von links nach rechts: Distrelec Category Manager Sebastian Walser und Geschäftsführer S+S Regeltechnik Tino Schulze.

von links nach rechts: Distrelec Category Manager Sebastian Walser und Geschäftsführer S+S Regeltechnik Tino Schulze.Distrelec

Das Wachstum der Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie ist weiter angestiegen: Dies geht aus einem Bericht des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hervor. Dabei legten laut Verband die Exporte der Branche im Februar dieses Jahres um 6,5 % gegenüber 2014 auf 13,3 Milliarden Euro zu: „Dies war ein nochmals höheres Wachstum als im Januar und der bislang höchste in einem Februar erzielte Exportwert überhaupt“, bemerkt ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. „In den ersten zwei Monaten 2015 erhöhten sich die Ausfuhren um 5,0 % gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 27,2 Milliarden Euro.“

Damit entwickelten sich die Ausfuhren deutlich besser als die (preisbereinigte) inländische Produktion, die im gleichen Zeitraum eher unverändert blieb.

Mit einem Plus im letzten Februar von 12,7 % gegenüber 2014 legten die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland noch kräftiger zu als die Exporte. Die deutschen Unternehmen ließen 11,7 Milliarden Euro im Ausland und verzeichneten somit ebenfalls ein neues Allzeithoch für den Monat Februar. Zwischen Januar und Februar 2015 zogen die Einfuhren um 8,4 % auf 24,8 Milliarden Euro an. Der Ausfuhrüberschuss sank hier von 3,0 auf 2,4 Milliarden Euro.

Metall- und Elektroindustrie in Deutschland

Aus einem Strukturbericht von Nordmetall – einem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem nordwestlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein – geht hervor, dass die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland seit 2000 überdurchschnittlich gewachsen ist und sich immer mehr zum Herz der Wirtschaft sowie Drehscheibe der Organisation von Wertschöpfungsketten entwickelt. Dabei tragen die Exporte dieser Branche immer stärker zur Wertschöpfung in Deutschland bei (2011: 15 %), was im internationalen Vergleich eher ungewöhnlich ist.

Der Strukturbericht zeigt auch, dass die deutsche Metall- und Elektroindustrie sich auf den internationalen Märkten halten und ihre Marktanteile auch gegen wachsende Konkurrenz aus China verteidigen konnte – das ist außer Deutschland nur noch Südkorea gelungen. Alle anderen traditionellen Industrieländer haben Anteile zugunsten Chinas einbüßen müssen. Die Gründe für diese Erfolge liegen laut Nordmetall in einer frühzeitigen und tiefen Globalisierung, komplexen Produktprogrammen sowie überdurchschnittlich vielen Innovationen und intensiven Bemühungen um Forschung und Entwicklung.

Laut Nordmetall besteht die größte Herausforderung darin, die Weltmarktanteile zu halten. Diese Tatsache steht vor dem Hintergrund, dass das Wachstum in China und anderen Schwellenländern bisher jeweils stark landesintern bedient wurde. Die Intensität der Globalisierung ist dort deshalb unterdurchschnittlich. Das könnte sich jetzt ändern und die Wettbewerbssituation verschärfen. Diese Gesamtbewertung von Nordmetall basiert auf sieben Befunden:

  • Metall- und Elektroindustrie gewinnt in Deutschland an Bedeutung
  • Die deutsche Metall- und Elektroindustrie hat sich weltweit behauptet
  • Trotz Marktanteilsverlusten gehören die traditionellen Länder der Metall- und Elektroindustrie zu den Gewinnern der Globalisierung
  • Die Internationalisierung von Wertschöpfungsketten geht weiter
  • Das Exportmodell bleibt und die Auslandsproduktion nimmt dennoch zu
  • Re-Industrialisierung der Wertschöpfungsketten der Metall- und Elektroindustrie
  • Hohe Standortqualität als Eckpfeiler der Exportstrategie

Doch gerade in Sachen Standortqualität gibt es laut Nordmetall immer noch sehr große Unterschiede zwischen den traditionellen Metall- und Elektroindustrie-Ländern, den neuen Wettbewerbern aus Mittel- und Osteuropa (MOE) und den Schwellenländern. Diese Abstände haben sich seit 2000 etwas verkleinert. Der Standort Deutschland konnte die Position halten und bei den traditionellen Wettbewerbern hat sich nur Südkoreas Position deutlich verbessert. Allerdings sind die Kosten der große Schwachpunkt Deutschlands; hier hat sich die Position seit 2000 sogar verschlechtert.

Die Branche in Niedersachsen und Bremen

Die Firma Block aus Verden ist seit Jahrzehnten im Bereich Wickelgüter und weltweit in Industrie und Handwerk tätig. Vor allem mit der Einführung der blauen Leiterplattentransformatoren machte sich Block in der Elektronikbranche einen Namen. Um die Zuverlässigkeit und Liefersicherheit der eigenen Marke aufrecht zu erhalten, setzt das Unternehmen konsequent auf die kontrollierbare, schnelle und zuverlässige Produktion vor Ort – im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern. Zu den Dienstleistungen von Block gehört auch die Produkt-Neuentwicklung. Die zertifizierten und nach Kundenanforderungen gestalteten Produkte verlassen die Produktionsstätte in Verden nach drei Wochen.

Unter anderem landen sie dann bei Distrelec, der auch die Block-Produkte vertreibt. In Bremen hat der Schweizer Distributor, der seit 1979 zum börsennotierten Dätwyler-Konzern gehört, seine deutsche Niederlassung. Insgesamt ist Distrelec in 13 Ländern vertreten, darunter auch Estland, Finnland, Italien, Litauen und Polen. Die Distrelec-Gruppe spezialisiert sich auf Produkte aus den Bereichen Elektronik, Automation, Messtechnik sowie IT und Zubehör. Neben Block vertreibt Distrelec seit November auch S+S Regeltechnik, einen Hersteller von Sensorik für Mess-, Steuer- und Regelaufgaben im Bereich Gebäudeautomation. Insgesamt nahm Distrelec dabei über 1300 Produkte von S+S exklusiv in das Sortiment auf.

Lösungsanbieter in Hamburg

Manfredo Mirabella-Greco (President Elektrosil), Jeff Olyniec (CEO New Vision Display) und David Kruse (President Sales and Marketing Worldwide NVD) bei Vertragsunterzeichnung.

Manfredo Mirabella-Greco (President Elektrosil), Jeff Olyniec (CEO New Vision Display) und David Kruse (President Sales and Marketing Worldwide NVD) bei Vertragsunterzeichnung.Elektrosil

Einen neuen Distributionsvertrag schloss Elektrosil mit New Vision Display. Die Vertraulichkeits- und Kundenschutzvereinbarung unterzeichneten der Distributor und der Displayhersteller während der Electronica 2014 in München. Elektrosil sitzt in Hamburg und realisiert unter anderem individuelle Lösungen in einem breiten Anwendungs- und Produktspektrum – dazu zählen beispielsweise Antriebstechnik, Displays, Embedded-Systeme, Lüfter und Kühlkomponenten sowie Stromversorgungen.

Außerdem hält der Distributor seit 2013 80 % der Anteile von MCS Micronic Computer Systeme, zuvor waren beide Unternehmen bereits seit 15 Jahren Geschäftspartner. MSC entwickelt vorrangig Hard- und Software nach Kundenbedarf.

Stromversorgungsspezialist in Schleswig-Holstein

M+R Multitronik aus Lübeck hat neben einer eigenen Serie an LED-Netzteilen mit DALI-Dimm-Option und Einschaltstrombegrenzern von Camtec auch ein weites Spektrum an DC/DC-Wandlern mit 0,2 bis 150 Watt, piezokeramische Signalgeber und Lautsprecher von Sonitron sowie elektronische Starter für Leuchtstoffröhren im Produktportfolio. Seit über 20 Jahren ist M+R autorisierter Partner und Distributor für Mean Well in Deutschland, einem der weltweit führenden Hersteller von Standard-Schaltnetzteilen. 2013 investierten beide Unternehmen in eine Laborneuausstattung von M+R in Lübeck und bauten somit den Kundensupport weiter aus.

Vor zwei Jahren investierten M+R Multitronik und Mean Well in eine neue Laborausstattung. Nun arbeitet M+R mit Laborgeräten der neusten Generation.

Vor zwei Jahren investierten M+R Multitronik und Mean Well in eine neue Laborausstattung. Nun arbeitet M+R mit Laborgeräten der neusten Generation. M+R Multitronik

Dass technischer Support bei Kunden einen immer wichtigeren Stellenwert hat, erkannte der Stromversorgungsspezialist schon vor einigen Jahren und holte sich 2011 personelle Verstärkung mit dem Elektronikingenieur Victor Ienea, der auf mehrjährige Berufserfahrung mit der Entwicklung lichttechnischer Schaltnetzteile zurückblickt. Damit kann M+R noch enger mit den Kunden zusammenarbeiten und schnelleren technischen Support anbieten. Mit der Beratung und Unterstützung durch Mean Well arbeitet M+R nun mit Laborgeräten der neuesten Generation.

In puncto Umweltschutz will Mean Well bereits im Materialeinkauf, im Herstellungsverfahren sowie in den Lieferketten auf Umweltfreundlichkeit während sämtlicher Prozesse achten und stellte im Juni 2014 daher das Material bei der Gehäuseherstellung um. Die bis zu diesem Zeitpunkt aus vernickeltem SPCC (Stahl beschichtet mit Nickel) hergestellten Gehäuse der Produktgruppen in geschlossener Bauform stellte Mean Well nach und nach auf SGCC (feuerverzinktes Stahl) um. Diese Materialumstellung führt lediglich zu einer geringfügigen Änderung des Erscheinungsbildes (silber-weiße Färbung). Alle elektrischen Spezifikationen bleiben unverändert.