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Mit seinen Merkmalen dürfte das Multimediaboard EPC 50 von Kurz Industrie-Elektronik einzigartig auf der Messe gewesen sein, kann es doch zwei Displays mit Full-HD ansteuern und benötigt dabei nur 2 Watt.
Gesehen bei Kurz Industrie-Elektronik: Embedded Mainboard EPC10, das in Stückzahlen für 50 Euro angeboten wird und zwei Touchtechniken gleichzeitig bedienen kann: resistiv und kapazitiv.
Der TMPM374FW Mikrocontroller von Toshiba wurde für den Einsatz mit einem bürstenlosen 3-Phasen-Gleichstrommotor sowie Induktionsmotoren entwickelt.
MSC schließt mit nanoRISC- Modulen die Lücke zwischen MCU- und x86-Embedded-Board-Lösungen und demonstrierte dies auf der Messe.
Microchip stellte 8-bit CAN-Mikrocontroller für den Betrieb von 1,8 bis 5,5 V und in eXtreme Low Power-Technologie vor.
Zur Embedded 2011 erweiterte Renesas die RX-Familie um die Serie RX200, die für den zunehmenden Bedarf an Ultra-Low-Power und Low-Voltage Embedded-Anwendungen ausgelegt ist.
Als Abgrenzung zu anderen MCUs bietet die bei Glyn vorgestellte RL78 Serie den Snooze Mode, bei dem der Controller an einer 3-V-Batterie theoretisch 30 Jahre lang arbeiten könnte.

Kurz Industrie-Elektronik

Ein hochflexibles Multimediamainboard zeigte Kurz Industrie-Elektronik mit dem EPC 50, welches geeignet ist für Full HD, für Kameras, TFT-Displays, Touch, HDMI und SATA (Bild 1). Mit seinen Merkmalen dürfte es einzigartig auf der Messe gewesen sein, kann es doch zwei Displays mit Full-HD ansteuern und benötigt dabei nur 2 Watt. Zum Einsatz komt der Telechips TCC 9302F, Prozessor ist ein ARM1176JZF-S, der mit 800 MHz betrieben wird. Das Board arbeitet an Spannungen von 5 bis 24 V und Bootfähigkeit von vielen Speichermedien ist geboten, von SD, SDIO, SPI-/NAND-Flash, sowie über USB, I2C und UART. Interessant bei Kurz auch das embedded Mainboard EPC10 (Bild 2), das in Stückzahlen für 50 Euro angeboten wird und zwei Touchtechniken gleichzeitig bedienen kann: resistiv und kapazitiv. Es misst gerademal 100 x 80 mm und nimmt nur 1,5 Watt auf (Ub= 5V bis 50 V).

Infineon

Infineon Technologies stellte ein komplettes Entwicklungspaket zur Umsetzung von Funktionaler Sicherheit nach dem IEC 61508-Standard in Embedded-Designs mit seinen leistungsfähigen 32-Bit-TriCore-µCs vor. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen in der Automobilelektronik, die hohe Sicherheitsanforderungen stellt, hat Infineon seine PRO-SIL Sicherheits-Produkte erweitert, um den wachsenden Anforderungen nach sehr sicheren Industrielösungen auf Basis seines TriCore-Portfolios zu entsprechen. Infineon bietet alle erforderlichen Hardware- und Software-Tools, damit Systementwickler ihre Industriesysteme schnell und einfach zertifizieren können. Auf der Messe wurde das Design-In-Paket mit Testsoftware-Bibliothek SafeTcore, komplettem TriCore-basierten Safety-Kit (SafeTkit) von Hitex Development Tools und umfangreicher Software und Dokumentation präsentiert.

Toshiba

Der TMPM374FW Mikrocontroller (Bild 3), den Toshiba präsentierte, wurde für den Einsatz mit einem bürstenlosen 3-Phasen-Gleichstrommotor sowie Induktionsmotoren entwickelt und eignet sich für Anwendungen in der Industrie sowie für Hausgeräte, die eine effiziente und genaue feldorientierte Regelung von Lüftern, Pumpen und Kompressoren erfordern. Eine Hardware-Vektor-Engine und der einkanalige programmierbarer Motorsteuerungsausgang gewährleisten eine präzise Steuerung und eine schnelle Reaktion – und das ohne zusätzliche Hardware, CPU Overhead oder zeitraubende Softwareentwicklung. Der TMPM374 im 10 mm x 10 mm 44-Pin-LQFP arbeitet an 5 V. Er basiert auf einem ARM Cortex-M3 Core mit 80 MHz Taktfrequenz, 128 KByte NanoFlash, 6 KByte RAM, Toshibas programmierbaren Motorsteuerungstechnologie PMD3+, 12-Bit-ADC und der Vektor-Engine, diese bietet im Vergleich zu einem softwarebasierten Vektor-Regelalgorithmus eine erhebliche Leistungssteigerung mit einer Verarbeitungszeit von nur 9 µs. Acht Kanäle eines 16-Bit-Timers, ein Watchdog-Timer, ein 3-Kanal-SIO/UART und ein integrierter Spannungsregler sind ebenso integriert wie ein Power on Reset und Oscillation Frequency Detector. Letzterer ist vor allem in Hausgeräten von Bedeutung, da diese die Sicherheitsanforderungen nach EN/IEC 60730 und 60335 (Klasse B) erfüllen müssen.

MSC

MSC schließt mit nanoRISC- Modulen die Lücke zwischen MCU- und x86-Embedded-Board-Lösungen und demonstrierte dies auf der Messe (Bild 4). Die kostengünstigen nanoRISC-Module bieten hohes Maß an Skalierbarkeit durch ihre Pinkompatibilität und die Verwendbarkeit unterschiedlicher CPUs: der Leistungsbereich geht aktuell vom 400 MHz getakteten ARM9-Derivaten bis hin zu 1 GHz Cortex A8-Cores. Die nur 50 x 70 mm großen Module benötigen typisch < 3 W. Über einen 230-Pin-MXM-Verbinder haben Entwickler Interfaces wie Ethernet, USB, CAN, UART, I2C, SPI, GPIO, Camera, Audio, ADC, Touch und Display direkt verfügbar. Die Grafikleistung erreicht bis zu 1080p. Erstes Mitglied der Produktfamilie ist ein auf dem Samsung Cortex A8 Prozessor S5PC100 basierendes nanoRISC -Modul mit bis zu 667/833 MHz Taktfrequenz, maximal 512 MByte DDR2 SDRAM, bis zu 4 GByte NAND Flash-Speicher (NAND, eMMC, SD/MMC), Audio- und Touch-Support, Real Time Clock, System Monitoring, Watchdog und vielen weiteren Features. Die auf dem S5PC100 integrierte 2D/3D Graphic Engine unterstützt Videoauflösungen bis zu 720p.

Microchip

Microchip stellte 8-bit CAN-Mikrocontroller für den Betrieb von 1,8 bis 5,5 V und in eXtreme Low Power-Technologie vor (Bild 5). Ihr Ruhestrom ist im industriellen Einsatz mit weniger als 20 nA wohl unübertroffen. Die PIC18F K80-Familie ist mit einem 12-Bit-ADC und mTouch-Peripherie für berührungssensitive Anwenderschnittstellen versehen. Sie ist für die Zugangskontrolle, Beleuchtung, Tür-, Sitz-, Lenk-, Fenster- und Klimaregelung im Kfz geeignet und kann in der Gebäudeautomatisierung für Fahrstühle und Rolltreppen, Beleuchtung, Überwachungssensoren und Klimaanlagen sowie für industrielle Anwendungen einschließlich Sicherheitssystemen und Alarmanlagen eingesetzt werden. Durch CAN-Peripherie sind in Kfz- und Industrie-Anwendungen kleinere, kosteneffektivere und stabilere Regelungen möglich. Die MCUs können zudem an Stelle der PIC18F4680 CAN-Familie vorgesehen werden.

Renesas

Vor zwei Jahren präsentierte Renesas Electronics seine Serie RX600 mit extrem leistungsfähigen 32-Bit MCUs und umfassender Connectivity. Zur Embedded 2011 erweiterte die Firma die RX-Familie um die Serie RX200 (Bild 6), die für den zunehmenden Bedarf an Ultra-Low-Power und Low-Voltage Embedded-Anwendungen ausgelegt ist. Die MCUs eignen sich zudem besonders, indem sie kompatibel zu Betriebsspannungen bis 5,5 V ist (der Versorgungsspannungsbereich geht von 1,62 bis 5,5V), den IEC 60730 Geräte-Sicherheitsstandard erfüllt und eine spezialisierte Motorsteuerungs-Funktion enthält.

Die ersten neu vorgestellten MCUs aus der RX200-Serie gehören zur RX210-Gruppe. Alle besitzen eine Taktfrequenz von <50 MHz, bieten eine Rechenleistung von 78 DMIPS ohne Wait-States durch den Flash-Speicher und arbeiten mit Betriebsspannungen von 2,7 V bis 5,5 V bei einem Stromverbrauch von lediglich 0,21 mA/DMIPS bei 50 MHz. Ein spezieller, mehrstufiger interner Spannungsregler reguliert den Stromverbrauch, so dass RX210-Bausteine bei 1,8 V Betriebsspannung mit einem Takt von bis zu 32 MHz beziehungsweise bis zu 20 MHz bei nur 1,62 V arbeiten können. Der interne Flash-Speicher lässt sich löschen und programmieren und die internen analogen Peripherieschaltungen bleiben funktionsfähig bei Betriebsspannungen bis hinab zu 1,62 V. Die Leistungseffizienz im aktiven Betrieb, der minimale Stromverbrauch von nur 1,3 µA im Deep-Standby-Modus mit aktiver RTC sowie die Möglichkeit, die CPU im Self-Wake-Modus bei Bedarf zu regelmäßigen, programmierten Intervallen aktivieren zu können, eignen die RX200 MCUs gut für batteriebetriebene Anwendungen.

Glyn

Der auf dem Stand von Glyn präsentierte Mikrocontroller RL78 von Renesas arbeitet in Bereichen von 1,6 bis 5,5 Volt mit bis zu 32 MHz und kommt dank der Architektur auf bis zu 41 DMIPS (Version 2.1). Unter Verwendung der RTC mit Low Voltage Detection ist es möglich, die MCU bei 32 kHz und mit lediglich 0,7µA zu betreiben. Zur Markteinführung startet die RL78 Familie mit den Derivaten G12 und G13, die für jede Anwendung das passende Gehäuse aus 19 Varianten bieten: vom kleinen 25 Pin 3 x 3 mm oder einem 20 Pin SSOP bis hin zu dem 128 Pin 14 x 20 mm QFN. Die RL78 Serie wird zu Beginn Speichervariationen von 2KB / 256B (ROM/RAM) bis 512 KB / 32KB in 14 unterschiedliche Kombinationen bieten. Im ersten Schritt sind somit 300 verschiedene Derivate in der Entwicklung. RENESAS möchte bereits im ersten Jahr auf 700 Derivate kommen. Die RL78 MCU arbeitet mit einem On-Chip-Oszillator für bis zu 32 MHz (Instruction Time = 31,25ns) oder extern mit bis zu 20 MHz. Ebenso ist der Ultra Low-Speed Modus mit 32,786 kHz möglich. Die üblichen Funktionen wie Power-on-Reset, Low- Voltage-Detector und RTC sind ebenso vorhanden wie ein umfassendes Set an 16-Bit Timern (8 bis 16 Kanäle). Außerdem UART, I²C, LIN und CSI. In späteren Versionen wird USB, Touch Funktionen, LCD Controller und Lighting hinzukommen. Als Abgrenzung zu anderen MCUs bietet die RL78 Serie den Snooze Mode, bei dem der Controller an einer 3-V-Batterie theoretisch 30 Jahre lang arbeiten könnte (Bild 7). Dieser ermöglicht im Stop Mode Energie zu sparen, aber auf Aktivitäten zu reagieren. So wird bei der LR78 Serie im Snooze Mode der ADC und die Empfangsüberwachung der seriellen Schnittstelle beobachtet. Sollten hier Aktivitäten bemerkt werden, wird die CPU aus dem Mode reaktiviert und es kann direkt mit der Verarbeitung gesammelter Daten begonnen werden. Für sicherheitsrelevante Applikationen bietet die Familie alle Implementierungen nach IEC 60730.