Der 2005 im südafrikanischen Centurion gegründete Elektronikfertiger Jemstech bietet klassische EMS und ein breites Spektrum an Value Added Services für Kunden aus den Bereichen industrielle Elektronik, Telekommunikation, Luftfahrt oder Verteidigung.

Der 2005 im südafrikanischen Centurion gegründete Elektronikfertiger Jemstech bietet klassische EMS und ein breites Spektrum an Value Added Services für Kunden aus den Bereichen industrielle Elektronik, Telekommunikation, Luftfahrt oder Verteidigung. (Quelle: ASM)

Jemstech wurde 2005 gegründet und hat heute seinen Sitz in Centurion, zentral gelegen zwischen Johannesburg und Pretoria. Als Anbieter maßgeschneiderter elektronischer Fertigungsdienstleistungen arbeitet Jemstech nun seit mehr als 15 Jahren für OEMs, die hohe Anforderungen an Qualität und Termintreue stellen.

Mehr als 50 Mitarbeiter arbeiten und produzieren dabei auf einer Gesamtfläche von rund 4.500 Quadratmetern für Kunden aus den Bereichen industrielle Elektronik, Telekommunikation, Luftfahrt oder Verteidigung. Die Fertigung erfolgt dabei nach den Anforderungen aus IPC Class II und IPC Class III und ist zertifiziert nach den Standards IPC-J-STD-001, IPC-A-600, IPC-A-610 sowie IPC-J-7711/7721. Neben den klassischen Leistungen bietet Jemstech seinen Kunden ein breites Spektrum an Value Added Services, beispielsweise Kitting, New Product Introduction (NPI), Supply-Chain-Management, Einkauf, Inventarkontrolle oder Materialbedarfsplanung (MRP).

„Jemstech wächst seit vielen Jahren kontinuierlich. Neue Kunden, neue Produkte und auch wachsender Termindruck durch viele neue Aufträge erforderten es, in deutlich mehr Power und Funktionsvielfalt zu investieren“, erklärt Jemstech Technical Director Jacques Klopper.

Gründliche Entscheidungsfindung

Für die Entscheidungsfindung ließ sich Jemstech Zeit: Gut ein Jahr lang wurden Messen in Singapur, Indien oder auch Deutschland besucht und die Maschinen internationaler Anbieter in aufwendigen Benchmarks verglichen. „Das umfangreiche, auf das Ziel der Integrated Smart Factory ausgerichtete Angebot an Lösungen von ASM überzeugte. Doch Entscheidungen über solche Investitionen können nicht auf Basis von Prospekten getroffen werden. Gespräche im Center of Competence in Singapur 2019 führten dann zu unserer Entscheidung für zwei Siplace SX2 Bestückautomaten die Systeme von ASM“, berichtet Jacques Klopper.

Inbetriebnahme trotz Corona

Die Verträge waren abgeschlossen und die Maschinen standen bereit – dann stürzte die Welt in die Corona-Krise. Die bange Frage: Kann das Projekt überhaupt erfolgreich durchgeführt werden, wenn aufgrund der Reisebeschränkungen die Unterstützung durch die ASM-Experten bei der Aufstellung und Inbetriebnahme wegfällt?

„Das Einbinden des ASM-Vertriebspartners Priben aus Johannesburg mit seiner Expertise zu ASM-Systemen überwand das Hindernis. Priben hatte uns schon im Vorfeld exzellent betreut und mit uns beispielsweise Produktionsstätten mit existierenden ASM-Installationen besucht“, freut sich Jacques Klopper noch im Nachhinein. Da kein ASM-Servicetechniker anreisen konnte, übernahm Priben die gesamte Installation der Hardware bei Jemstech. Danach wurden die Systeme über Remote Smart Factory an das weltweite ASM Servicenetzwerk angebunden. Die ASM-Spezialisten konnten auf die Jemstech-Systeme zugreifen und alle Installations- und Setupschritte ausführen.

Die beiden neuen Bestücker haben bereits mehr als 30 Mio. Komponenten verarbeitetet.
Die beiden neuen Bestücker haben bereits mehr als 30 Mio. Komponenten verarbeitetet. (Quelle: ASM)

Deutlich höhere Bestückleistungen

Die beiden Siplace SX2 Bestückautomaten eröffnen dem Unternehmen neue Möglichkeiten in der SMT-Fertigung: Die zwei Siplace SpeedStar Bestückköpfe in der ersten Maschine bieten Bestückleistungen von bis zu 86.500 Bauelemente pro Stunde. Das Spektrum reicht von kleinsten 0201m-Elementen bis hin zu Bauteilgrößen von 8,2 x 8,2 mm. Im zweiten Bestückautomat wechselt der Siplace MultiStar softwaregesteuert und bedarfsgerecht zwischen den drei verschiedenen Bestückmodi Collect&Place, Pick&Place und Mixed-Modus. Mit dem TwinStar als zweitem Bestückkopf verarbeitet Jemstech große Bauteile und OSC bis zu einer Größe von 200 x 125 mm bei einer Höhe von bis zu 50 mm.

„Wir produzieren in einer für uns bislang nicht erreichbaren Geschwindigkeit und Qualität – mehr als 30 Millionen bestückte Bauteile sprechen für sich. Das Hochleistungs-Visionsystem der Automaten erlaubt die präzise Überprüfung von Bauteilen und Bestückprozessen, was besonders wichtig für die Qualitätssicherung an kleinsten 0201-Bauteilen ist, die wir in großem Umfang verbauen“, so Jacques Klopper. „Als EMS-Provider fertigen wir einen hohen Mix unterschiedlicher Produkte. Die unkomplizierten und schnellen Produktwechsel, die mit den neuen Maschinen möglich sind, beseitigen viele unserer bisherigen Engpässe mit Bravour.“

Feeder-Lösung Sonderkonstruktionen
Offene Schnittstellen und das Feeder-Development Kit ermöglichen den Einsatz unterschiedlichster Feeder-Lösungen, auch mit Sonderkonstruktionen von Drittanbietern. (Quelle: ASM)

Familienrüstungen sind deutlich einfacher

„Die Smart Factory Suite ASM Works ist ein weiterer Gewinn für uns und erhöht unsere Effizienz noch weiter“, erklärt Jacques Klopper. „Die Software-Infrastrukturlösung bietet uns nicht nur weitreichende Möglichkeiten der Integration, darüber hinaus erhalten wir auch umfassende Möglichkeiten des Reportings, beispielsweise für Einkauf oder Produktion. Diese Transparenz löst einige der Probleme mit Engpässen, die wir früher hatten. Familienrüstungen sind durch die weitreichenden Programmiermöglichkeiten nun deutlich einfacher für uns. In Verbindung mit dem Line Monitor erreichen wir dazu nun auch lückenlose und transparente Nachverfolgbarkeit und erfüllen damit die Anforderungen aus unserem Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001.

Ein Blick in die Zukunft

Bei der Aufstellung seiner Systeme konnte sich Jemstech von den Vorteilen der Fernwartungslösung Remote Smart Factory überzeugen. Auch deshalb erwägen die Verantwortlichen, das System fest einzuführen. „Ebenso überzeugen die Möglichkeiten für THT-Komponenten. Die Clinching-Option der Siplace SX und das umfangreiche OSC-Package könnten ein Thema werden“, meint Jacques Klopper. Zu den Visionen im Zeitrahmen von mehr als fünf Jahren stehe die Druckprozessverbesserung mit ProcessExpert, dem ersten selbstlernenden SPI-Inline-Expertensystem, ebenso im Raum wie die Lageroptimierung mit dem automatisierten und MSD-fähigen Material Tower und eine weitgehende, roboterbasierte Automatisierung der Materialversorgung mit autonomen intelligenten Transportsystemen.

Eine Erweiterung der THT-Kapazitäten über das passive Clinching-Tool und das OSC-Paket für die Siplace SX könnte in Zukunft für Jemstech interessant sein.  Quelle: ASM
Eine Erweiterung der THT-Kapazitäten über das passive Clinching-Tool und das OSC-Paket für die Siplace SX könnte in Zukunft für Jemstech interessant sein. (Quelle: ASM)

Ein rundum erfolgreiches Projekt

„Für Jemstech war die Einführung der beiden neuen Bestücklösungen ein voller Erfolg und wir sind rundum glücklich und zufrieden mit unserer neuen Anlage“, bringt es Jacques Klopper auf den Punkt und resümiert weiter: „ASM und sein Partner Priben hier vor Ort haben das Projekt trotz aller Corona bedingten Schwierigkeiten zum erfolgreichen Abschluss gebracht. Wir profitieren heute von einem erheblich gesteigerten Output, neuen Möglichkeiten für die High-Mix-Fertigung sowie einem ganz neuen Qualitätsniveau. Unsere Systeme tragen so wesentlich dazu bei, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen. Das breite Optionen-Portfolio und die ASM Lösungen für die Integrated Smart Factory bieten uns darüber hinaus eine hohe Investitionssicherheit. Wir können die Systeme Schritt für Schritt ganz nach Bedarf erweitern und künftigen Anforderungen anpassen.“

Autor

mathias heinz, ASM

Mathias Heinz,

ASM Solutions Marketing Manager

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