Der Temperatursensor im Miniformat überprüft die Lagerbedingungen von Ananas.

Ob die Lagerbedingungen für Südfrüchte ideal sind, lässt sich mithilfe eines Temperatursensors im Miniformat überwachen. (Bild: Disruptive Technologies)

Die Innovation kam 2019 auf den Markt. Dazu musste das EMS-Unternehmen aus Zandt zunächst den Prototyp reproduzierbar machen. Für die Übersetzung des Prototyps in ein marktreifes Produkt, das serienmäßig in großen Stückzahlen produziert werden kann, hat Zollner über zwei Jahre hinweg eine komplette maßgeschneiderte Produktionslinie eingestellt und immer wieder verbessert. Dazu hat sie bereits vorhandene und bekannte Technologien an die neuen Anforderungen angepasst sowie neuartige Technologien zum Einsatz gebracht. Die Linie ist in der Lage, 11 Millionen Sensoren pro Jahr herzustellen und kann auf die angestrebte Produktion von 35 Millionen Stück ausgebaut werden.

Sensorlösung mit Potenzial

IoT-fähige Geräte fand der Unternehmensgründer von Disruptive Technologies für eine flächendeckende Verbreitung zu teuer und zu unhandlich. Daher entwickelte er 2013 einen Sensor, der mit Maßen von 19 x 19 x 2,5 mm gerade einmal so groß wie eine Computertaste und so dick wie eine Münze ist. Der Sensor lässt sich auch an schwer zugänglichen Stellen anbringen und misst dort beispielsweise Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Seine Daten übermittelt er an den Cloud Connector, den ebenfalls Zollner herstellt. Dabei handelt es sich um eine Verbindungsstation, die die Daten sicher verschlüsselt in die Cloud weiterleitet. Dort stehen sie permanent in Echtzeit zur Verfügung und dienen als Grundlage für optimales Ressourcenmanagement.

Der weltweit kleinste drahtlose Sensor, entwickelt vom norwegischen Startup Disruptive Technologies und in die Großserienfertigung überführt von der Zollner Elektronik AG, lässt sich auch an schwer zugänglichen Stellen anbringen.

Der drahtlose Sensor lässt sich auch an schwer zugänglichen Stellen anbringen. Disruptive Technologies

Zu den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Sensorlösung zählen unter anderem die Überwachung von Kühlketten, die Lebensmittelverschwendung vermeidet, die Beobachtung von Umspannwerken, die die Versorgungssicherheit erhöht, oder die Kontrolle der Temperatur in Wasserleitungen, die der Entwicklung gesundheitsgefährlicher Legionellen vorbeugt. Zudem erlaubt es diese Lösung Gebäude aus der Ferne zu überwachen und ermöglicht so die intelligente Belegung von Schreibtischen, die gezielte Reinigung sowie Energieeffizienz und einen nachhaltigen Betrieb. In Fabriken und Lagersystemen kann die Sensorlösung so die Produktivität steigern, Ausfallzeiten verhindern und Wartungskosten senken.

Produktionslinie für die Großserienfertigung

Bei der Produktion des Mini-Sensors musste Zollner mehrere Herausforderungen bewältigen. So ist der fest vorgegebene Bauraum für den Mini-Sensor extrem komprimiert. Auf einer sehr dünnen Leiterplatte wird eine winzige Batterie aufgebracht. Die Baugruppe muss darüber hinaus vollständig gekapselt werden, um unter anderem die Norm IP68 zu erfüllen. Ziel war es, das Produkt absolut wasserfest und staubdicht zu machen sowie den industriellen Temperaturbereich von -40°C bis +85°C abzudecken. Die daraus resultierende Fertigungslinie verwendet Techniken wie Drahtbonden, Laserschneiden, Vakuumformen, Harzgießen und massive Robotisierung. Die Kombination dieser Techniken eise hat laut Hersteller zu einem sehr kosteneffizienten und qualitativ hochwertigen Herstellungsprozess geführt.

(pg)

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