung viermal höher ist als bei der aktuellen Generation von Oszilloskopen des Unternehmens, dem RTA4000, die mit einem 10-Bit-ADC ausgestattet ist.

Das Oszilloskop der Serie MXO-4 arbeitet mit einer 12-Bit-A/D-Wandlung, für eine höhere Auflösung steht eine 18-Bit-Architektur mit HD-Mode zur Verfügung.
Das Oszilloskop der Serie MXO-4 arbeitet mit einer 12-Bit-A/D-Wandlung, für eine höhere Auflösung steht eine 18-Bit-Architektur mit HD-Mode zur Verfügung. (Bild: Rohde und Schwarz)

Für eine noch höhere Auflösung steht eine 18-Bit-Architektur mit High-Definition-Modus (HD-Mode) zur Verfügung. So sind auch Signaldetails zu sehen, die sonst vom Rauschen überlagert werden.

Des Weiteren verweist Jithu Abraham, Product Manager Oscilloscopes bei Rohde & Schwarz auf das geringe Rauschen des neuen Oszilloskops. Dieses sei mit 104 μV bei 1 GHz und einer Empfindlichkeit von 1 mV/div das geringste seiner Klasse. Auch den Offsetbereich von +/− 5 V mit einer Skalierung von 500 µV/div hebt Ernst Flemming als den größten seiner Klasse hervor. Darüber hinaus wurde das neue Gerät mit dem in der Industrie niedrigsten Messrauschen mit einem Effektivwert (RMS) von 22 μVAC bei 1 mV/div entwickelt.

Speichertiefe der MXO-4-Serie

Die Speichertiefe des Erfassungsspeicher liegt standardmäßig bei 400 Megapoints (Mpts) pro Kanal für alle vier Kanäle gleichzeitig mit der Option auf maximal 800 Mpts auf zwei Kanälen. Damit sei die Speichertiefe der neuen Geräte viermal größer als die der aktuellen Serie und, so betont Ernst Flemming, bis zu hundertmal größer als die Speichertiefen vergleichbarer Oszilloskope auf dem Markt.

Empfindlichkeit des digitalen Triggers

Eine Trigger-Empfindlichkeit von 1/10.000 div bei allen Bandbreiten und ein Jitter unter 1 ps ermöglichen es, auch schwer aufspürbare kleine Anomalien auf der Bitübertragungsschicht in Gegenwart stärkerer Signale zu isolieren. Der digitale Trigger ergänzt die vertikale 18-bit-Architektur und ermöglicht Anwendern, die volle Messgenauigkeit der Serie zu nutzen.

HF-Mess-Performance

Um Test und Fehleranalysen nicht nur im Zeit- sondern auch im Frequenzbereich durchzuführen, ermöglichen die Oszilloskope neben Zeitbereichsmessungen auch HF-Spektrummessungen. In dem Zusammenhang hebt Andreas Werner hervor, das Gerät könne als erstes Oszilloskop überhaupt 45.000 FFT/s (Fast-Fourier-Transformation, schnelle Fouriertransformation) durchführen – vergleichbare Oszilloskope schafften weniger als 10 FFT/s. Diese Fähigkeit ist bereits im Grundgerät enthalten.

Benutzer-Oberfläche

Die neue Serie ist mit einem kapazitiven 13,3-Zoll-Full-HD-Touch-Display ausgestattet. Die Redaktion konnte sich vor Ort selbst von der Bedienfreundlichkeit der intuitiven Benutzeroberfläche überzeugen. Sie kann bestätigen, dass sich die Oszilloskope durch die geringe Stellfläche, kaum hörbare Betriebsgeräusche, eine VESA-Montageschnittstelle und einen Gestell-Einbausatz für die Installation in integrierten Umgebungen in verschiedene Arbeitsplätze integrieren lassen.

Erweiterungen

Dem Anwender stehen diverse Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese umfassen eine Mixed-Signal-Option (MSO) mit 16 integrierten digitalen Kanälen, einen integrierten Zweikanal-100-MHz-Arbiträrgenerator, Optionen zur Protokoll-Triggerung und -Decodierung für eine Vielzahl von Standard-Industriebussen. Des Weiteren sind die Geräte mit drei USB-3.0-, zwei USB-2.0-Ports, ein HDMI-Port sowie eine Ethernet-Schnittstelle und weiteren Optionen ausgestattet, die den Funktionsumfang des Geräts erweitern.

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