CK 01-Stufenschablone

Visionär: Christian Koenen hat die gefräste Stufenschablone zu einem Zeitpunkt erfunden und patentieren lassen, als die Bestückung von Leiterplatten mit unterschiedlich großen Bauteilen noch ganz am Anfang stand. (Bild: Christian Koenen)

Damit sich diese Erfolgsgeschichte fortsetzen kann, forciert Christian Koenen den Ausbau modernster Produktionsanlagen, die Entwicklung innovativer Technologien und die Erschließung neuer Märkte. Johann Weber ist sich sicher: „Koenen ist für uns ein wertvoller Partner.“ Der Vorstandsvorsitzende von Zollner Elektronik findet für den Mehrfachjubilar lobende Worte: „Die Firma Koenen ist der Beweis für nachhaltigen Unternehmens- und Markterfolg sowie eine Unternehmenswertsteigerung auf der Grundlage einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die von fortschrittlicher Technologie, höchsten Qualitätsstandards sowie ausgeprägter Kompetenz und Zuverlässigkeit der Ansprechpartner getragen wird.“

Diese große Anerkennung kommt einem Ritterschlag gleich. Immerhin zählt Zollner Elektronik zu den Top 15 der EMS-Unternehmen weltweit. Besonders schätzt der Manager des Fertigungsdienstleisters für elektronische Baugruppen das umfassende Leistungsangebot von Koenen: „Es reicht heute nicht mehr aus, nur als Verkäufer von Druckschablonen oder Sieben aufzutreten.“

Vom Kellerbetrieb zum Marktführer

Vor 50 Jahren, als die Eltern des heutigen Inhabers und Geschäftsführers, Isabella und Karl-Heinz Koenen, den Sprung in die Selbstständigkeit wagten, sah die Welt hingegen noch ganz anders aus. Sie schufen mit dem Handel von Sieben die Basis für den bis heute anhaltenden Erfolg. Die Abnehmer der ersten Stunde, darunter die Siemens-Halbleiterfertigung in München, wünschten sich damals einen zuverlässigen Lieferanten für die bis dahin noch aus den USA importierten Drucksiebe. Schon kurz darauf begann Karl-Heinz als gelernter Werkzeugmacher mit der Produktion eigener bespannter Drucksiebe in seiner Wohnung und dann in angemieteten Kellerräumen in München. Auch hier wurde der Platz schnell zu knapp, sodass das Unternehmen Anfang der 1980er in den Münchner Süden nach Riemerling (Werk 1) zog. Wenig später folgten der Einstieg in die Beschichtung und Belichtung sowie die Konstruktion von Siebdruckrahmen.

Bereits im Alter von zehn Jahren sammelte Christian Koenen im elterlichen Betrieb erste Erfahrungen im Umgang mit Drucksieben und fand seine Bestimmung. Mit dem Eintritt in das Familienunternehmen 1983 setzte er sich für den verstärkten Einsatz modernster Techniken ein. „Ich habe mich einfach gefragt, was der nächste Schritt ist. Mein Ziel war – und das ist es übrigens immer noch – die Nase vorne zu haben und der Zeit etwas voraus zu sein“, blickt Christian Koenen heute zurück. Ein Ergebnis seines Engagements: Koenen richtete schon 1987 als erster deutscher Siebhersteller einen klimatisierten Reinraum ein und schaffte später einen eigenen Fotoplotter an, um transportbedingte Temperaturschwankungen des Trägermaterials zu vermeiden und so die Qualität und Präzision der Siebe weiter zu erhöhen.

CK 02-Plasma-Schablone

Die Plasma-3.0-Beschichtung weist durch die besonders feinen Strukturen und Durchbrüche eine erhebliche Verbesserung des Auslöseverhaltens gängiger Druckmedien auf. Christian Koenen

SMT-Fertigung als Game Changer

Als Ende der Achtzigerjahre die SMT-Technik und mit ihr als neues Druckwerkzeug für das Aufbringen der Lotpaste die Schablone (Stencil) aufkam, setzte Koenen wieder auf modernste Technik. Das Unternehmen entwickelt zusammen mit einem Münchner Computerspezialisten eine Mailbox für den Empfang von CAD-Daten im Gerber-Format – ein absolutes Novum in der Branche. Bis dahin war es üblich, die Layout-Daten via Datenträger auf dem Postweg zu übermitteln und manuell in das Produktionssystem einzupflegen.

Im Jahr 1994 eröffnete das Unternehmen eine weitere Produktionsstätte (Werk 2), schaffte einen der ersten Schneidlaser an, an dessen Entwicklung Christian Koenen beteiligt war, und stieg in die Produktion von Präzisionsschablonen ein. In den Folgejahren entwickelte das Unternehmen zahlreiche Kerntechnologien wie das Elektropolieren oder ein neues Verfahren zum verzugsfreien Einschweißen der Metallschablonen in die Rahmen.

Kooperation als Erfolgsfaktor

Diese technologieorientierte Strategie verfolgte Christian Koenen auch weiter, als er 2003 in fußläufiger Entfernung zum Koenen-Stammsitz als eigenes Unternehmen die Christian Koenen GmbH (CK) innerhalb von zwei Monaten auf die Beine stellte. Von Anfang an bahnte er Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen und Lieferanten an, um frühzeitig Zugang zu neuesten Technologien und Ausrüstungen zu erhalten. Auf diese Weise konnte sich der Unternehmer Exklusivzugriff auf einmalige Fertigungsprozesse und Ausgangsmaterialien sichern.

„Es reicht aber schon lange auch nicht mehr, nur neue Technologien zu entwickeln und hochpräzise Druckwerkzeuge zu produzieren“, sagt Christian Koenen. „Wir unterstützen Anwender aktiv bei der Einführung neuer Technologien und Steigerung der Produktionseffizienz. Hier lohnt es sich, dem Druckwerkzeug Aufmerksamkeit zu schenken, da sich erfahrungsgemäß in vielen Fällen mit einer maßgeschneiderten Druckwerkzeuglösung schon bei mittelgroßen Produktionschargen mehrere Tausend Euro durch Reduzierung der Nacharbeit und des Ausschussanteils einsparen lassen.“ Da das Druckergebnis von vielen Parametern abhängt, sollte die Schablone jedoch schon vorab mit dem Prozess des Kunden getestet werden. Dank des bereits 2011 eröffneten Application Centers, das 2015 nochmals erheblich erweitert und ausgebaut wurde, ist das für Kunden von CK gewährleistet. Gleichzeitig setzt das Unternehmen das Center für die Weiterentwicklung der Technologien ein.

 

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CK 03-Laserfertigung

Laufende Investitionen in den Maschinenpark bestimmen den Erfolg: Die Laseranlagen sind auf die Bedürfnisse und Anforderungen von CK abgestimmt, sodass eine extrem hohe Qualität und Präzision bei der Herstellung von Druckschablonen sichergestellt ist. Christian Koenen

Individuelle Lösung für jede Druckanwendung

Seit der Übernahme von Koenen durch CK im Jahre 2015 können Anwender zudem alle Werkzeugformen für den technischen Druck aus einer Hand beziehen: Von der Edelstahlschablone über die Stufenschablone und die Pump-Print-Schablone bis hin zu oberflächenveredelten Varianten für den besonders präzisen Druck. Genauso umfassend ist das Spektrum an Drucksieben. Es schließt Präzisionssiebe aus Edelstahlgewebe ebenso ein wie Polyestersiebe oder Trampolinsiebe. „Wir müssen den Kunden also nicht von einer bestimmten Technologie aus einem begrenzten Portfolio überzeugen, sondern wählen gemeinsam mit dem Anwender stets die bestmögliche Lösung für die individuelle Aufgabenstellung“, erläutert Christian Koenen.

Diese Strategie kommt beim Kunden an. Heute produziert und entwickelt das Unternehmen in München auf einer Fläche von 7500 m² Druckwerkzeuge und ist zum größten europäischen Anbieter von Präzisionsschablonen und -sieben für die Elektronikfertigung aufgestiegen. Die erreichte Unternehmensgröße erlaubt es dem Unternehmen auch, die erforderlichen Investitionen in die Zukunft zu bewältigen. Niederlassungen in Sachsen-Anhalt, Ungarn und Frankreich helfen, Reaktionszeiten zu verkürzen und die Wege zu den Kunden kurz zu halten.

Qualität und Präzision wird noch wichtiger

Durch die gelebte enge Zusammenarbeit mit technologisch führenden Anwendern, erkennen die Ottobrunner Druckwerkzeugspezialisten sich anbahnende Trends frühzeitig und entwickeln entsprechende Lösungen. So hat Christian Koenen die gefräste Stufenschablone zu einem Zeitpunkt erfunden und patentieren lassen, als die Bestückung von Leiterplatten mit unterschiedlich großen Bauteilen noch ganz am Anfang stand. Die in der Automatisierung und Medizintechnik bis heute fortschreitende Miniaturisierung mit SMT-Bauteilen in Mikrometergröße unterstützt CK mit innovativen Plasmabeschichtungsverfahren, die laufend weiterentwickelt werden.

Etwa zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet CK aktuell mit SMT-Schablonen, den Rest mit Präzisionssieben. Das Potenzial der bestehenden Technologien ist dabei noch lange nicht ausgeschöpft. Beispielsweise wird die auf absehbare Zeit übliche Mischbestückung von Leiterplatten den Absatz von Stufenschablonen weiter erhöhen. Auch bei den Sieben erlebt CK gerade einen Nachfrageschub.

Zudem wird der Anteil an Fertigungen der Klasse 3 mit Reparaturverboten oder sehr aufwändigen Reparaturprozeduren in der Automobilindustrie und der Medizintechnik deutlich zunehmen. Hier profitieren Anwender vom hohen Umsatzanteil, der bei CK für den laufenden Produktionsausbau verwendet wird. So verfügt das Unternehmen über eine der modernsten Fertigungen mit vollklimatisierten Produktionsräumen inklusive 6-Zonen-Reinraum sowie modernste Messmittel einschließlich 3D-Präzisionsmessystem. Diese Investitionen sorgen für ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau der gelieferten Druckwerkzeuge, das wesentlich dazu beiträgt, dass sich die Elektronikhersteller in einem definierten Prozessfenster sicher bewegen und den kommenden technischen Herausforderungen stellen können.

Zukunftssicherung mit neuen Technologien und Akquisitionen

Darüber hinaus werden neue Technologien, die in der Marktdurchdringung noch ganz am Anfang stehen, für zusätzlichen Umsatz sorgen. Dazu gehören Spezialschablonen für Halbleiter-Applikationen. Diese Schablonen können bis zu einer halben Million Aperturen aufweisen und dabei bis zu 60 Prozent geöffnet sein. Und das bei einer Materialstärke von nur 40 µm und der Anforderung, jedes Pad mit einer Genauigkeit von ±2 µm zu drucken. CK beherrscht dieses Kunststück und konnte so einen Anwender, dessen Ausbeute nach einem Geometriewechsel auf 96 Prozent abgefallen war, wieder auf 99,4 Prozent bringen.

Nicht zuletzt plant CK verstärkt neue Märkte mit hochpräzisen Druckformen anzugehen, die weiteres Wachstum ermöglichen werden. Hier haben die Verantwortlichen insbesondere das genaue Aufbringen von Sinter- und Wärmeleitpasten oder Klebern im Auge. „Die hohe Zufriedenheit unserer Kunden, versierte Mitarbeiter, führende Technologien und Materialien sowie weitere Akquisitionen sind die Basis für unser zukünftiges Wachstum. Eine Verdoppelung unseres Umsatzes innerhalb von zehn Jahren ist ein Ziel, das erreichbar sein sollte“, blickt Christian Koenen optimistisch nach vorne.

Immer einen Schritt voraus

Für den Erfolg des Unternehmens gibt es mehrere Gründe. Besonderes Gewicht kommt der Tatsache zu, dass fortlaufend in neueste Anlagentechnik investiert wird. Auch die enge Zusammenarbeit mit Kunden treibt die Innovationskraft von CK voran, weshalb 2005 der 3-Zonen-Reinraum eröffnet und 2008 das Application Center aufgebaut wurde. Dementsprechend kann die Christian Koenen GmbH auf eine Reihe eigener, inzwischen patentierter Erfindungen blicken.

 

 

Christian Koenen GmbH

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