Hauni, Hamburger Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Tabakindustrie

Hauni, Hamburger Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Tabakindustrie, setzt auf enge Technologiepartnerschaften mit ASM. Wie es dazu kam und wie beide Unternehmen davon profitierten. (Bild: Hauni)

Strikte Kundenorientierung, kurze Entwicklungszyklen und Digitalisierung – Geschwindigkeit bestimmt das Geschäft im Maschinenbau. Beim Hamburger Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Tabakindustrie, Hauni, ist das nicht anders. Als es um eine Maschine für die Herstellung von E-Zigaretten ging, sorgte die Zusammenarbeit zwischen dem Hauni-Innovationsteam und dem Pendant von ASMPT SMT Solutions, dem Center of Competence-Team in München für Tempo in der Entwicklung und Fertigung.

„Ohne Zusammenarbeit funktioniert es kaum mehr.“ Die Worte von Dr. Niklas Romming, Project Manager/Product Owner beim hanseatischen Maschinenbauer Hauni, sind symptomatisch für die aktuelle Situation in Deutschlands Vorzeigebranche: Enge Technologiepartnerschaften zwischen Unternehmen aus dem Anlagen- und Maschinenbau werden zunehmend zum Kriterium dafür, wann und wie Innovationen in die Praxis überführt werden können. Die vielbeschworene Time-to-market war schließlich auch bei Hauni der Gradmesser, als es im Frühjahr 2020 innerhalb einer Zukunftsplanung darum ging, neue Wachstumschancen im boomenden Markt für E-Zigaretten auszuloten. Hier überfluten Dr. Romming zufolge Consumer-Produkte in millionenfacher Stückzahl den Handel, nur um kurze Zeit später von anderen abgelöst zu werden. Der Hauni-Manager: „Für die Entwicklung von Maschinen bleibt nur wenig Zeit, denn der Schnellste macht das Geschäft.“

Wie ein alteingesessener Maschinenbaukonzern neue Wege geht

Um als alteingesessener Maschinenbaukonzern aus der Tabakindustrie in dieses schnelllebige Geschäft mit „unzähligen Marken, Wettbewerbern und Lösungen“ einzusteigen, ging das Hauni-Management neue Wege: Ein Thinktank nach dem Vorbild eines Start-ups, das direkt unter dem Vorstand aufgehängt wurde, sollte nach den Worten des Project Managers Innovationen hervorbringen und so die Technologieentwicklung für den Eintritt ins neue Marktsegment beschleunigen. Ein Ziel der Abkoppelung vom Alltagsgeschäft der Muttergesellschaft war es, frische Ideen für eine schnellere Fertigung von Verdampfern für E-Zigaretten einzubringen. „Es ging also erst einmal darum, unabhängig von existierenden Methoden und Verfahren des klassischen Maschinenbaus über den Tellerrand zu schauen“, erinnert sich Dr. Romming. Und damit rückte schnell die SMT-Fertigung ins Visier. Die Innovationen aus dieser Branche sollten dem Maschinenbauer aus Norddeutschland in erster Linie ermöglichen, die Verdampfer schneller, kostengünstiger und in einer höheren Qualität produzieren zu können.

Zupass kam den Verantwortlichen der Innovationschmiede bei Hauni, dass auch der Hersteller von SMT-Bestückmaschinen, ASMPT in München, eine ähnliche Philosophie der schnellen, agilen Innovationsforschung vertritt. Dr. Romming: „Wir hatten uns über viele Firmen informiert. ASM war mit seinem Center of Competence ganz anders aufgestellt als andere Hersteller auf dem Markt.“ Bereits nach drei Monaten offener Diskussionen und Planspielen war ein erstes Ergebnis greifbar. „Wir haben in dieser Zeit einen komplett neuen Ansatz für einen Massenmarkt gefunden und eine tragfähige Lösung entwickelt.“

Dr. Niklas Romming, Projektmanager bei Hauni.
„Als Standard-Bestückmaschine produziert die Siplace SX erheblich günstiger, schneller und qualitativ hochwertiger im Vergleich zu Spezialmaschinen, die erst einmal entwickelt werden müssten. Ganz zu schweigen von bislang erforderlicher Handarbeit“, erklärt Dr. Niklas Romming, Projektmanager bei Hauni. (Bild: Hauni)

So entstehen im Center of Competence neue Ideen

Möglich wurde das nicht zuletzt deshalb, weil die Center of Competence (CoC) – weltweit gibt es fünf solcher Kompetenzzentren – des ASMPT SMT Solution Segments genau für solche Anforderungen ins Leben gerufen wurden. „In unserem CoC in München bieten wir Anwendern die Möglichkeit, sich die ASMPT Hard- und Software-Lösungen vorführen zu lassen. An reellen und einsatzbereiten Fertigungslinien können geplante Produktionen evaluiert und getestet werden, ohne die Abläufe in der eigenen Fertigung zu stören oder zu unterbrechen“, erläutert Wolfgang Eisner, Manager Customized Products bei ASMPT. „Zusammen mit unseren Experten entwickeln Kunden hier auch Speziallösungen, so wie sie für ihre Einsatzzwecke benötigt werden. So helfen wir unseren Kunden ihre Anlagen und Prozesse zu optimieren, neue Kompetenzen aufzubauen und auch untypische Herausforderungen in Ihrer Fertigung zu meistern.“

Der Bestücker Siplace SX im Detail

Die branchenweit einzigartigen SX-Wechselportale des Siplace SX ermöglichen den Wechsel von Bestückköpfen in etwa 30 Minuten. Der Bestücker mit einer Stellfläche von 1,5 x 2,8 Meter schafft bis zu 43.250 BE/h im einspurigen Betrieb bei bis zu 22 µm @3 σ. Mit drei Bestückköpfen wird ein Spektrum von 0201m bis hin zu 300 Gramm schweren Bauteilen mit 200 Millimeter Länge, 125 Millimeter Breite und 50 Millimeter Höhe verarbeitet. Mit dem OSC Package werden auch ungewöhnlich geformte Bauteile prozesssicher bestückt und das automatische Clinching-Tool integriert die THT-Bestückung in die Linie.

Aus einem Standard-Bestücker wird eine passgenaue SMT-Lösung

Im Fall von Hauni spielte dabei die Highend-Bestücklösung Siplace SX die Hauptrolle. Den ASMPT Spezialisten gelang es mit nur wenigen Anpassungen eine passgenaue SMT-Umgebung für alle Anforderungen zur Produktion des Kernelements von Verdampfern zu realisieren. „Als Standard-Bestückmaschine produziert die Siplace SX erheblich günstiger, schneller und qualitativ hochwertiger im Vergleich zu Spezialmaschinen, die erst einmal entwickelt werden müssten. Ganz zu schweigen von bislang erforderlicher Handarbeit“, freut sich Hauni-Manager Dr. Romming. Dass sich der Bestücker dank umfangreicher Optionen und kleinerer Anpassungen für weitere Anwendungen einsetzen lässt, ist für den Maschinenbauer ein großes Plus. „Wir denken darüber nach, wie wir unsere Forschungsergebnisse und vor allem die hohe Produktionsgeschwindigkeit der Siplace SX künftig auch für andere Produktionsbereiche nutzen könnten“, so Dr. Romming weiter.

Überlegungen, die ohne die Erfahrungen aus der engen Partnerschaft mit ASMPT nicht denkbar gewesen wären. Dr. Rommings vorläufiges Resümee: „Man kann sich als Unternehmen aus dem Maschinenbau heute nicht mehr hinter Mauern verstecken und alle Erkenntnisse für sich behalten. Tragfähige Innovationen im Technologiebereich entstehen durch eine Partnerschaft auf Augenhöhe.“

Barbara Ostermeier, HighTech communications GmbH

Barbara Ostermeier, HighTech communications GmbH im Auftrag von ASM

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