Eckdaten

Im Vergleich zu industriellen Systemen müssen neuentwickelte Medizingeräte mehr Hürden nehmen, um auf den Markt gebracht zu werden. Hier regeln Verordnungen für Medizinprodukte den Entwicklungs- und Zulassungsprozess. Ersterer lässt sich grob aufteilen in Hardware- und Softwareentwicklung, Risikomanagement und Qualitätsmanagement. Die Zulassung umfasst dann die Klassifizierung, die Konformität sowie die klinische Bewertung und Erprobung.

Die umfangreichen Maßnahmen und kostspielige Zulassungen bedeuten hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Langzeitverfügbarkeit von eingesetzten Komponenten. Jedes Jahr locken CPU-Hersteller mit leistungsfähigeren und günstigeren Prozessorvarianten, die Entwickler bei der Umsetzung von geplanten Applikationen immer besser unterstützen. Dabei erleichtern etwa Multicore-Systeme unter Einsatz einer Firmware oder Software wie etwa Hypervisor-Lösungen, dass bei Neuentwicklungen geforderte Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden können.

Zeitdruck und Kostenoptimierung

Das TQMa7x vereint die ARM Dual Cortex-A7 Kerntechnologie mit mehreren Schnittstellen. Der integrierte Grafikkontroller unterstützt Anwendungen mit Display und Touchscreens.

Das TQMa7x vereint die ARM Dual Cortex-A7 Kerntechnologie mit mehreren Schnittstellen. Der integrierte Grafikkontroller unterstützt Anwendungen mit Display und Touchscreens. TQ-Systems

All das wird in der Medizingeräteentwicklung als vorteilhaft bei der Auswahl der CPU und der Software empfunden. Denn Zeitdruck, Kostenoptimierung des Designs und die Erweiterung der Funktionen sind mit die größten Herausforderungen eines jeden Entwicklers, wenn ein neues Gerät konzeptioniert werden soll. In solchen Fällen empfiehlt es sich, ein Embedded-System einzusetzen.

Langzeitverfügbare Prozessoren

Embedded-Module decken hierbei zahlreiche Anforderungen ab und bieten eine stabile Basis für Hard- und Software, da sie ausreichend qualifiziert sind. Der Einsatz von Modulen kann Entwicklungskosten einsparen und Risiken minimieren. Sie lassen sich in zahlreichen Anwendungen einsetzen. Entwickler haben dann mehr Zeit zur Verfügung für die Arbeit an systemspezifischen Hardware- und Software-Anforderungen ihrer Lösungen. Die ARM-basierenden TQ-Module verfügen aus diesen Gründen über langzeitverfügbare Prozessoren sowie alle funktionelle Prozessorpins für den schnellen und unkomplizierten Entwicklungseinstieg. Zudem stehen für die Module auch verschiedene Softwarelösungen mit einer umfassenden Schnittstellenunterstützung sowie verschiedene Grafiklösungen bereit.

Bei der Entwicklung von medizinischen Geräten unterstützt TQ daher mit einem umfassenden Obsolescence-Management sowie bei der Zulassung von Produkten nach ISO 13488 und MDD. Durch die Schnittstellenvielfalt und der freien Wahl eines Betriebssystems sind die ARM-basierenden Module universell einsetzbar. Außerdem gibt es sie mittlerweile in allen Leistungsklassen von ARM9 bis hin zu Cortex A72. Multicore-Systeme mit integrierten Co-Prozessoren decken in den meisten Anwendungen die funktionale Sicherheit ab. Solche Controller werden mit einer zu qualifizierenden Firmware versehen, die autark zum Rest des Systems läuft.

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